Automobilindustrie und Märkte

Historische Fahrzeuge

Unter dem Begriff History Marketing sind in den letzten Jahren vermehrt Aktivitäten bekannt geworden, deren Ziel es ist, die großen Potentiale, die die Historie bietet, für starke Marken zu nutzen.

Der Ausschuss Historische Fahrzeuge

Der eigene Fachbereich „Historische Fahrzeuge“ des VDA weist auf die wachsende Bedeutung der Traditionsarbeit der Mitgliedsunternehmen hin. Die deutschen Automobilhersteller und einige Zulieferunternehmen nutzen zunehmend ihre Historie, um ihre Markengrundwerte zu stärken und um sich von Mitbewerbern zu differenzieren. Die Tätigkeiten des Ausschusses richten ihr Hauptaugenmerk auf das Überleben der Oldtimer. Vor allem die politischen Rahmenbedingungen in Deutschland und Europa sollen so gestaltet werden, dass das automobile Kulturgut eine breite Akzeptanz in der Öffentlichkeit erfährt..

Der Erhalt historischer Kraftfahrzeuge verlangt fachgerechte technische Betreuung und Versorgung. Die gemeinsam mit dem Zentralverband des deutschen Kraftfahrzeuggewerbes angestoßenen Initiativen tragen erste Früchte: In den letzten Jahren wurden ca. 600 Oldtimer-Fachwerkstätten identifiziert und das Angebot einer Zusatzqualifikation für Old- und Youngtimer wurde zertifiziert. Sechs Institute der Handwerkskammern führen diese erweiterte Ausbildung für Kfz-Mechatroniker durch.

Die Aktivitäten zur Ersatzteilversorgung der teils sehr seltenen Fahrzeuge werden ausgeweitet. Es ist das Bestreben der Hersteller, gemeinsam mit den Zulieferern geeignete Wege zu finden, über Langzeitbevorratung oder gleichwertige Nachfertigungen die Versorgung der wichtigsten Fahrzeugbaureihen zu sichern. Auf jeden Fall soll der Originalzustand der Fahrzeuge erhalten bleiben. Bei allen Reparatur- und Restaurierungsarbeiten dient der Zustand des Originals als Vorbild.

Ein wesentlicher Aspekt liegt im Erhalt der Fahrzeugsicherheit. Die Fertigung der hierzu notwendigen Teile wird immer komplexer und kann in vielen Fällen nicht durch Lieferanten des freien Marktes vorgenommen werden. Lagen bisher die Herausforderungen in der Teilefertigung für Oldtimer in Gesenkschmiede-, Blechform oder Gussteilen, so werden künftig die in den vergangenen Jahren im Automobilbau verstärkt zum Einsatz gekommenen neuen Materialien und Techniken die Traditionsbereiche der Automobilhersteller vor neue Probleme stellen. Deswegen steht verstärkt  bei den Ausschusssitzungen das Thema „Elektronik im Oldtimer“ im Vordergrund. Der zurzeit geleistete Versorgungsumfang von 15 Jahren nach Serienauslauf könnte dazu führen, dass der Erhalt der Fahrbereitschaft von Oldtimern – Mindestalter 30 Jahre – nicht mehr flächendeckend gewährleistet ist. Es stellte sich heraus, dass es keine einfache und schnelle Lösung zur Sicherstellung einer längerfristigen Versorgung gibt. Deswegen wurde im VDA-Ausschuss Aftersales ein Arbeitskreis eingesetzt, der unter Berücksichtigung der Besonderheiten dieses Themas bei Herstellern und Zulieferern eine Empfehlung erarbeitet hat. In dieser werden Möglichkeiten und Voraussetzungen aufgezeigt, eine langfristige Teileversorgung von elektronischen Bauteilen für ältere Fahrzeuge (> 15 Jahre) zu ermöglichen.

Die Zahl der Oldtimer auf deutschen Straßen ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen. Der VDA wertet mithilfe der KBA-Statistik jedes Jahr den Bestand von historischen Fahrzeugen aus. Zum 1. Januar 2016 waren in Deutschland 388.000 Fahrzeuge mit H-Kennzeichen gemeldet. Gegenüber

dem Vorjahr wuchs der Bestand um 11 Prozent. Neben den 344.000 Pkw gibt es dabei auch Motorräder und Nutzfahrzeuge. Bei Oldtimerfahrern ist der Dieselantrieb wenig beliebt. Nur 8 Prozent aller Pkw älter als 30 Jahre besitzen ein Dieselaggregat.

Die durchschnittliche jährliche Laufleistung eines Oldtimers beträgt etwa 1.800 Kilometer. Die Liste der häufigsten Fahrzeuge mit H-Kennzeichen zeigt, dass die allermeisten Oldtimer keine Sport- und Luxusautos sind, sondern frühere Alltagsfahrzeuge.

Eckehart Rotter
Eckehart Rotter Leiter Abteilung Presse

Tel: +49 30 897842-120 Fax: +49 30 897842-603
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