Automobilindustrie und Märkte

Historische Fahrzeuge

Unter dem Begriff History Marketing sind in den letzten Jahren vermehrt Aktivitäten bekannt geworden, deren Ziel es ist, die großen Potentiale, die die Historie bietet, für starke Marken zu nutzen.

BBE: Wirtschaftsfaktor Old- und Youngtimer

In den letzten Jahren haben sich in Deutschland die Rahmenbedingungen rund um die Oldtimer gravierend verschoben. Nicht nur die stetig wachsende Anzahl der betroffenen Fahrzeuge, sondern auch eine Professionalisierung des Betreuungssektors und ein geändertes Freizeitverhalten der Besitzer lassen darauf schließen, dass in der Zwischenzeit die Tätigkeiten im Zusammenhang mit Oldtimern eine große wirtschaftliche Bedeutung erreicht haben. Hierzu liegen jedoch keine detaillierten, belastbaren und vor allem aktuellen Erkenntnisse vor, da die letzte Studie hierzu aus dem Jahr 2006 stammt.

Die Kölner Beratungsgesellschaft BBE Automotive GmbH führte deshalb eine Untersuchung durch, die den Wirtschaftsfaktor von Old- und Youngtimern transparent machen sollte. Ziel der Untersuchung war es, das Gesamtmarktvolumen und die damit aus Old- und Youngtimern resultierende Wirtschaftskraft in allen Facetten abzubilden. Darüber hinaus interessierten die Bedürfnisse und das Verhalten der Zielgruppe. Neben dem VDA haben weitere namhafte Verbände und Unternehmen die Durchführung der Studie unterstützt. Wesentliche Bestandteile der Studie waren die Analyse der KBA-Zulassungszahlen vom 1. Januar 2013, die Auswertung von 1.700 Online- Fragebögen von Besitzern klassischer Fahrzeuge, die Ergebnisse aus der Werkstattbefragung BIX sowie die ebenfalls vom VDA unterstützte Allensbacher Oldtimerstudie.

Die Studie zeigt, dass es im Markt drei Gruppen für klassische Automobile gibt: die „echten Oldtimer“ mit einem Alter von 30 Jahren und darüber, die Youngtimer, die als Freizeitfahrzeuge genutzt werden, und schließlich die über 15 Jahre alten Pkw, die trotz fortgeschrittenen Alters noch im täglichen Gebrauch sind. Die Studie teilt den Markt in „Emotion“ und „Ratio“: 39 Prozent der Fahrzeuge zählen zu echten Oldtimern (620.000 Einheiten) oder Youngtimern (1,94 Mio. Einheiten), die vor allem in der Freizeit genutzt werden. Die Besitzer dieser Gruppe betrachten ihr Auto mit leidenschaftlicher Emotionalität und begründen die Ausgaben als lohnenswerte Investition in ihr Lieblingshobby. 61 Prozent (3,98 Mio. Einheiten) sind ältere Fahrzeuge, die noch immer im täglichen Gebrauch sind. Für alle Fahrzeuge summieren sich die jährlichen Ausgaben für die Fahrzeugerhaltung sowie für periphere und freizeitorientierte Ausgaben auf 14,1 Mrd. Euro. Davon entfallen alleine 23 Prozent (3,6 Mrd. Euro) auf die Oldtimer. Als Besonderheit bietet die Studie die Möglichkeit, vorhandene Marktvolumen nach Marken und/oder Regionen zu kalkulieren. Diese Detaillierung ist für die Fahrzeughersteller bei ihren Aftersales-Aktivitäten von erheblichem Nutzen.

Stefan Röhrig
Stefan Röhrig Leiter Fachbereich Historische Fahrzeuge

Tel: +49 30 897842-380 Fax: +49 30 897842-600
Nach oben springen