Automobilindustrie und Märkte

Markt Deutschland

Das deutsche Autojahr 2014 gab keinen Anlass zur Freude.

Entwicklung im Markt Deutschland

Das deutsche Autojahr 2014 gab keinen Anlass zur Freude. Die prognostizierte Marke von 3 Mio. Einheiten hat der Markt zwar erreicht, sogar leicht übersprungen. Im ersten Quartal zogen die Neuzulassungen um knapp 6 Prozent an. Nach sechs Monaten schrumpfte das Plus auf nur noch gut 2 Prozent, zum Jahresende pendelte sich der Markt bei rund 3 Prozent ein; nicht zuletzt aufgrund eines guten Schlussspurts – im Dezember wurden 229.700 Pkw neu zugelassen – das ist ein Plus von 7 Prozent.

Wie bereits in den Jahren zuvor ist das Ergebnis in erster Linie auf die anhaltende Kaufzurückhaltung im Privatkundensegment zurückzuführen. Im Gesamtjahr sanken die privaten Neuzulassungen um nahezu 2 Prozent. Der Anteil privater Halter ist mit 36 Prozent auf einem neuen Tiefstand angekommen.

Zwar sind Konjunktur, verfügbares Einkommen und der mehr als robuste Arbeitsmarkt positive Treiber für Konsum und damit auch für den Neuwagenkauf. Aber klar ist auch, dass in der aktuellen Niedrigzinsphase und einer individuell gefühlten Unsicherheit über die mittelfristigen Entwicklungen Einkommen und Ersparnisse auch unter dem Aspekt „Sicherheit“ verwendet werden. Die Bautätigkeit im Wohnungsbau zeugt von diesem Trend. Bezeichnend für die gegenwärtige Lage ist auch, dass Pkw länger halten und gehalten werden. Das Durchschnittsalter des Bestands wächst seit Jahren.

Die deutschen Marken konnten ihre gute Stellung auf dem Heimatmarkt erneut behaupten. Mit einem Marktanteil von mehr als 72 Prozent haben sie noch einmal leicht hinzugewonnen. Die stärkste Importeursnation war erneut Japan mit einem Anteil von 8,8 Prozent. Auf Platz 3 stehen weiterhin die Unternehmen aus Frankreich. Die koreanischen Hersteller kamen 2014 auf einen Anteil von etwas mehr als 5 Prozent. Das ist ein kleiner Rückgang im Vergleich zum Vorjahr.

Die japanischen Marken haben im Jahr 2014 5,3 Prozent mehr Autos in Deutschland abgesetzt. Damit sind sie schneller als der Gesamtmarkt (+2,9 Prozent) gewachsen. Auch die französischen Marken haben stärker zugelegt (+5,1 Prozent).

Während etwas mehr als 28 Prozent der Neuzulassungen französischer Hersteller über den Handel erfolgten, betrug dieser Anteil bei den japanischen Marken gut 32 Prozent. Bei den Koreanern fiel der Anteil von Händlerzulassungen mit 34 Prozent noch einmal höher aus. Die italienischen Marken belegten mit knapp 45 Prozent den ersten Platz. Die Zulassungen über den Handel machten bei den deutschen Marken gut 15 Prozent aus.

Mobilitätskosten: Rohölpreise entlasten Autofahrer

2014 stand unter dem Eindruck einer sehr geringen Preissteigerung in Deutschland und Europa. Die Inflationsrate im Euroraum lag bei unter 1 Prozent – und damit weit entfernt vom Zielwert der Europäischen Zentralbank. Ein wichtiger Faktor für diese Entwicklung war der Preisverfall des Rohöls an den Börsen. Zur Jahresmitte notierte die Sorte WTI noch bei über 100 US-Dollar, zum Jahresende lagen die Kurse bei nur noch knapp über 50 US-Dollar. Der Preisverfall ist zwar durch die Euroabwertung etwas geringer ausgefallen, aber noch immer signifikant. Das zeigte sich auch in den Mobilitätskosten. Der Autokostenindex misst die Preisentwicklung der verschiedenen Kostenkomponenten des Autofahrers. Darin enthalten sind nicht nur die Kosten für die Anschaffung eines Pkw, sondern auch die Kraftstoff-, die Ersatzteil- und die Versicherungskosten. Damit ist es möglich, die Entwicklung der Mobilitätskosten nachzuzeichnen. Laut Statistischem Bundesamt hat der Autokostenindex 2014 um 0,8 Prozent nachgegeben. Die größte Entlastung kam dabei von den Kraftstoffpreisen (-4,4 Prozent). In allen anderen Teilsegmenten sind die Preise entweder moderat gestiegen oder stabil geblieben.

Die Kosten für Treibstoff machen einen erheblichen Kostenblock für die privaten Halter aus – die Entwicklung des Jahres 2014 hat also einen großen Sparbeitrag im Mobilitätsbudget geleistet. Die Anschaffungskosten haben nur leicht zugelegt – um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ausschlaggebend waren die Preissteigerungen im Gebrauchtwagensegment um knapp 3 Prozent. Das Preisniveau neuer Fahrzeuge hingegen war stabil.

Einkaufsbedingungen

Der Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA) empfiehlt seinen Mitgliedern, soweit sie als Großabnehmer auf die Zulieferung verschiedenartiger Erzeugnisse angewiesen sind, die nebenstehenden Geschäftsbedingungen zur Verwendung im Geschäftsverkehr mit ihren Lieferanten. Dies ist eine unverbindliche Empfehlung des VDA in der Fassung vom 15.09.2015.

Das Dokument enthält Allgemeine Geschäftsbedingungen für den Bezug von Produktionsmaterial und Ersatzteilen, die für das Automobil bestimmt sind.

Dr. Manuel Kallweit Leiter Abteilung Märkte, Analysen, Rohstoffe, Statistik

Tel: +49 30 897842-330 Fax: +49 30 897842-607
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