Automobilindustrie und Märkte

Markt Europa

Der Pkw-Markt in Westeuropa setzte seine Erholung im vergangenen Jahr mit noch höherem Tempo fort.

Westeuropa

Der Pkw-Markt in Westeuropa setzte seine Erholung im vergangenen Jahr mit noch höherem Tempo fort. Der Markt erzielte mit einem Plus von 9 Prozent das höchste Wachstum der vergangenen 25 Jahre. Die Pkw-Neuzulassungen hatten das  Vorjahresniveau bereits nach elf Monaten übertroffen und erzielten mit einem starken Jahresendspurt ein Gesamtvolumen von 13,2 Mio. Einheiten. Trotz des starken Anstiegs ist Westeuropa jedoch nach vor ein gutes Stück von den Zulassungszahlen der  Vorkrisenjahre entfernt.

Im Vereinigten Königreich wuchs der Pkw-Markt mit 6 Prozent bereits zum vierten Mal in Folge und erreichte ein neues Rekordniveau von 2,6 Mio. Einheiten. Auch der Pkw-Markt in Frankreich legte deutlich zu: auf insgesamt 1,9 Mio. neu zugelassene Pkw (+7 Prozent). Der französische Markt wuchs damit das zweite Jahr in Folge. Italien erholte sich ebenfalls weiter: Im Gesamtjahr wuchs der italienische Pkw-Markt um 16 Prozent und erreichte ein Volumen von 1,6 Mio. neu zugelassenen Pkw. In Spanien führte, neben der konjunkturellen Belebung, das Förderprogramm PIVE zu einem starken Anstieg der Pkw-Neuzulassungen um 21 Prozent auf über 1 Mio. Einheiten.

Osteuropa

Die Pkw-Neuzulassungen in Osteuropa (neue EU-Länder mit Zypern) stiegen im vergangenen Jahr um 12 Prozent und erreichten zum ersten Mal seit sechs Jahren wieder die 1-Mio.-Marke. Unter den großen osteuropäischen Märkten verzeichnete die Tschechische Republik mit einem Plus von 20 Prozent das stärkste Wachstum und mit 230.900 Pkw-Neuzulassungen einen neuen Rekordwert. Als größter Pkw-Einzelmarkt der neuen EU-Länder erreichte Polen mit 355.000 Einheiten (+8 Prozent) das höchste Niveau der ver- gangenen 15 Jahre. Auch der slowakische Markt erzielte mit 78.000 neu zugelassenen Pkw (+8 Prozent) einen neuen Rekordwert. Andere osteuropäische Märkte sind hingegen noch deutlich von der Weltwirtschaftskrise gezeichnet. So fehlen dem ungarischen Pkw-Markt, trotz 14 Prozent Wachstum auf 77.200 Pkw-Neuzulassungen, noch rund 95.000 Einheiten zum Niveau von 2007. Verglichen mit Westeuropa bleiben die neuen EU-Länder auf einem niedrigen Niveau. Damit spiegeln die Pkw-Märkte auch das weiterhin enorme gesamtwirtschaft- liche Gefälle wider: Das Bruttoinlandsprodukt der westeuro- päischen Länder überstieg jenes der neuen EU-Länder 2014 um mehr als das Zehnfache (ca. 11,8 Bio. Euro). Pro Kopf entspricht dies einem Unterschied von rund 31.000 Euro.

Russland

Die Fahrt des russischen Light-Vehicle-Marktes führte 2015 weiter steil bergab. Währungsabwertung, Ölpreisverfall, Inflationsdruck und der weiterhin schwelende Ukraine-Konflikt – Russlands Wirtschaft steckte tief in der Rezession. So ging der Neuwagenabsatz um 36 Prozent auf 1,6 Mio. Pkw und Light Trucks zurück. Im vierten Quartal brachen die Verkäufe sogar fast um die Hälfte ein. Das staatliche Hilfspaket für den russischen Automobilmarkt zeigte nicht einmal im Ansatz Wirkung. Wegen der stagnierenden Realeinkommen und des starken Kaufkraftverlusts ist der private Konsum als Stütze der Wirtschaft weggebrochen.

Dr. Manuel Kallweit
Dr. Manuel Kallweit Leiter Abteilung Märkte, Analysen, Rohstoffe, Statistik

Tel: +49 30 897842-330 Fax: +49 30 897842-607
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