Pressemeldungen

Wissmann: Autojahr 2014 mit Wachstum bei Produktion, Export und Beschäftigung

Berlin, 02. Juli 2014

Westeuropa dreht ins Plus – Markthochlauf bei Elektromobilität

Statement von Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobil-industrie (VDA), anlässlich der VDA-Halbjahres-Pressekonferenz am Mittwoch, 02.07.2014, in Berlin

Meine Damen und Herren,

ich begrüße Sie sehr herzlich zu unserer Halbjahres-Pressekonferenz und freue mich, dass Sie unserer Einladung so zahlreich gefolgt sind. Die Bilanz, die ich Ihnen heute vorlegen kann, ist besser, als wir Anfang des Jahres erwartet hatten. Der Pkw-Weltmarkt wird im Gesamtjahr 2014 um rund 4 Prozent auf 75,9 Mio. Einheiten zulegen. Die großen Märkte USA und China sind auf Wachstumskurs, auch Westeuropa dreht wieder ins Plus. Besonders erfreulich: Der starke Export befeuert die Inlandsproduktion, die in diesem Jahr um 4 Prozent auf 5,65 Mio. Einheiten steigen wird. Damit einher geht ein Anstieg der Beschäftigung.

USA und China weiter auf Wachstumskurs

Zu den Märkten im Einzelnen: Der chinesische Pkw-Markt wird 2014 nach unserer jetzigen Prognose um 15 Prozent auf gut 18,7 Mio. Neuwagen zulegen. Wie rasant sich dieser Markt entwickelt, wird im Zwei-Jahres-Vergleich deutlich: Gegenüber 2012 wird das Volumen in diesem Jahr um gut 5 Mio. Pkw höher liegen. In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres verzeichnete der Pkw-Absatz in China ein Plus von ebenfalls 15 Prozent auf 7,4 Mio. Neuwagen. Für den Light-Vehicle-Markt (Pkw und Light Trucks) in den USA erwarten wir im Gesamtjahr 2014 einen Anstieg von 4 Prozent auf 16,1 Mio. Fahrzeuge. Bis Juni erhöhte sich der Light-Vehicle-Absatz um gut 4 Prozent auf 8,1 Mio. Einheiten.

Westeuropa legt erstmals wieder zu

Der westeuropäische Pkw-Markt wird in diesem Jahr – nach vier rückläufigen Jahren – erstmals wieder zulegen und die 12-Millionen-Marke leicht überschreiten. Das entspricht einem Wachstum von 4 Prozent. In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres stieg die Pkw-Nachfrage in Westeuropa um fast 6 Prozent auf 5,2 Mio. Neufahrzeuge.

Der bisherige Jahresverlauf (Januar bis Mai) zeigt, dass die Erholung des westeuropäischen Pkw-Marktes deutlich vorankommt: Frankreich und Italien sind im Plus (jeweils plus 3 Prozent), in Spanien erhöhte sich der Pkw-Absatz sogar um gut 16 Prozent. Allerdings ist hierbei die dortige Abwrackprämie zu berücksichtigen. In den Krisenländern Griechenland (+19 Prozent), Portugal (+42 Prozent) und Irland (+24 Prozent) stieg die Pkw-Nachfrage seit Januar jeweils zweistellig. Der starke Wachstumstrend in Großbritannien hält weiter an, bis Mai war ein Zuwachs von knapp 12 Prozent zu verzeichnen.

Viel Freude macht die Entwicklung in den neuen EU-Ländern: Alle Märkte, mit Ausnahme von Estland und Slowenien, lagen im bisherigen Jahresverlauf zweistellig im Plus. Im Gesamtjahr 2014 erwarten wir in den neuen EU-Ländern ein Wachstum von 12 Prozent auf 872.000 Einheiten.

Weltweit betrachtet darf allerdings nicht übersehen werden, dass es in einigen Regionen und Ländern im Gesamtjahr 2014 Rückgänge geben wird. Das betrifft den Mercosur (-8 Prozent), Indien (-2 Prozent), die Türkei (-19 Prozent) und Russland (-9 Prozent).

Dennoch – insgesamt wird 2014 ein Jahr des automobilen Wachstums.

