Automobilindustrie und Märkte

Aftermarket

Nichttarifäre Handelshemmnisse stellen den Aftermarket vor große Herausforderungen

Nichttarifäre Handelshemmnisse: ein Positionspapier für den Aftermarket

Nichttarifäre Handelshemmnisse spielen auch im Aftermarket eine Rolle. Kraftfahrzeughersteller und Zulieferer, die die Ersatzteilversorgung sicherstellen, stehen vor großen Herausforderungen. Sie müssen die Anforderungen realisieren, die aus solchen Handelshemmnissen entstehen: Dokumente bereitstellen, Zusatzinformationen auf Etiketten bereithalten und zusätzliche Merkmale auf Produkten unterbringen. Teilweise müssen ganze Prozesse umgestellt werden. Zusätzlich entsteht Aufwand für Informationsbeschaffung sowie für die abteilungs- und prozessübergreifende Koordination. Es ergeben sich unnötige Kosten, die am Ende auch den Kunden belasten.

Zertifizierungen und Kennzeichnungen sind grundsätzlich sinnvoll. Die Überprüfung der Einhaltung von Qualitäts- und Sicherheitsstandards sowie von Vorschriften wird so ermöglicht. Darum wurden UN-Regulierungsvorschriften geschaffen. Inzwischen gibt es aus den USA und China zwei weitere große Vorschriftensammlungen (FMVSS und CCC). Und es steigt die Tendenz, pro Land immer neue eigene Standards und Vorschriften einzuführen. Diese bieten dem Verbraucher meist keinen echten Zusatznutzen – nicht einmal die häufig genannte erhöhte Sicherheit. Sie steigern nur die heute schon hohe Komplexität der Lieferkette im Aftermarket. Da die Stückzahlen im Aftermarket im Vergleich zu einer Serienproduktion sehr gering sind, ist der Aufwand für solche Anforderungen überproportional groß und sehr kostenintensiv.

Deshalb hat der VDA mit seinen Mitgliedsunternehmen ein Positionspapier erarbeitet. Politik und Behörden sollen für dieses Problem sensibilisiert und mit Argumenten für Verhandlungen versorgt werden, damit das große Ziel, globale Standards zu schaffen, nicht in unerreichbare Ferne rückt. Da es für die Unternehmen schwierig ist, überhaupt einen Überblick über die Vielzahl der für den Aftermarket relevanten Handelshemmnisse zu gewinnen sowie den daraus resultierenden Handlungsbedarf zu erkennen, unterstützt der VDA sie außerdem durch die Organisation einer Arbeitsgruppe und den Aufbau einer Datenbank.

Von Handelshemmnissen betroffen ist auch das sogenannte „Remanufacturing“, also die Instandsetzung und Aufbereitung von defekten Altteilen, den sogenannten Cores. Hier besteht die Herausforderung, dass zwischen „Altteil“ und „Abfall“ häufig nicht differenziert wird. Der VDA beteiligt sich aktiv an der Überarbeitung einer technischen Richtlinie der „Basel Convention“, um diese Unschärfen insbesondere für den grenzüberschreitenden Transport von Altteilen zu beseitigen. Mithilfe der 2013 erarbeiteten Definition für Remanufacturing setzt sich der VDA zusammen mit anderen Verbänden dafür ein, dass in der Richtlinie künftig klar Altteil von Abfall unterschieden wird. So könnte die Wiederaufbereitung von Altteilen grenzüberschreitend und wirtschaftlich durchgeführt werden.

Karin Ghirodi Leiterin Fachbereich Aftermarket

Tel: +49 30 897842-410 Fax: +49 30 897842-0
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