Automobilindustrie und Märkte

Markt Deutschland

Das Jahr 2015 verlief für den Pkw-Markt Deutschland erfreulich.

Pkw-Markt Deutschland legt 2015 zu

Das Jahr 2015 verlief für den Pkw-Markt Deutschland erfreulich. In elf von zwölf Monaten konnten Zuwächse – teils sogar mit zweistelligen Wachstumsraten – verzeichnet werden. Dabei setzte sich eine Entwicklung der jüngeren Vergangenheit weiter fort: Die Nachfrage von Privatkunden ging weiter zurück. Dieser Rückgang wurde vom starken Flottengeschäft mehr als ausgeglichen. Insgesamt wurden in Deutschland 3,2 Mio. Pkw neu zugelassen. Dies entspricht einem Plus von nahezu 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Jahr fing bereits Erfolg versprechend an. Im ersten Quartal legte der Absatz um mehr als 6 Prozent zu. Nach sechs Monaten ging das Plus leicht auf 5 Prozent zurück. Ein starker Jahresendspurt – +9 Prozent im November, +8 Prozent im Dezember – verhalf dem deutschen Pkw-Markt zum höchsten Volumen seit dem Jahr 2009, in dem die Umweltprämie zu hohen Neuzulassungszahlen führte.

Wie bereits in den vergangenen Jahren ist das Ergebnis in erster Linie auf die Nach-frage der gewerblichen Kunden zurückzuführen. Private Kunden haben rund 1,1 Mio. Neufahrzeuge gekauft. Damit stagnierte die private Nachfrage auf dem Vorjahresniveau. Der Anteil privater Käufer ist auf 34 Prozent gesunken. Die gewerblichen Neuzu- lassungen stiegen im Gesamtjahr dagegen um fast 9 Prozent. Ihr Anteil ist aktuell mit knapp 66 Prozent auf dem bislang höchsten Stand angekommen. Mehr als die Hälfte der gewerblichen Zulassungen entfällt auf die Firmenwagen. Damit wird deutlich, dass eine Verschiebung der Nachfrage stattfindet: Die zunehmende Verbreitung von Firmenwagen hat in den letzten Jahren zu einem korrespondieren Rückgang der privaten Nachfrage nach Neuwagen beigetragen. 

Auf die stärkere Nachfrage der Flottenkunden ist auch der höhere Absatz von Fahrzeugen mit Dieselantrieb zurückzuführen. Er stieg 2015 mit +6 Prozent etwas stärker als die Nachfrage nach Fahrzeugen mit Benzinmotoren (+5 Prozent). Damit lag der Diesel- anteil an allen Pkw-Neuzulassungen bei 48 Prozent (Vorjahr: 47,8 Prozent). Der Anteil von Benzinmotoren an den Neuzulassungen ging 2015 leicht auf 50,3 Prozent zurück (Vorjahr: 50,5 Prozent).

Trotz der niedrigen Spritpreise stieg der Absatz von Elektroautos auch 2015 weiter stark an. Die Neuzulassungen von elektrisch angetriebenen Pkw stiegen gegenüber dem Vorjahr um 79 Prozent auf 23.500 Einheiten. Besondere Dynamik entwickelte der Absatz von Plug-in-Hybriden (PHEV). Die Nachfrage nach diesen Fahrzeugen legte um 142 Prozent auf 11.100 Einheiten zu. Der Anteil der Plug-in-Hybriden an den gesamten Elektrozulassungen stieg damit auf 47 Prozent (2014: 35 Prozent). Die Neuzulassungen von rein batterieelektrischen Pkw (BEV) legten um 45 Prozent auf 12.400 Einheiten zu. Trotz der starken Zuwächse bleibt der Anteil der Elektrofahrzeuge an allen Pkw-Neuzulassungen in Deutschland mit 0,7 Prozent sehr überschaubar. Von 2008 bis 2015 wurden nunmehr über 50.000 Elektro-Pkw in Deutschland zugelassen. Mehr als 63 Prozent davon werden rein elektrisch angetrieben.

Dr. Manuel Kallweit
Dr. Manuel Kallweit Leiter Abteilung Märkte, Analysen, Rohstoffe, Statistik

Tel: +49 30 897842-330 Fax: +49 30 897842-607
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