Pressemeldungen

Deutsche Hersteller mit Rekordabsatz auf dem US-Markt

Detroit/Berlin, 13. Januar 2014

Weiterer Ausbau der Fertigung – Hohe Wachstumsraten bei Hybrid und Elektro

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich begrüße Sie sehr herzlich zu unserer Pressekonferenz hier in Detroit. Wir kommen gern hierher, denn im Jahr 2013 hat sich der US-Markt sehr erfreulich entwickelt: Der Absatz von Light Vehicles (Pkw und Light Trucks) stieg um knapp 8 Prozent auf 15,5 Mio. Einheiten. Gegenüber dem Krisenjahr 2009 wird der Aufstieg noch deutlicher: Seither hat der US-Markt um rund 50 Prozent oder gut 5 Mio. Neufahrzeuge zugelegt. „I’ll be back“, könnte man mit Arnold Schwarzenegger sagen.

Die wirtschaftlichen Rahmendaten bleiben auch weiterhin positiv. Sowohl der Arbeitsmarkt als auch der Immobilienmarkt sind auf Erholungskurs. Diese beiden wichtigen Faktoren entlasten den Konsumenten und bilden eine gute Basis für weiteres Wachstum.

Deutsche steigern Light-Vehicles-Absatz auf rund 1,33 Mio. Einheiten

Die deutschen Hersteller sind das hohe Wachstumstempo auf dem US-Markt mitgegangen. Sie haben ihren Absatz von Light Vehicles im Jahr 2013 um 5 Prozent auf rund 1,33 Mio. Einheiten erhöht. Im Vergleich zum Jahr 2009, als die deutschen Hersteller 763.000 Light Vehicles verkauften, ist das ein Zuwachs um rund 75 Prozent. Wir sind also in diesem Zeitraum deutlich schneller gewachsen als der Markt. 

Wir, die deutsche Automobilindustrie, haben damals in den Krisenjahren nicht den Fehler gemacht, den US-Markt in seiner Bedeutung zu unterschätzen. Ganz im Gegenteil: Unsere Unternehmen haben ihr Engagement hier in den Vereinigten Staaten konsequent ausgebaut. Diese langfristige Strategie zahlt sich aus.

Auch im Jahr 2013 hat sich diese Entwicklung mit einem neuen Absatzrekord der deutschen Hersteller auf dem US-Markt fortgesetzt.

Das gilt für die beiden Segmente, den Pkw-Bereich ebenso wie den Light-Truck-Markt, die beide nahezu gleich groß sind.

Im Gesamtjahr 2013 stiegen die Pkw-Verkäufe von deutschen Herstellern um gut 3 Prozent auf 951.700 Einheiten. Damit trägt jeder achte Pkw, der in den USA neu verkauft wird, ein deutsches Markenzeichen. Der Light-Truck-Absatz unserer Hersteller erhöhte sich sogar um 9 Prozent auf 376.100 Neufahrzeuge.

Erfolgreiche Zwei-Säulen-Strategie

Unsere Zwei-Säulen-Strategie – Export und Fertigung vor Ort – hat sich erneut bewährt.

Der Erfolg unserer Hersteller auf dem US-Markt kommt sowohl den weiter wachsenden Produktionsstandorten hier in den Vereinigten Staaten als auch dem Produktionsstandort Deutschland zugute:

-  Von den 1,33 Mio. Light Vehicles, die die deutschen Hersteller 2013 in den USA absetzten, wurden 20 Prozent (260.000 Einheiten) hier in den USA gefertigt.
-  Rechnet man die Produktion aus Mexiko hinzu, so stammen 35 Prozent (470.000) der von unseren Herstellern abgesetzten Light Vehicles aus dem Nafta-Raum.
-  Weitere 50 Prozent (660.000 Einheiten) wurden in den Werken in Deutschland produziert.
-  Hinzu kommen 15 Prozent (200.000 Einheiten) aus Produktionsstandorten außerhalb der Nafta (Mexiko und USA) und Deutschland.

Anders ausgedrückt: Jedes zweite Auto, das die deutschen Hersteller 2013 in den USA neu verkauft haben, stammt vom Produktionsstandort Deutschland.

USA beim Exportwert auf Platz 1

Mit einem Anteil von 16 Prozent an den gesamten deutschen Pkw-Exporten sind die Vereinigten Staaten der zweitwichtigste Ausfuhrpartner für die deutschen Automobilhersteller (nach Großbritannien). Wertmäßig betrachtet, ist für die deutschen Hersteller der Export in die USA sogar auf Platz 1: Der Exportwert ist 2013 um knapp 9 Prozent auf 20 Mrd. Euro gestiegen.

