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Ostergruß von VDA-Präsidentin Hildegard Müller

Eine Mitteilung an die VDA-Mitgliedsunternehmen.

Sehr geehrte Damen und Herren der VDA-Mitgliedsunternehmen,

die Automobilindustrie hat derzeit eine beispiellose Herausforderung zu meistern. Das Coronavirus und die damit verbundenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie haben dazu geführt, dass die Lieferketten weltweit nicht mehr intakt sind. Seit Wochen steht in den meisten Unternehmen – bei Herstellern wie Zulieferern – die Produktion.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in großer Zahl in Kurzarbeit. Ein Verkauf von Neu- und Gebrauchtwagen ist derzeit in den Kfz-Handelsbetrieben nicht möglich, viele Zulassungsbehörden arbeiten nicht. Die Pkw-Neuzulassungen in Deutschland sind bereits im März massiv eingebrochen, der April wird voraussichtlich noch schwieriger. Ähnliche Entwicklungen sehen wir in Europa und in den USA, während China sich langsam wieder erholt.

Für Ihre Unternehmen heißt das, dass Produktion und Absatz derzeit nicht stattfinden, während gleichzeitig die Fixkosten weiterlaufen. Jede Woche, die der „Shutdown“ anhält, verringert die Kapitaldecke in den Unternehmen, dies ist einer der Gründe, warum wir uns z. B. intensiv dafür einsetzen, so viel Liquidität wie möglich in den Unternehmen zu halten (exemplarisch sind hier Kurzarbeitergeld, Stundung Sozialversicherungsbeiträge u. a. zu nennen). Wir stützen daher natürlich das Prinzip, so schnell wie möglich die Wirtschaft wieder hochzufahren, dies aber, mit Blick auf die Stabilität des Gesundheitssystems, gleichzeitig so verantwortlich wie nötig zu gestalten. Dies ist der einzige Weg, um die Ausbreitung des Virus‘ einzudämmen und damit das Gesundheitssystem intakt zu halten.

Ich will Ihnen heute für Ihr rasches, entschlossenes und zielorientiertes Handeln in dieser sehr schwierigen Situation danken. Viele Aktivitäten, die nicht direkt die Produktion betreffen, werden digital weitergeführt, Entwicklungsaktivitäten, wo möglich, aufrecht erhalten – und dies alles vielfach vom Home Office aus. Das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist eindrucksvoll.

In der Krise zeigt sich die Leistungsfähigkeit jeder Organisation. Auch der VDA und die Geschäftsstelle arbeiten seit knapp drei Wochen im Home Office. Die Arbeit hat dabei eher zugenommen, wir sind aber komplett arbeitsfähig. Wir halten engen Kontakt zum VDA-Vorstand, zu den Gremien und zu den einzelnen Unternehmen. Und wir haben unseren Dialog mit der Politik, den relevanten Stakeholdern und der Presse noch einmal intensiviert, und sind in vielen Arbeitsgruppen beteiligt.

Wir haben die Bundesregierung bei ihren raschen Entscheidungen zu den Liquiditätshilfen und zur Kurzarbeiterregelung unterstützt und diese Schritte auch gewürdigt, nichtsdestotrotz auch einige Nachbesserungen angemahnt. Gemeinsam mit VDIK, ZDK und IG Metall haben wir zudem auf die Notwendigkeit hingewiesen, nun zügig den Verkauf von Fahrzeugen wieder zu ermöglichen, unter Berücksichtigung des Gesundheitsschutzes. Ein funktionierender Absatz ist die Voraussetzung für die Wiederaufnahme der Produktion. Dies ist nur ein Beispiel für unsere externen Bemühungen.

Vorbildlich ist das Engagement vieler VDA-Mitgliedsunternehmen, die sofort auf die Engpass-Situation im Gesundheitswesen reagiert haben und dieses in vielfältiger Form unterstützen: Sei es durch Bereitstellung von Material, finanzieller Mittel und Personal, durch die Fertigung von Atemschutzmasken oder die Entwicklung von Komponenten für Atemschutzgeräte, die in den Kliniken benötigt werden. Hier zeigt eine ganze Branche, dass sie aus eigenem Antrieb gesellschaftliche Verantwortung übernimmt. Ich will Ihnen dafür ausdrücklich danken und darf Ihnen insbesondere auch den Dank der Bundesregierung überbringen. Peter Altmaier hat mich gebeten, Ihnen dies auszurichten.

Wir alle bereiten uns jetzt bereits auf den Hochlauf vor. Das genaue Datum dafür steht noch nicht fest, wir rechnen mit Entscheidungen der Bundesregierung und der Bundesländer dazu nach den Ostertagen. Wir haben der Politik die Komplexität erläutert, die mit einem Hochlauf in der gesamten Wertschöpfungs- und Logistikkette verbunden ist. Es handelt sich um ein vielstufiges „Getriebe“, bei dem alle Zahnräder reibungslos ineinandergreifen müssen. Wir sind davon überzeugt, dass die Politik all diese Punkte aufgreift und bei ihren Entscheidungen berücksichtigt. Gemeinsam mit Ihnen als VDA-Mitgliedern bleiben wir an den Punkten natürlich dran.

Die Osterfeiertage stehen bevor – und sie werden anders begangen, als wir es bisher gewohnt sind. Dies gilt sowohl für Sie und uns alle persönlich als aber auch für unsere Industrie. Dennoch sehe ich mit Zuversicht nach vorn: Die deutsche Automobilindustrie wird auch diese Krise bewältigen und ihre herausragende Position auf den Märkten behaupten.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie frohe und gesegnete Ostern – und bleiben Sie gesund!
 

Herzlich
Hildegard Müller
VDA-Präsidentin

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