Automobilindustrie und Märkte

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VDA-Präsidentin Hildegard Müller im Interview mit BILD TV „Die richtigen Fragen"

Berlin, 27. April 2020

Die wichtigsten Statements

Zum Wiederanfahren der Werke... 

„Wir sind froh, dass wir die Produktion schrittweise wieder aufnehmen können. Wichtig ist nun, dass die Lieferketten in Gang kommen. Die deutsche Automobilindustrie ist global aufgestellt. Auch deshalb haben wir die Nachrichten aus Italien intensiv verfolgt und uns dafür eingesetzt, dass auch dort unter Wahrung  des Gesundheitsschutzes für die Mitarbeiter die Produktion verantwortlich wieder hochgefahren werden kann."

Zu den weiteren, nötigen Maßnahmen…

„Die Stundung der Sozialversicherungsbeiträge muss weiterlaufen, auch im Mai und Juni. Bei der Kreditvergabe für Unternehmen ruckelt es noch an der einen oder anderen Stelle, aber da sind wir hoffentlich auf einem guten Weg. Entscheidend ist nun, dass wir in eine Phase eintreten, in der bei Wahrung der Verantwortung für die Gesundheit der Mitarbeiter schrittweise die Arbeit wieder finanziert wird und nicht das Nicht-Arbeiten. Da müssen wir Schritt für Schritt vorgehen."

Zu möglichen Kaufprämien…

„Wir müssen nun schnell darüber nachdenken, wie wir die Konjunktur  ankurbeln und die Nachfrage stützen. Lange Diskussionen darüber führen dazu, dass sich die Verbraucher zurückhalten. Die beste Lösung sind Instrumente, die man dann auf ihre Wirkung und Notwendigkeit überprüft. Die Vorschläge für Kaufprämien aus der Politik sind aus mehreren Gründen gut, denn Neuwagen haben auch bessere Schadstoffklassen."

Zum Einstieg des Staats bei angeschlagenen Unternehmen…

„Das ist keine Lösung, die wir in der Automobilindustrie anstreben. Deshalb ist es so wichtig, dass wir aus der Kurzarbeit kommen. Arbeit zu finanzieren ist der beste Weg für die Wirtschaft und eine Industrie. Die Luftfahrtbranche befindet sich derzeit in einer anderen Situation als die Automobilindustrie. Aber: Auch bei uns kann die Lage natürlich noch dramatischer werden. Wir hatten im März einen Umsatzeinbruch von rund 40 Prozent, im April wird er noch größer sein, und in anderen Ländern Europas ist er ebenfalls dramatisch."

Zur Debatte um Boni und Dividenden…

„Ich rate dazu, die Debatte weniger emotional zu führen. Es ist gut, dass wir dazu einen Diskurs in der Bevölkerung haben. Aber Boni sind für die Mitarbeiter ein ganz wesentliches Momentum an Beteiligung für die Leistung, die sie im letzten Jahr gebracht haben. Beim Thema Dividende müssen wir auch ausländische Aktionäre im Blick haben, die natürlich ein Interesse daran haben, dass sich ihr Investment lohnt. Pauschale Forderungen, auf alles zu verzichten, würde ich für falsch halten."

Das Interview bei BILD

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