Pressemeldungen

Wissmann: IAA Nutzfahrzeuge – die Leitmesse der Entscheider

Hannover / Berlin, 02. Oktober 2014

Größte Mobilitätsmesse noch internationaler – 2.066 Aussteller aus 45 Ländern zeigten 322 Weltpremie

Statement von Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), anlässlich der IAA-Abschluss-Pressekonferenz am Donnerstag, 02.10.2014, 11.30 Uhr, Convention Center, Messe Hannover

Meine Damen und Herren,

ich begrüße Sie sehr herzlich zu unserer Abschluss-Pressekonferenz der 65. IAA Nutzfahrzeuge. Lassen Sie mich mit dem Fazit beginnen: Diese IAA hat ihr Motto „Zukunft bewegen“ ganz und gar eingelöst. Sie hat ihre Position als die weltweit wichtigste Leitmesse für Mobilität, Transport und Logistik demonstriert. Das lassen alle Aussteller erkennen. Die Aussteller haben eindrucksvoll gezeigt: Hier auf der IAA werden die Trends und Themen gesetzt! Nur hier präsentiert sich die gesamte Branche.

Hier, das wissen inzwischen alle professionell Beteiligten rund um das Nutzfahrzeug, treffen sich Kreativität und  Pioniergeist dieser Industrie aus aller Welt! Wir alle konnten auf dieser IAA die enorme Innovationskraft des Nutzfahrzeugs sehen und erleben: 322 Weltpremieren, 78 Europapremieren, 52 Deutschlandpremieren! 

Innovation und Internationalität – diese beiden Messe-Kennzeichen gehören auf dieser IAA untrennbar zusammen. Die Internationalität dieser Leitmesse hat noch einmal zugelegt: Die 1.216 internationalen Aussteller entsprechen einem Anteil von 59 Prozent an allen Ausstellern – ein neuer Höchstwert. Die Top-Ten-Liste der ausländischen Länderbeteiligungen wird wieder von China angeführt. Die Zahl der chinesischen Aussteller stieg um rund ein Drittel auf 200. Danach folgen Italien und die Türkei. Die internationale Medienpräsenz in Hannover sucht ihresgleichen.

Vernetzung, Effizienz und Flexibilität – diese drei Zukunftsthemen standen auf dieser IAA technisch im Mittelpunkt.

Vernetzung: Die faszinierende Dynamik, mit der die Vernetzung und Automatisierung gerade beim Nutzfahrzeug vorangetrieben werden, wurde hier auf der IAA in ihrem gesamten Umfang sichtbar.

Nur zwei Beispiele dazu: Erstmals wurde auf der „Innovationsbühne“ im Freigelände gezeigt, wie ein Fahrer seine Fahrerkabine verlässt und seinen 25 Meter langen Lkw von außen mit Hilfe eines Tablets mit einem Finger einfach fernsteuert und rückwärts an die Laderampe rangiert. Für Rangiermanöver musste also niemand mehr hinter dem Steuer sitzen. Die Aufgabe übernimmt ein Elektroantrieb.

Diese IAA richtete den Blick auch weit nach vorn – mit dem ersten automatisiert fahrenden Lkw der Welt. Es klingt wie Science Fiction: Der Lkw fährt, ohne dass der Fahrer eingreifen muss, sicher auf der Autobahn; er kommuniziert mit seiner Umgebung und sorgt für mehr Sicherheit auf den Straßen. Er braucht weniger Sprit und entlastet den Fahrer in monotonen Verkehrssituationen. Dahinter steht die intelligente Vernetzung aller bereits existierenden Sicherheitssysteme, ergänzt durch Kameras, Radarsensoren und Kommunikations-möglichkeiten zwischen Fahrzeugen und auch mit der Infrastruktur. Vieles spricht dafür, dass dies in zehn Jahren Realität auf unseren Straßen sein könnte.

Auch viele andere Aussteller – vor allem Zulieferer – widmeten sich der Vernetzung und Automatisierung. Welche Bedeutung die Unternehmen diesem Thema beimessen, demonstrierten sie auf dem carIT-Kongress vor zwei Tagen: Hochrangige Vertreter der Pkw-Hersteller Audi, BMW, Daimler, Ford und Opel kamen zur IAA, um mit IT-Experten und  Nutzfahrzeugvertretern über Connectivity zu diskutieren. Auto und Lkw – beide treiben diese Innovationen voran.

Effizienz: Hier auf der IAA haben Aussteller konkret skizziert, wie der Weg zu weiteren CO2-Einsparungen verlaufen wird: durch alternative Antriebe, Aerodynamik, Leichtbau, Fahrerschulung, bessere Infrastruktur und vor allem durch den Lang-Lkw. Dessen Potenzial hat auch Bundesverkehrsminister Dobrindt in seiner Eröffnungsrede betont. Der moderne Euro-VI-Lkw hat zudem so geringe Schadstoffemissionen, dass er völlig zu Recht als „Saubermann“ bezeichnet werden darf. Auch bei den vielen Transporter-Neuheiten überzeugten die CO2- und verbrauchseffizienten Antriebe.

