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Wissmann: Automobillogistik spielt in der Champions-League

Frankfurt/Berlin, 04. Februar 2014

Forum Automobillogistik von VDA und BVL in Frankfurt am Main

„Die Automobillogistik spielt in der Champions-League der Logistik. Durch eine perfekte Steuerung der Materialflüsse sorgen die Logistiker dafür, dass die Produktion rund um den Globus reibungslos laufen kann“, sagteMatthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), auf dem Forum Automobillogistik in Frankfurt am Main. Wissmann weiter: „Das Automobiljahr 2013 war, global betrachtet, erfreulich. Wir haben, trotz eines schwachen europäischen Marktes, gut 5,4 Millionen Pkw in Deutschland produziert, weitere 8,7 Millionen Autos wurden von unseren Herstellern im Ausland gefertigt. Die Logistik hatte einen maßgeblichen Anteil an diesem Erfolg.“ Der VDA-Präsident betonte weiter: „Deutschland ist Exportland und damit auch Logistikland. Die Logistik gehört zu den großen, wichtigen Wirtschaftszweigen unseres Landes. Die 2,8 Millionen Beschäftigten erwirtschaften jährlich 225 Milliarden Euro Umsatz – Tendenz steigend.“

Die Automobillogistik stehe Tag für Tag vor neuen Herausforderungen. Dabei verschiebe sich jedoch zunehmend der Schwerpunkt. „Bisher wurde viel über die ‚Feuerwehrrolle‘ der Logistiker gesprochen“, so Wissmann. „Sie mussten Lösungen für alle denkbaren Probleme finden – vom Vulkanstaub bis zum Streik. Zukünftig werden die Logistiker immer mehr in die Rolle des Steuermannes hineinwachsen. Denn wir stehen am Beginn einer neuen, der vierten, industriellen Revolution – auch als Industrie 4.0 bekannt.“ Künftig werde die Informationstechnologie mit realen Entwicklungs-, Fertigungs- und Logistikprozessen kombiniert. Dazu werden Softwarebausteine in die Industrieprodukte eingearbeitet. Das so gewissermaßen „intelligent“ gewordene Produkt „sagt selbst“, wie es bearbeitet werden will und wohin es versendet wird. Wissmann betonte: „Das Produkt wird damit zur Informationsquelle. Die Automobilindustrie gehört zu den Schrittmachern dieser Entwicklung.“

Wissmann ging bei seiner Rede auch auf die Aufgaben der Logistiker an den Standorten im Ausland ein: „In China wurden im vergangenen Jahr 16,3 Millionen Autos verkauft, 23 Prozent mehr als im Vorjahr. Die deutschen Hersteller haben dort einen Marktanteil von über 20 Prozent. Daher müssen sich unsere Unternehmen verstärkt auf die Bedingungen vor Ort einlassen – und die sind nicht leicht. Gerade im Bereich Logistik fehlen in China derzeit noch Standards wie wir sie in Europa gewohnt sind.“

Der VDA-Präsident betonte außerdem die Bedeutung offener Märkte für die exportorientierte deutsche Automobilindustrie: „Drei von vier in Deutschland produzierten Autos werden exportiert. Auch deshalb sehen wir mit Sorge die zunehmenden protektionistischen Maßnahmen, die in zahlreichen Ländern ergriffen werden.“ Eine aktuelle Untersuchung der EU-Kommission liste rund 150 neue Handelsbeschränkungen auf, die im Jahr 2012 eingeführt wurden. Lediglich 18 bestehende Maßnahmen wurden aufgehoben. Seit 2008, dem Beginn der Erfassung, wurden fast 700 neue Maßnahmen ermittelt. Von neuen Einfuhrzöllen und Beschränkungen sei meist die Automobilindustrie betroffen. „Wir setzen uns mit Nachdruck für einen fairen Marktzugang ein. Dazu gehört auch der Abbau von tarifären und nicht-tarifären Handelshemmnissen“, unterstrich Wissmann.

Wissmann begrüßte die Weichenstellung des Koalitionsvertrages für mehr Investitionen in die Infrastruktur. Die neue Bundesregierung habe den Bedarf an zusätzlichen Mitteln für die Infrastruktursanierung erkannt. Wissmann betonte: „Es ist gut, dass die große Koalition in dieser Legislaturperiode insgesamt 5 Milliarden Euro zusätzlich in die Verkehrsinfrastruktur investiert. Das ist – auch wenn der Bedarf mehr als dreimal so hoch ist – ein wichtiger Schritt.“ Wissmann warnte jedoch vor einer zu starken Belastung des deutschen Transportgewerbes. Von einer Ausweitung der Lkw-Maut wären weit überwiegend deutsche Logistikunternehmen betroffen. Der VDA-Präsident unterstrich: „Mobilität und Transport müssen für Wirtschaft und Verbraucher bezahlbar bleiben.“

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