Und jedes fünfte Auto, das unsere Hersteller hier verkaufen, stammt aus US-Werken.

Aber die USA sind weit mehr als nur ein Absatzmarkt für die deutschen Hersteller:

Die Vereinigten Staaten sind längst ein strategisch wichtiger Produktionsstandort, die hier produzierten Autos werden weltweit abgesetzt:

-  625.000 Light Vehicles produzierten die deutschen Hersteller 2013 in den USA.
-  Davon wurden 42 Prozent (260.000 Einheiten) in den USA abgesetzt.
-  Nach Europa gingen 24 Prozent (150.000 Einheiten).
-  Weitere 23 Prozent (144.000 Einheiten) gingen nach Asien.

Das heißt: Je knapp ein Viertel der US-Produktion findet Käufer in Europa bzw. Asien. Und vier von zehn Autos, die wir hier produzieren, werden in den Vereinigten Staaten neu zugelassen.

Das geplante Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU, auf das ich noch eingehen werde, dürfte einen weiteren Schub für die Integration der Märkte bringen. Die deutschen Hersteller haben ihre Fertigung hier in den USA konsequent ausgebaut.

Innerhalb weniger Jahre haben sie ihre Light-Vehicles-Produktion in den Vereinigten Staaten mehr als verdoppelt: von 284.700 im Jahr 2010 auf 625.000 Einheiten in 2013.

Produktion wird weiter ausgebaut

Alles spricht dafür, dass sich dieser Trend fortsetzt. Denn unsere Hersteller bauen ihre Kapazitäten hier in den USA weiter aus.

Daimler beginnt in diesem Jahr mit der Fertigung der neuen C-Klasse auch im Werk Tuscaloosa/Alabama, dem traditionellen Standort der SUV-Fertigung mit den Baureihen der M-, GL- und R-Klasse.

Im BMW-Werk in Spartanburg/South Carolina werden die Modelle X3, X5, X6 produziert.

Volkswagen fertigt im Werk Chattanooga/Tennessee den Passat.

Und zudem wird ab 2016 im neuen Audi-Werk in Mexiko der Q5 vom Band laufen.

Die deutschen Hersteller beschäftigen in ihren Werken in den USA derzeit rund 31.000 Mitarbeiter. Jeder sechste Arbeitsplatz bei Automobilherstellern in den USA gehört damit zu einem deutschen Hersteller. Die Zahl der Mitarbeiter bei deutschen Zuliefer-unternehmen in den USA – sie haben hier über 200 Standorte – beträgt rund 70.000 Beschäftigte. Das ist jeder siebte Beschäftigte aller Zulieferer-Mitarbeiter in den Vereinigten Staaten.

US-Markt auch 2014 auf Wachstumskurs

Wir blicken mit Zuversicht auf den US-Markt im Jahr 2014. Wir rechnen damit, dass der Light-Vehicles-Markt um 3 Prozent auf knapp 16 Mio. Einheiten steigen wird. Wenn die aktuellen Indikatoren sich verstetigen, besteht durchaus die Möglichkeit, dass der US-Markt die 16-Millionen-Marke überschreiten kann. Die deutsche Automobilindustrie hat sich zum Ziel gesetzt, auch in diesem Jahr auf diesem wichtigen Markt deutlich zuzulegen.

Hohe Dynamik bei Hybrid und Elektro

Diese Detroit Motor Show wird auch dadurch geprägt, dass der Hochlauf der Hybridfahrzeuge deutlich erkennbar ist. Der Absatz von Pkw mit Benziner-Hybrid ist 2013 um 15 Prozent auf 470.000 Einheiten gestiegen. Sein Anteil am Pkw-Gesamtmarkt liegt damit bei 6,2 Prozent. Die deutschen Hersteller haben ihren US-Pkw-Absatz von Hybrid-Modellen im abgelaufenen Jahr vervierfacht – von knapp 1.900 auf fast 7.600 Fahrzeuge. Wir sind also sehr gut aus den Startlöchern gekommen und sehen hier noch erhebliches Marktpotenzial. Denn nicht nur der Markt wächst, sondern auch unser Angebot.

