Pressemeldungen

Westeuropa legte im ersten Halbjahr um 5 Prozent zu

Berlin, 17. Juli 2014

Deutliches Plus in den neuen EU-Ländern und China – Russland schwach

Die wichtigen Pkw-Märkte zeigten sich auch im Juni in überwiegend guter Verfassung. In China (+14 Prozent) legte der Absatz zweistellig zu, Westeuropa (+4 Prozent) und die USA (+1 Prozent) verbuchten ebenfalls Zuwächse. Der indische Pkw-Markt verzeichnete im zweiten Monat in Folge eine positive Wachstumsrate, in Brasilien und Russland hingegen lagen die Märkte deutlich unter Vorjahresniveau.

In Westeuropa legten die Pkw-Neuzulassungen im Juni um knapp 4 Prozent auf 1,15 Mio. Einheiten zu. Das war der zehnte Wachstumsmonat in Folge. Die Dynamik in Großbritannien setzte sich mit einem Zuwachs von gut 6 Prozent weiter fort. In Frankreich stieg die Pkw-Nachfrage um knapp 3 Prozent. In Italien erhöhten sich die Neuzulassungen um rund 4 Prozent. Der spanische Pkw-Markt legte mit einem Plus von 24 Prozent erneut zweistellig zu. Die Pkw-Neuzulassungen in Deutschland gingen um 2 Prozent zurück.

Positiv entwickelte sich im Juni die Pkw-Konjunktur auf den kleineren westeuropäischen Märkten. In Griechenland (+41 Prozent), Island (+27 Prozent), Schweden (+26 Prozent) und Portugal (+24 Prozent) wuchsen die Pkw-Neuzulassungen deutlich zweistellig. Ebenfalls über Vorjahr lagen die Pkw-Märkte in Norwegen (+5 Prozent), Finnland (+4 Prozent), Luxemburg (+2 Prozent) und Irland (+1 Prozent).

Im ersten Halbjahr erhöhte sich die Pkw-Nachfrage in Westeuropa um gut 5 Prozent auf 6,4 Mio. Neufahrzeuge. Alle großen Automobilländer lagen im Plus: Deutschland (+2 Prozent), Frankreich (+3 Prozent), Italien (+3 Prozent), Spanien (+18 Prozent), Großbritannien (+11 Prozent.). Auch auf den kleineren Märkten in Westeuropa brummte die Pkw-Konjunktur im ersten Halbjahr: Portugal (+38 Prozent), Griechenland und Irland mit je plus 23 Prozent, und Schweden (+18 Prozent) wiesen ein dynamisches Wachstum auf. Bis auf Österreich (-3 Prozent), die Schweiz (-4 Prozent), Belgien (-1 Prozent) und die Niederlande (-5 Prozent) verzeichneten alle anderen westeuropäischen Länder bis Juni ein Plus.

In den neuen EU-Ländern verbuchten die Pkw-Neuzulassungen im Juni ein Plus von knapp 14 Prozent auf 79.600 Neuwagen. Zweistellige Zuwachsraten wurden in Rumänien (+75 Prozent), Tschechien (+26 Prozent), Ungarn (+25 Prozent), Zypern (+20 Prozent), der Slowakei (+17 Prozent), Lettland (+13 Prozent) und Estland (+12 Prozent) erreicht. Bis auf Slowenien (-17 Prozent) wiesen alle neuen EU-Länder im Juni höhere Absatzzahlen als im Vorjahresmonat auf. Im ersten Halbjahr erhöhte sich in den neuen EU-Ländern die Nachfrage um gut 17 Prozent auf 457.800 Einheiten, keines dieser Länder lag im Minus.

