Zahlen und Daten

Zahlen und Daten

Die Automobilindustrie am Standort Deutschland kann insgesamt auf ein erfolgreiches Jahr 2014 zurückblicken. Sie konnte ihren Umsatz trotz eines schwierigen wirtschaftlichen und politischen Umfelds auf 367,9 Mrd. Euro steigern und hat damit ein neues Rekordniveau erreicht.

Umsätze 2014: Rekordjahr trotz widriger Umstände

Die Automobilindustrie am Standort Deutschland kann insgesamt auf ein erfolgreiches Jahr 2014 zurückblicken. Sie konnte ihren Umsatz trotz eines schwierigen wirtschaftlichen und politischen Umfelds auf 367,9 Mrd. Euro steigern und hat damit ein neues Rekordniveau erreicht. Mit 236,8 Mrd. Euro stammten knapp zwei Drittel des Umsatzes aus Exporterlösen. Hierzulande summierte sich der Umsatz auf 131,2 Mrd. Euro. Die Entwicklungen zeigen, dass es der deutschen Automobilindustrie gelungen ist, ihre Wettbewerbsposition trotz widriger Umstände zu behaupten und auszubauen.

Deutsche Automobilhersteller: "made in Germany" weiter gefragt

Innerhalb der Automobilindustrie nimmt die Herstellergruppe I, also die Hersteller von Kraftwagen und -motoren, die gewichtigste Position ein. Mit 284,8 Mrd. Euro waren die Betriebe der Herstellergruppe I für 77 Prozent des Gesamtumsatzes der Automobilindustrie verantwortlich. Im Inland setzten die Hersteller 80,2 Mrd. Euro um. Der Auslandsumsatz bezifferte sich auf 204,5 Mrd. Euro. Dies unterstreicht die hohe Exportorientierung der deutschen Automobilhersteller und sicherlich auch den weltweit hervorragenden Ruf der Fahrzeuge „made in Germany“.

Zulieferer: 70 Mrd.-Euro-Umsatzmarke erstmals überschritten

Auch bei der deutschen Zulieferindustrie kam das Jahr 2014 zu einem erfreulichen Abschluss. Sie erhöhte ihren Umsatz um 5 Prozent auf 73,3 Mrd. Euro und überschritt damit erstmals die 70 Mrd.-Euro-Marke. Im Gegensatz zu den Automobilherstellern generieren die deutschen Zulieferer den Großteil ihres Umsatzes im Inland, da ihre Abnehmer vor allem in Deutschland arbeiten. Allerdings entwickelten sich die Exporterlöse im abgelaufenen Jahr deutlich dynamischer und legten um 8 Prozent auf 27,4 Mrd. Euro zu. Der Inlandsumsatz stieg um 3 Prozent und erreichte 45,9 Mrd. Euro.

Forschung und Entwicklung: Deutsche Automobilindustrie weltweit spitze

Die Automobilindustrie war 2014 erneut die forschungsstärkste Branche in Deutschland. Die internen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F&E) beliefen sich auf 17,6 Mrd. Euro. Damit steigerte die deutsche Automobilindustrie ihre F&E-Ausgaben im Vergleich zu 2013 um 6 Prozent und steuerte ein knappes Drittel (31 Prozent) zu den gesamtwirtschaftlichen F&E-Ausgaben bei. Neben der Effizienz-steigerung des klassischen Verbrennungsmotors, der Reduzierung von CO2-Emissionen sowie der Optimierung von (Produktions-)Prozessen spielen bei den F&E-Anstrengungen vor allem alternative Antriebe, die E-Mobilität, die erhöhte Fahrzeugsicherheit, die Fahrzeugvernetzung sowie das automatisierte Fahren bzw. die Entwicklung von Assistenzsystemen eine Rolle.

Insgesamt tüfteln in Deutschland knapp 93.000 F&E-Beschäftigte an automobilen Innovationen. Damit beschäftigt die Automobilindustrie ein Viertel des gesamtwirtschaftlichen F&E-Personals. Auch innerhalb der Stammbelegschaften der Automobilindustrie am Standort Deutschland hat F&E einen hohen Stellenwert – knapp jeder achte Beschäftigte ist in diesem Bereich tätig. Die Stellung der Automobilindustrie als mit Abstand größter Investor und Arbeitgeber im Bereich F&E unterstreicht deren Bedeutung für den Technologiestandort Deutschland. Hier entstehen die Innovationen und das technologische Know-how, die die Grundlagen der internationalen
Wettbewerbsfähigkeit der Branche bilden.