Flexibilität: Neben den bekannten Vorteilen von schweren und leichten Nutzfahrzeugen beim Transport von Gütern ist hier vor allem der eindrucksvolle Erfolg des Fernbusses zu nennen: Vor vier Jahren haben wir hier in Hannover auf der IAA das Thema neu angestoßen. Nun nutzten in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres bereits mehr als 10 Mio. Fahrgäste diese Mobilitätsmöglichkeit, die es in der Breite erst seit Anfang 2013 gibt, und die ständig neue Verbindungen zwischen Städten aufbaut. Der Fernbus ist ein sicheres, kostengünstiges und nachhaltiges Verkehrsmittel im Fernverkehr. Es ist nicht übertrieben, davon zu sprechen, dass der Fernbus einen entscheidenden Beitrag zur Demokratisierung der Mobilität leistet.

Die IAA zeigt auf knapp 265.000 Quadratmetern Fläche die gesamte Wertschöpfungskette des Nutzfahrzeugs. Allein von den Zulieferern – sie stellen erneut die stärkste Ausstellergruppe – kommen 70 Prozent der Weltpremieren. Auch die Hersteller von Anhängern und Aufbauten und Bussen sind mit vielen Neuheiten vertreten.

Die Zahl der Aussteller ist um 9 Prozent auf 2.066 gestiegen. Die gesamte Welt des Nutzfahrzeugs ist vertreten – die Aussteller kommen aus 45 Ländern.

Mit wieder rund einer Viertelmillion Besuchern liegt diese 65. IAA Nutzfahrzeuge auf dem Durchschnittsniveau der beiden vergangenen IAA Nutzfahrzeuge. Noch mehr als in den Jahren zuvor schätzen sich unsere Aussteller ganz besonders glücklich von der hohen Qualität der Besucher und den dieses Mal noch intensiveren Kundengesprächen. Die IAA ist noch stärker eine professionelle Fachmesse der Entscheider geworden. Die Führungskräfte unserer Industrien wissen, die IAA Nutzfahrzeuge ist ein Muss für ihr Business. Das zeigen unsere repräsentativen Besucherbefragungen dieser Tage.

Unser strategisches Messekonzept ist damit sehr erfolgreich aufgegangen: Als die weltweit wichtigste Mobilitätsmesse erreicht die IAA ihre Zielgruppen wie keine andere Nutzfahrzeugmesse weltweit. Auch viele Abschlüsse werden direkt hier auf der Messe gemacht. Und die IAA ist die Plattform für erstklassige Kontakte und kompetente, hochkarätige Ansprechpartner der Nutzfahrzeugindustrie und ihrer Kunden.

Der Fachbesucheranteil beträgt 83 Prozent und bestätigt damit das sehr hohe Niveau (2012: 84 Prozent). Und: Sieben von zehn Fachbesuchern sind Entscheider. Was für die Aussteller gilt, trifft auch auf die Fachbesucher zu: Sie werden immer internationaler. Der Auslandsanteil bei den Fachbesuchern ist mit gut 26 Prozent auf einem erneut hohen Niveau, an Spitzentagen erreichte er 42 Prozent.

Europa und China bilden die Spitze der Fachbesucher. Auf Platz 1 steht erstmals Polen. Mit 8,3 Prozent hat sich der Anteil unseres Nachbarlandes mehr als verdoppelt. Danach folgen Holland (7,5 Prozent) und China (6,3 Prozent). Ein Drittel der asiatischen Besucher kommt aus China. Damit ist China, wie schon vor zwei Jahren, das mit Abstand am stärksten vertretene Land dieses Kontinents.

Besonders bemerkenswert zeigt unsere Befragung, dass die Besucher mit einer höheren Investitionsbereitschaft die IAA 2014 verlassen als 2012: Gut 57 Prozent der Besucher planen in den nächsten sechs bis zwölf Monaten Investitionen im Nutzfahrzeugbereich. 2012 lag dieser Wert bei knapp 54 Prozent. Und gut jeder zweite IAA-Besucher nutzt den Messebesuch zur Vorbereitung von Investitionen, bei den ausländischen Gästen ist dies mit 63 Prozent sogar noch stärker ausgeprägt. Keine Frage – Wirtschaft hat auch mit Psychologie zu tun. Und diese IAA leistet damit ihren Messebeitrag hierzu. Von ihr gehen positive Impulse aus für die Entwicklung des Nutzfahrzeuggeschäfts.

Natürlich könnte ich jetzt noch auf die vielen VIP-Rundgänge eingehen, auf die mehr als 30 Fachveranstaltungen mit insgesamt mehreren Tausend Gästen, auf die vielen Probefahrten mit Elektrofahrzeugen und herkömmlichen Antrieben, auf unsere Aktionen zur Nachwuchsförderung und auf die vielen Sonderschauen. All dies gehört zu dieser Welt-Leitmesse und macht die IAA Nutzfahrzeuge einzigartig. Ich will es mit einem Satz sagen: Diese IAA war auch ein großer, internationaler Mobilitätskongress mit einem spannenden Action-Programm.

Wir ziehen heute eine wirklich sehr positive IAA-Bilanz. Und wir danken an dieser Stelle dem gesamten Team der Deutschen Messe AG für ihre Unterstützung, ihre Professionalität, ihre ausgesprochene Dienstleistungsorientierung und für ihre tolle Kooperation mit uns allen im VDA.

Nach der IAA ist vor der IAA: In einem Jahr beginnt in Frankfurt am Main die 66. IAA Pkw (17. – 27. September 2015), und 2016 sehen wir uns hier in Hannover auf der 66. IAA Nutzfahrzeuge (22. – 29. September 2016) wieder. Wir freuen uns darauf!

Nach oben springen