Deutscher Pkw-Markt noch verhalten

Damit komme ich zum deutschen Markt. Der Pkw-Inlandsmarkt ist im ersten Halbjahr auf dem erwarteten Kurs. Bis Juni lagen die Pkw-Neuzulassungen mit 1,5 Mio. Einheiten um gut 2 Prozent über dem Vorjahreswert. Der inländische Auftragseingang ist in den ersten sechs Monaten um 5 Prozent höher als im Vorjahr. Das Wachstum kam vor allem von den Firmenwagen, deren Neuzulassungen bis Mai um gut 8 Prozent zulegten. Das Privatkundengeschäft hingegen stieg nur leicht um 1 Prozent. Da gesamtwirtschaftlich die Konsumausgaben steigen (im 1. Quartal 2014 um 1,1 Prozent), gehen wir davon aus, dass wir im zweiten Halbjahr auch im Privatkundengeschäft wieder mehr Belebung sehen können.

Wir rechnen für das Gesamtjahr unverändert mit einem Volumen von rund 3 Mio. Pkw-Neuzulassungen.

Wachstum bei Produktion, Export und Inlandsbeschäftigung

Ich hatte bereits früher darauf hingewiesen: Sobald sich der westeuropäische Markt erholt, werden die deutschen Automobilhersteller davon besonders profitieren. Denn jedes zweite Auto, das in Westeuropa neu zugelassen wird, ist eine deutsche Konzernmarke. Die Wachstumslokomotive für unseren Export ist derzeit die EU, im bisherigen Jahresverlauf (bis Mai) stieg die Pkw-Ausfuhr in die Länder der Europäischen Union um 16 Prozent. Gut jedes zweite Auto (53 Prozent), das wir aus Deutschland exportieren, geht in die EU-Länder. Auch der Export nach Asien erhöhte sich um knapp 16 Prozent, während die Ausfuhr in die USA lediglich um 2 Prozent zulegen konnte.

Insgesamt ist der Export aus Deutschland im ersten Halbjahr um 7 Prozent auf 2,2 Mio. Einheiten gestiegen. Wir haben daher unsere Exportprognose für das Gesamtjahr von bisher 2 Prozent auf 5 Prozent erhöht und erwarten nun ein Ausfuhrvolumen von 4,4 Mio. Einheiten. Wir haben dabei bereits berücksichtigt, dass die Zuwächse im zweiten Halbjahr etwas geringer ausfallen werden. Denn der Aufschwung hatte bereits im zweiten Halbjahr des Vorjahres eingesetzt.

Der starke Export wirkt sich positiv auf die Inlandsproduktion aus, die bis Juni um 6 Prozent zulegte. Im Gesamtjahr wird die Inlandsfertigung – wie erwähnt – um 4 Prozent auf 5,65 Mio. Einheiten steigen. Wir haben damit unsere bisherige Prognose um 2 Prozentpunkte angehoben.

Die Exportquote, also der Anteil des Exports an der Inlandsproduktion, ist im ersten Halbjahr auf nunmehr 77 Prozent gestiegen. Das spricht für die Leistungsfähigkeit unserer Industrie. Der Produktionsanstieg hat auch zu einer höheren Beschäftigung geführt: Im April waren in den Stammbelegschaften der deutschen Automobilindustrie 766.800 Mitarbeiter beschäftigt, das sind 16.200 mehr als im Vorjahresmonat. Besonders bei den Automobilherstellern wuchs die Stammbelegschaft, aber auch bei Zulieferern sowie den Herstellern von Anhängern und Aufbauten gab es ein leichtes Plus.

Die Pkw-Auslandsfertigung wird im Gesamtjahr um 5 Prozent auf 9,15 Mio. Einheiten steigen. Im bisherigen Jahresverlauf ist sie vor allem an den europäischen und asiatischen Standorten deutlich erhöht worden. Die „Zwei-Säulen-Strategie“ unserer Unternehmen – Export aus starker Inlandsfertigung sowie Ausbau der Fertigung vor Ort im Ausland – hat sich erneut als erfolgreich erwiesen.

