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Wissmann: Klare Verhältnisse bei Ladestecker geben Schub für E-Autos

Berlin, 01. April 2014

EU einigt sich auf europaweit einheitlichen Stecker-Standard für Ladeinfrastruktur

Der Verkehrsausschuss des Europäischen Parlaments hat heute einem Richtlinienentwurf zugestimmt, mit dem europaweit ein einheitlicher Stecker für die Ladeinfrastruktur für Elektroautos festgelegt wird. Dazu sagte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA): „Diese Entscheidung schafft endlich klare Verhältnisse, welcher Stecker in Europa künftig Standard sein wird. Damit entsteht für Kunden und Hersteller Planungssicherheit. Der gerade auch von der Politik gewünschte Markthochlauf der Elektromobilität bekommt dadurch zusätzlichen Schub“.

E-Auto-Ladestationen müssen in Europa künftig für einen einheitlichen Stecker („Typ2“) geeignet sein. Wissmann betonte: „Damit setzt Brüssel ein eindeutiges Signal: Typ2 wird künftig in der EU der Stecker sein, mit dem überall geladen werden kann. Die Fahrer von E-Autos bekommen damit die Sicherheit, dass sie überall in Europa an Ladestationen Strom tanken können. Unternehmen und Institutionen, die die Ladeinfrastruktur aufbauen wollen, wissen nun, auf welche Technik sie setzen können. Kurz: Wir haben nun endlich einen Stecker für Europa.“

Die EU-Kommission hatte in ihrem ursprünglichen Entwurf auch Ziele für den Ausbau der Ladeinfrastruktur in den einzelnen Ländern vorgeschlagen. Diese konkreten Vorgaben wurden jedoch von den EU-Mitgliedsstaaten nicht mitgetragen. Wissmann: „Die deutsche Automobilindustrie bedauert dies. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur ist ein wichtiger und wirksamer Hebel für den Markthochlauf. Die Einrichtung öffentlicher Ladestationen sollte mit Nachdruck vorangetrieben werden. Daher wären konkrete Verpflichtungen der Mitgliedstaaten zielführend gewesen. Nachdem jetzt die E-Autos zu kaufen sind – allein die deutschen Hersteller bringen bis Ende dieses Jahres 16 E-Autos auf die Straße –, brauchen die Fahrer von Elektroautos zahlreiche, leicht zugängliche und benutzbare Ladesäulen.“

Das System, das nun Standard wird, ist das von der Automobilindustrie entwickelte Combined Charging System (CCS). Das System umfasst einen Typ2-Stecker für Wechselstromladen, einen Combo2-DC-Stecker für Gleichstromladen, die entsprechende Anschlussdose und die notwendige Steuerung des Ladeprozesses und der Abrechnung. Mit dem Typ2-Stecker können alle E-Fahrzeuge europaweit mit Wechselstrom geladen werden. Schnellladung erfolgt mit dem Combo2-DC-Stecker. Dabei handelt es sich um einen Typ2-Stecker, der zusätzlich mit zwei Gleichstrom-Pins ausgestattet ist. Fahrzeugseitig reicht dem Kunden eine einzige Anschlussdose, die beide Stecker aufnehmen kann. Wissmann betonte: „Mit CCS ist nun ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer einheitlichen Ladeinfrastruktur in Europa gemacht. Durch die genormten Stecker wird das elektrische Fahren auch über Ländergrenzen hinweg einfach, praktikabel und sicher.“

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