Automobilindustrie und Märkte

Mittelstand

Für den gemeinsamen Erfolg von OEM und Zulieferern spielt die enge Zusammenarbeit in der Wertschöpfungskette eine entscheidende Rolle. Der größte Teil der Wertschöpfungdes Endprodukts – etwa 75 Prozent – wird in vor- und zwischengeschalteten Stufen erbracht.

Mittelstand im Bereich der Nutzfahrzeugindustrie: Anhänger, Aufbauten und Busse

Die Hersteller von Anhängern, Aufbauten und Bussen sind in der Herstellergruppe II im VDA organisiert. Obwohl sie überwiegend klein- und mittelständisch geprägt sind, werden in diesem Teilbereich der Automobilindustrie jährlich über 9 Mrd. Euro Umsatz erwirtschaftet und mehr als 32.700 Mitarbeiter in den Stammbelegschaften beschäftigt. Die Nutzfahrzeugbranche steht für wachsende Beschäftigungszahlen und nimmt mit ca. 190.000 Beschäftigten einen hohen Stellenwert in der deutschen Wirtschaft ein. Drei Viertel des Personals der Branche entfallen auf Betriebe mit weniger als 500 Mitarbeitern. Sie erwirtschaften über die Hälfte des Gesamtumsatzes der Branche. Der Mittelstand bildet damit das Rückgrat dieses Wirtschaftszweigs. Während sich vor allem kleine und mittlere Betriebe tendenziell stärker auf den heimischen nationalen und europäischen Markt konzentrieren, sind viele größere Unternehmen auch international breit aufgestellt. Den zunehmenden Herausforderungen begegnen die Unternehmen vor allem mit Innovationskraft, Flexibilität, neuen Ideen und individuellen Lösungsansätzen.

Die vielfältigen, häufig sehr individuellen Anforderungen der Kunden im Transportund Logistikmarkt erfordern unterschiedlichste Produkt- und Transportlösungen. Es gilt, eine Fülle von Anforderungen, wie die Art des Transportgutes und der Verladeeinrichtungen, maximale Laderaumausnutzung sowohl im Volumen als auch in der Nutzlast, Maßnahmen zur Ladungssicherung, aber auch regionale wie rechtliche Besonderheiten, zu berücksichtigen. Zudem müssen die Produkte – neben Funktionalität und Qualität – natürlich auch bezahlbar sein. Die Flexibilität und der Ideenreichtum, mit denen die Unternehmen auf die unterschiedlichen Bedarfe und die weiter steigenden Anforderungen reagieren und dabei auch europa- und weltweit Standards setzen, sind eindrucksvoll. Für jede erdenkliche Transportaufgabe und jeden Einsatzzweck die passende Lösung zu finden, ist die immer wiederkehrende Herausforderung, die die Unternehmen der Anhänger- und Aufbautenindustrie seit vielen Jahrzehnten auch im zunehmenden internationalen Wettbewerb erfolgreich meistern.

Nicht zuletzt liegen die Herausforderungen in den sich verändernden rechtlichen Rahmenbedingungen sowie den gestiegenen Anforderungen seitens des Gesetzgebers und der Kunden. Im Mittelpunkt stehen vor allem die Ziele Sicherheit, Klimaschutz und Umweltverträglichkeit, Life-Cycle Costs sowie Nutzlastoptimierung und Gewichtsreduzierung.

Einer der entscheidenden Gründe für den anhaltenden Erfolg der Branche ist die konsequente Forschungs- und Entwicklungsarbeit, mit der sich die deutschen Hersteller von Anhängern und Aufbauten einen Namen als Qualitäts- und Innovationsführer in Europa gemacht haben. In keinem anderen Land findet sich in der Anhänger und Aufbautenindustrie ein solch hoher Grad an Technologie- und Qualitätsdenken sowie innovativen Ideen, die schnellstmöglich in die Fertigung einfließen, wie in Deutschland. Als Ergebnis der Forschung und Entwicklung entstehen immer wieder neue innovative Produkte.

Kein anderes Verkehrsmittel hat sich in den letzten Jahren ökologisch so radikal weiterentwickelt wie das Nutzfahrzeug und mit ihm die Aufbauten und Anhänger. Mit dem traditionellen Image als leistungsfähiger, aber ökologisch und technisch anspruchsloser „Lastesel“ haben die heutigen Fahrzeuge nichts mehr zu tun. Die Mehrzahl der mittelständischen Unternehmen wird zu einem erheblichen Teil bereits seit mehreren Generationen in Familienhand geführt. Durch neue Produkte und innovative Lösungen können sie sich auch auf den internationalen Märkten durchsetzen. Kleine und mittlere Unternehmen zeichnen sich besonders dadurch aus, dass sie regional stark verwurzelt sind und häufig über Generationen hinweg für stabile, langjährige Geschäftsbeziehungen, für Verlässlichkeit und Vertrauen stehen. Die Produktvielfalt spiegelt sich demnach in der heterogenen Unternehmensstruktur des Wirtschaftszweigs wider. In dieser Kombination haben somit sowohl die Großen als auch die Kleinen künftig gute Chancen, auf den jeweiligen Märkten erfolgreich zu agieren.

Marius Baader
Marius Baader Leiter Zulieferindustrie und Mittelstand

Tel: +49 30 897842-330 Fax: +49 30 897842-600
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