Sollte das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA (TTIP) Realität werden, bringt das enorme Vorteile für die Unternehmen und ihre Beschäftigten, vor allem aber für die Verbraucher insgesamt.

Allerdings – und darauf weise ich besonders hin – darf die aktuell gute Lage keinesfalls als „sanftes Ruhekissen“ missverstanden werden. Wir sehen an mehreren Stellen Risiken, die auf den Produktions- und Exportstandort Deutschland zukommen: Da sind die dramatisch gestiegenen Energiekosten und die zusätzliche Belastung der Eigenstromerzeugung, da sind die Rentenbeschlüsse – alles Maßnahmen, die den Standort Deutschland nicht stärken. Wir brauchen auch künftig flexible Arbeitsmarktinstrumente, um auf Marktschwankungen elastisch reagieren zu können. Und unser Export hängt auch davon ab, dass sich der westeuropäische Markt nachhaltig nach oben entwickelt. Die Erholung in wichtigen Ländern in Westeuropa – Frankreich und Italien zum Beispiel – erfolgt durchaus noch „holprig“.

Nutzfahrzeugmärkte legen deutlich zu

Über die Nutzfahrzeugmärkte haben wir vergangene Woche im Rahmen des Presseworkshops in Frankfurt umfassend informiert. Daher fasse ich heute die wesentlichen Punkte zusammen: Die konjunkturelle Entwicklung auf wichtigen Nutzfahrzeugmärkten gibt uns Rückenwind für die 65. IAA Nutzfahrzeuge, die am 25. September in Hannover beginnt. Westeuropa ist bei schweren Nutzfahrzeugen bis Mai um 2 Prozent gewachsen, der US-Markt hat bis Mai zweistellig zugelegt, China um 4 Prozent.

Auch in Deutschland ist der bisherige Jahresverlauf sehr erfreulich: Im ersten Halbjahr wurden 41.200 schwere Nutzfahrzeuge (über 6 t) neu zugelassen, das sind 11 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Dieses zweistellige Wachstum darf allerdings nicht auf das Gesamtjahr hochgerechnet werden, da Anfang Januar die Euro-VI-Norm verbindlich wurde – mit Vorzieheffekten bis in die ersten Monate dieses Jahres hinein. Für das Gesamtjahr 2014 erwarten wir bei schweren Nutzfahrzeugen ein leichtes Plus von 1 Prozent auf 81.000 Einheiten. Bei leichten Nutzfahrzeugen (bis 6 t) wurden bis Juni 7 Prozent mehr Einheiten abgesetzt. Für das Gesamtjahr erwarten wir ein Wachstum von 4 Prozent auf 228.000 Neufahrzeuge. Insgesamt sind das gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche IAA Nutzfahrzeuge. Übrigens: Wir haben unseren IAA-Internetauftritt (www.iaa.de) neu gestaltet, die Online-Akkreditierung erfolgt ab dem 14. Juli.

Markt für Elektromobilität nimmt Fahrt auf

Kein anderes automobiles Thema hat die öffentliche Diskussion in den vergangenen Monaten so beherrscht wie die Elektromobilität. Wir stehen in der Tat an einer neuen Wegmarke: Die Elektromobilität ist markttauglich. Noch ist dieser junge Markt klein, allerdings nimmt er immer stärker Fahrt auf. Die Wachstumsraten in wichtigen Ländern zeigen das deutlich. In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres legten die Verkäufe von Elektrofahrzeugen im Inland um über 90 Prozent zu. Wir rechnen damit, dass sich diese Entwicklung fortsetzt. Aller Voraussicht nach werden 2014 erstmals mehr als 10.000 elektrisch angetriebene Fahrzeuge (BEV, PHEV) in Deutschland neu zugelassen.