Auch im Markt von Elektrofahrzeugen (batterie-elektrisch und Plug-in-Hybrid) geht es voran. Der Absatz hat sich 2013 nahezu verdoppelt: von rund 52.500 auf knapp 96.000 Light Vehicles. Die deutschen Hersteller kommen mit ihren neuen Modellen jetzt ebenfalls auf den Markt, wir rechnen uns auch hier gute Chancen aus.

Diesel-Strategie ist Langstreckenrennen

Entsprechend unserer Fächerstrategie setzen wir nicht alles auf eine Karte, sondern verfolgen alle Optionen. Eine davon ist der Clean Diesel. Es spricht für diese hoch effiziente Antriebsart, dass der Absatz von Dieselfahrzeugen in den USA 2013 (Jan-Okt.) um knapp 13 Prozent gestiegen ist – und damit eine deutlich höhere Wachstumsrate als der Gesamtmarkt aufweist.

Wir haben stets darauf hingewiesen, dass die Diesel-Offensive in den Vereinigten Staaten ein Langstreckenrennen ist. Und natürlich schaut der Autofahrer in den USA genau auf den Gallonen-Preis, der beim Diesel mit gut 3,90 US-Dollar leider deutlich höher ist als für Benzin/Gasoline (3,50 Dollar). Dass der Marktanteil von Light Vehicles mit Dieselmotor dennoch leicht auf 2,8 Prozent gestiegen ist, zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Unser Marktanteil, der bei Diesel-Pkw über viele Jahre hinweg bei 100 Prozent lag, ist auf 98 Prozent gesunken – da nun auch Wettbewerber auf den Diesel-Zug aufgesprungen sind (Chevrolet Cruze). Es mag seltsam klingen – aber in diesem Fall freuen wir uns über jeden weiteren Wettbewerber.

Freihandelsabkommen USA-EU bietet große Chancen

Die wirtschaftlichen Dimensionen des geplanten transatlantischen Freihandelsabkommens ( Transatlantic Trade and Investment Partnership, TTIP) zwischen den USA und der Europäischen Union sind eindrucksvoll. Die transatlantische Bevölkerung umfasst rund 10 Prozent der Weltbevölkerung und erwirtschaftet die Hälfte des weltweiten Bruttoinlandsprodukts. Die Regionen EU und USA stehen für nahezu ein Drittel (30 Prozent) des Welthandels und über 40 Prozent der weltweiten Kaufkraft. Die transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen sind die mit Abstand größten und stärksten der Welt. Sie sind so stark trotz der immer noch bestehenden Handelshemmnisse. Das heißt: Das Potenzial einer transatlantischen Partnerschaft ist enorm.

Die Verhandlungen sind sehr komplex und bergen viele Herausforderungen in sich. Neben der Zollbelastung würden vor allem die Harmonisierung und gegenseitige Anerkennung von Standards, Normen und Regularien nach der Leitlinie „approved once, accepted everywhere“ große Kosteneinsparungen für den Automobilsektor bedeuten. Wichtig für einen erfolgreichen Abschluss ist, dass wir das aktuelle Momentum nutzen und die Arbeit vorantreiben, damit 2015 ein Abkommen zustande kommt, das Konkretes vorzuweisen hat. Das Abkommen wird für unsere Industrie und deren Beschäftigte erheblichen Schub bringen.

Ich fasse zusammen:

-  Das Jahr 2013 brachte für die deutschen Hersteller mit 1,33 Mio. Light Vehicles einen neuen Absatzrekord auf dem US-Markt.
-  Wir haben damit innerhalb weniger Jahre unseren Absatz um 75 Prozent gesteigert und sind damit deutlich schneller gewachsen als der Gesamtmarkt.
-  Gleichzeitig haben wir die Produktion an unseren US-Standorten mehr als verdoppelt – auf 625.000 Einheiten.
-  Hiervon werden über 40 Prozent in den USA abgesetzt.
-  Je ein Viertel geht nach Europa oder Asien.
-  Für den Standort Deutschland ist der US-Markt strategisch wichtig:
Jedes zweite Auto, das wir in den USA verkaufen, stammt vom Produktionsstandort Deutschland.
-  Gemessen am Exportwert, sind die USA für uns klar die Nummer 1.
-  Bei Fahrzeugen mit alternativen Antrieben – Hybrid und Elektro – haben wir erfreulich hohe Zuwachsraten.
-  Und wir verfolgen auch weiterhin unsere klare Diesel-Strategie.
-  Der US-Markt bleibt auch 2014 auf Wachstumskurs.
-  Die deutschen Hersteller und Zulieferer werden diese Dynamik mitgehen.

Ich danke Ihnen.
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