Der US-Markt für Light Vehicles (Pkw und Light Trucks) legte im Juni um gut 1 Prozent auf 1,41 Mio. Neufahrzeuge zu. Das geringere Wachstum erklärt sich durch die Tatsache, dass der Juni zwei Verkaufstage weniger aufwies als der Vorjahresmonat. Die konjunkturellen Rahmenbedingungen sind weiterhin positiv. Das Konsumentenvertrauen lag im Juni so hoch wie seit sechseinhalb Jahren nicht mehr. Während die Pkw-Verkäufe im Juni um knapp 1 Prozent auf 684.100 Einheiten leicht rückläufig waren, stieg die Nachfrage nach Light-Trucks um 3 Prozent auf 730.300 Einheiten. Im ersten Halbjahr erreichte das Pkw-Segment in den USA das Vorjahresniveau (3,9 Mio. Einheiten). Die Light-Truck-Verkäufe hingegen stiegen bis Juni um gut 8 Prozent auf 4,2 Mio. Neufahrzeuge. Insgesamt erhöhte sich das Marktvolumen von Light-Vehicles in den USA im ersten Halbjahr um gut 4 Prozent auf 8,1 Mio. Einheiten.

China ist weiterhin mit hoher Drehzahl unterwegs. Insgesamt wurden im Juni rund 1,4 Mio. Neuwagen verkauft, knapp 14 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Im ersten Halbjahr 2014 wurde das Vorjahresergebnis um gut 14 Prozent übertroffen, der Markt erreichte ein Volumen von knapp 8,9 Mio. Einheiten. Der chinesische Markt ist damit um rund 40 Prozent größer als der westeuropäische.

In Japan erreichten die Pkw-Neuzulassungen im Juni mit 379.200 Einheiten das Vorjahresniveau. Im ersten Halbjahr stieg die Pkw-Nachfrage um 11 Prozent auf rund 2,6 Mio. Einheiten, da die Nachfrage in den ersten Monaten des Jahres sehr stark war.

In Indien konnten die Pkw-Verkäufe zum zweiten Mal in Folge zulegen: Mit 218.800 abgesetzten Fahrzeugen wuchs der Markt im Juni um gut 11 Prozent. Diese hohe Wachstumsrate ist – neben einer deutlichen Verbesserung des Konsumentenvertrauens – vor allem auch steuerlich bedingt: Ursprünglich hätte die im Februar in Kraft getretene Reduzierung der Verbrauchssteuer Ende Juni auslaufen sollen. Das führte zu vorgezogenen Käufen. Die Regierung gab nun, Anfang Juli, überraschend bekannt, dass die Steuererleichterung weiterhin gelten soll. Von Januar bis Juni sank der Fahrzeugabsatz um gut 3 Prozent auf 1,3 Mio. Einheiten.

Russland hingegen befindet sich weiterhin im Rückwärtsgang. Der dortige Light-Vehicle-Markt schrumpfte im Juni um 17 Prozent auf 199.400 Neuwagen. In den ersten sechs Monaten gingen die Light-Vehicle-Verkäufe auf gut 1,2 Mio. Einheiten zurück, ein Minus von knapp 8 Prozent.

In Brasilien kühlte sich der Light-Vehicle-Markt im Juni deutlich ab. Das Neuzulassungsvolumen verringerte sich um gut 17 Prozent auf 251.000 Einheiten. Im bisherigen Jahresverlauf wurden knapp 1,6 Mio. Fahrzeuge neu angemeldet (-7 Prozent). Um den Marktrückgang zumindest etwas abzubremsen, hat die brasilianische Regierung jetzt die ursprünglich zum 1. Juli 2014 geplante Erhöhung der Industrieproduktsteuer (IPI) ausgesetzt.
 

 

Neuzulassungen/Verkäufe von Personenkraftwagen

  Juni 2014 Januar - Juni 2014
  Anzahl Veränderung 14/13 in % Anzahl Veränderung 14/13 in %
Europa (EU28+EFTA)* 1.230.400 4,3 6.851.600 6,2
Europäische Union (EU-28)* 1.189.100 4,5 6.623.000 6,5
Westeuropa (EU15+EFTA) 1.150.800 3,7 6.393.800 5,5
Neue EU-Länder (EU13)* 79.600 13,6 457.800 17,4
Russland** 199.400 -17,3 1.229.800 -7,6
USA** 1.414.400 1,1 8.123.400 4,2
Japan 379.200 0,1 2.566.500 11,0
Brasilien** 251.000 -17,2 1.584.900 -7,3
Indien 218.800 11,2 1.290.900 -3,2
China 1.446.700 13,7 8.857.600 14,5
* ohne Malta
** Light Vehicles
Nach oben springen