Bei Anbieter-Nationen auf der Pole Position

Internationale Bewertungen zeigen: Die deutsche Automobilindustrie steht unter den Anbieternationen für Elektroautos auf der Pole Position. Inzwischen haben wir viele unserer Wettbewerber beim Langstreckenrennen um die Elektromobilität überholt: In keinem anderen Land der Welt haben die Kunden eine größere Auswahl an neuen Elektromodellen. Bis Ende des laufenden Jahres bringen allein die deutschen Hersteller 16 Serienmodelle mit Elektroantrieb auf den Markt. 2015 kommen weitere 13 neue Modelle hinzu. Zudem haben wir nicht nur hochinnovative Hersteller, sondern auch eine starke Zuliefererindustrie. Ich nenne hier nur beispielshaft Bosch, Continental oder ZF Friedrichshafen. Aber auch die vielen mittelständischen Unternehmen, oft familiengeführt, verschaffen uns einen erheblichen Wettbewerbsvorsprung. Zudem hat Deutschland noch einen entscheidenden Vorteil: Es ist weltweit das einzige Land, das die gesamte industrielle Wertschöpfungskette beheimatet. Ob Chemie- oder Elektroindustrie, ob Maschinenbau oder Automobilindustrie: Branchenübergreifend sind etliche Weltmarktführer in Deutschland zuhause.

Wir sind davon überzeugt: Elektromobilität wird sich durchsetzen. Gerade in Regionen, in denen die zu fahrenden Strecken kurz sind, hat der elektrische Antrieb enormes Potenzial und kann einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz und zur Emissionsreduktion leisten. Wie bei den klassischen Antrieben werden wir auch beim Elektro-Auto eine Ausdifferenzierung erleben. Je nach Nutzungszweck kann ein batterieelektrisches Fahrzeug, ein Plug-in-Hybrid oder Range-Extender die passende Wahl sein. Für manchen Nutzer rechnen sich Elektroautos schon heute. Das zeigen Untersuchungen des Fraunhofer-Instituts. Wer zum Beispiel täglich aus einem Vorort in die Stadt zur Arbeit pendelt, kann mit einem Elektroauto erheblich Spritkosten sparen. Auch für gewerbliche Nutzer – wie Kurier- oder Pflegedienste, die immer wieder dieselben Strecken fahren und eine jährliche Laufleistung im mittleren Bereich haben –  lohnt sich ein E-Auto.

Politik muss notwendige Rahmenbedingungen setzen

Als neues Technologiefeld ist die Elektromobilität international besonders hart umkämpft. Ich bin davon überzeugt: Deutschland hat gute Chancen, bei der Elektromobilität vorneweg zu fahren. Das Ziel der weltweiten Leitanbieterschaft ist bereits in greifbare Nähe gerückt: Die deutschen Automobilhersteller gehören zu den führenden Produzenten von Elektromodellen. Allerdings hinken wir auf dem Weg zum Leitmarkt Deutschland im internationalen Vergleich noch hinterher. Hier müssen noch die richtigen Rahmenbedingungen gesetzt werden.

Deshalb ist es richtig, dass der Verkehrsminister zeitnah ein erstes Elektromobilitäts-Gesetz auf den Weg bringen will, das für eine eindeutige Kennzeichnung von Elektrofahrzeugen (Batterie, Plug-In, Range-Extender) sorgt und bundesweite Sonderrechte für Elektrofahrzeuge, zum Beispiel die Öffnung von Busspuren oder bevorzugte Parkräume, einführt. Das ist ein richtiger Schritt, weitere müssen rasch folgen. Die Forschungs- und Entwicklungsprojekte sollten fortgeführt und ihre Finanzierung in bisheriger Höhe beibehalten werden. Zudem muss das Ladesäulennetz dichter werden. Nachdem die E-Autos jetzt auf der Straße sind, brauchen wir leicht zugängliche und leicht nutzbare Ladesäulen. Einen einheitlichen Stecker zum Stromtanken gibt es ja schon.

Damit Deutschland nicht nur Leitanbieter, sondern auch Leitmarkt für Elektromobilität werden kann, sollte die Bundesregierung schnell und entschlossen auch auf der Beschaffungsseite Impulse setzen. Die Nationale Plattform Elektromobilität spricht sich dafür aus, besonders den Firmenwagenmarkt in den Blick zu nehmen, weil hier zuerst Verkaufszuwächse zu erwarten sind. Ein Anreiz für Unternehmen, Elektroautos anzuschaffen, wäre die Verbesserung der Abschreibungsbedingungen. Auf diese Weise kann die Politik den Absatz von Elektroautos wirkungsvoll fördern. Auf mittlere Sicht wäre das für den Finanzminister sogar nicht einmal mit Ausfällen verbunden. Zudem sollten Bund, Länder und Kommunen bei der Erneuerung ihrer Fuhrparks mit gutem Beispiel vorangehen.