Zu den internen Ausgaben kommt die externe F&E-Vergabe hinzu, etwa an F&E-Dienstleister zum Beispiel Ingenieurdienstleister) oder Hochschulen, aber auch innerhalb er Branche. Diese externen F&E-Aufwendungen beliefen sich im Jahr 2013 auf 8,2 Mrd. Euro. Die Betriebe der deutschen Automobilindustrie fragten also neben den eigenen Anstrengungen auch in hohem Umfang F&E außerhalb der eigenen Unternehmensgrenzen nach. Dies zeigt die hohe Bedeutung einer starken F&E-Vernetzung der Branche sowohl mit anderen Bereichen als auch innerhalb der Industrie.

Im Zuge der zunehmenden Internationalisierung der Automobilindustrie bauen die deutschen Hersteller und Zulieferer auch verstärkt F&E-Kapazitäten im Ausland auf. Im Jahr 2013 summierten sich die weltweiten Ausgaben der deutschen Automobilindustrie auf 29,6 Mrd. Euro. Gegenüber 2012 wuchsen sie damit um 7 Prozent. 13 Mrd. Euro davon wandte die Automobilindustrie im Ausland auf. Während mit 5,6 Mio. Einheiten lediglich ein gutes Drittel der weltweiten Produktion deutscher Konzernmarken (14,7 Mio. Einheiten) im Inland erfolgt, wird derzeit noch der Großteil der F&E (56 Prozent) im Inland erbracht. Der Standort Deutschland genießt bei den Unternehmen gerade im strategisch wichtigen Bereich F&E also weiterhin einen hohen Stellenwert. Einen entscheidenden Beitrag dazu liefert nicht zuletzt die exzellente F&E-Infrastruktur in Deutschland mit einem Cluster von forschenden Unternehmen entlang der gesamten automobilen Wertschöpfungskette sowie Hochschulen, Forschungseinrichtungen und hoch qualifiziertem Personal.

Nach Angaben der EU-Kommission stemmt die deutsche Automobilindustrie ein gutes Drittel (34 Prozent) der gesamten weltweiten F&E-Ausgaben der Branche – damit nimmt sie nicht nur auf der nationalen Bühne, sondern auch auf dem internationalen Parkett die Spitzenposition ein.

Beschäftigungssituation: Beschäftigungszuwachs hält an

Die Automobilindustrie hat ihre Bedeutung für den deutschen Arbeitsmarkt 2014 erneut unter Beweis gestellt und die Beschäftigung in ihren Betrieben am Standort Deutschland weiter ausgebaut. Im Jahresmittel waren 774.900 Beschäftigte in den Stammbelegschaften tätig. Gegenüber 2013 legte sie damit um knapp 3 Prozent bzw. um 18.900 Beschäftigte zu. Den Höchstwert erreichte die Beschäftigung mit 785.200 Personen im November.

Das Wachstum fand im Jahr 2014 in allen drei Herstellergruppen statt. Mit 447.200 vereinten die Automobilhersteller den Großteil der Beschäftigten auf sich. Damit wuchsen die Stammbelegschaften in ihren Betrieben um 13.600 Beschäftigte (gut 3 Prozent). Die Zulieferbetriebe verbuchten einen Zuwachs von knapp 2 Prozent bzw. 4.500 auf insgesamt 295.400 Beschäftigte. Darüber hinaus beschäftigten die Hersteller von Anhängern und Aufbauten im vergangenen Jahr 32.300 Personen. Damit wuchsen die Stammbelegschaften bei den Betrieben dieser Herstellergruppe um knapp 900 Beschäftigte bzw. 3 Prozent.

Das Wachstum des Fertigungsvolumens am Standort Deutschland, die hohe Kapazitätsauslastung in den Werken sowie die gute Performance des Exports insbesondere in die EU und nach China trugen zu der positiven Beschäftigungsentwicklung in der deutschen Automobilindustrie bei. Darüber hinaus leistet auch die Internationalisierung der Produktion ihren Beitrag, da hierdurch Arbeitsplätze zum Beispiel in Steuerungsfunktionen oder in Forschung und Entwicklung geschaffen werden. Somit ist die Automobilindustrie ein gutes Beispiel dafür, dass eine zunehmende Vor-Ort-Fertigung an ausländischen Standorten Arbeitsplätze auch im Inland schafft und sichert.

Eckehart Rotter
Eckehart Rotter Leiter Abteilung Presse

Tel: +49 30 897842-120 Fax: +49 30 897842-603
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