Es geht darum, Wertschöpfung in Deutschland zu halten und auszubauen – gerade auch bei der Elektromobilität. Innovationen sind der Schlüssel für die nachhaltige Gestaltung der Mobilität von morgen – aber auch für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands.

Ich fasse zusammen. Sie sehen anhand der Zahlen, die deutsche Automobilindustrie ist in guter Verfassung. Produktion, Export und Beschäftigung steigen, wir investieren weltweit 27,5 Mrd. Euro in Forschung und Entwicklung. Im internationalen Vergleich ist die deutsche Automobilindustrie Innovationsführer. Es gibt wenige Industrien, die den Takt angeben – unsere gehört dazu.

Klar ist aber auch, dass es kein Abonnement für diesen Erfolg gibt. Der Vergleich mit der Fußball-Weltmeisterschaft passt durchaus: Die nächsten Herausforderungen stehen an, wir können uns nicht auf dem bisher Erreichten ausruhen. Der internationale Wettbewerb nimmt an Schärfe zu. Daher sind für unsere Unternehmen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen in Deutschland und Europa von entscheidender Bedeutung.

Ich halte es für dringend erforderlich, dass die neue EU-Kommission und das neu gewählte Europäische Parlament gerade bei der Industriepolitik eine deutliche Kursänderung vornehmen, um Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung in Europa zu steigern. Wir brauchen gerade in der EU eine bessere Balance zwischen Industrie-, Umwelt- und Sozialpolitik. Ich hoffe, dass die EU aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat. Die Regulierungen, die von Brüssel aus vorgegeben werden, sollten Innovationen nicht strangulieren, sondern stimulieren.

Auch deshalb ist es mir ein besonderes Anliegen, die Bundesregierung in einem Punkt nachhaltig zu unterstützen: Trotz mancher fragwürdiger Töne aus London sollte alles getan werden, um Großbritannien auch weiterhin an Bord des großen europäischen „Schiffes“ zu halten. Großbritannien ist wichtig für die Architektur Europas – und es ist wichtig für den wirtschaftspolitischen Kurs dieses Kontinents. Das Vereinigte Königreich steht für den Freihandel und für eine klare Marktorientierung – und bildet damit ein gesundes Gegengewicht gegen staatlichen Dirigismus und eine durchaus verbreitete innereuropäische Umverteilungsphilosophie, die nicht selten in südeuropäischen Ländern anzutreffen ist.

Der Gedanke des Freihandels und der Marktwirtschaft war bislang in Brüssel nicht so stark ausgeprägt, wie wir es für erforderlich halten. Mit Großbritannien haben wir hier einen wichtigen Verbündeten.

Europa teilt mit den Vereinigten Staaten von Amerika auch gemeinsame Werte. Deshalb ist das geplante Freihandelsabkommen (TTIP) zwischen der EU und den USA so wichtig. Angesichts des zunehmenden Gewichts des asiatischen Wirtschaftsraumes haben wir nur noch ein kleines Zeitfenster, um in einem transatlantischen Freihandelsabkommen Normen und Standards zu setzen, die dann irgendwann auch weltweit gelten können. Von einem Rückfall in Protektionismus – und dafür gibt es viele Bespiele auf der Welt – würde vor allem Deutschland als Exportnation schmerzhaft betroffen sein. Das gilt es zu verhindern.

Ich danke Ihnen.

 

  Juni 2014 Januar - Juni 2014
Personenkraftwagen *) Anzahl ±% Vorjahr Anzahl ±% Vorjahr
Neuzulassungen 277.600 -2 1.538.300 2
davon
dt. Marken inkl. Konzernmarken 198.300 -3 1.105.200 2
ausl. Marken 79.300 2 433.100 2
Export 343.000 -4 2.240.300 7
Produktion 454.800 -4 2.909.600 6
*) z.T. vorläufig
Nach oben springen