Automobilindustrie und Märkte

Produktion

2015 konnten die deutschen Hersteller ihre globale Fertigung um gut 1 Prozent auf den neuen Rekord von 15,1 Mio. Einheiten ausbauen.

Inlandsproduktion

Die deutschen Automobilhersteller steigerten ihre globale Pkw-Fertigung im vergangenen Jahr um gut 1 Prozent auf den neuen Rekord von 15,1 Mio. Einheiten. Die Ausweitung ging vor allem auf das Konto der Inlandsfertigung, die um 2 Prozent auf 5,7 Mio. Einheiten zulegte. Erstmals seit zehn Jahren ist sie damit stärker gewachsen als die Auslandsproduktion. Das wichtigste Segment innerhalb der Pkw-Produktion war auch 2015 die Kompaktklasse, deren Produktion um 5 Prozent auf 1,7 Mio. Einheiten überdurchschnittlich stark stieg. An dritter Stelle hinter der Mittelklasse lagen mit einem Zuwachs von 15 Prozent auf 957.000 Einheiten die Geländewagen.

Auslandsfertigung

Der Weltmarktanteil der deutschen Pkw-Hersteller mit ihren Konzernmarken lag 2015 bei knapp einem Fünftel. Von weltweit über 15 Mio. Pkw wurden 9,4 Mio. Einheiten in den Auslandswerken der deutschen Hersteller gefertigt. Damit lag der Anteil der Auslandsfertigung bei 62 Prozent. Der wichtigste Auslandsstandort war mit großem Abstand China. Nach einem kräftigen Jahresendspurt konnte die dortige Produktion mit 4 Mio. Pkw auf dem Vorjahreslevel gehalten werden. Einen Schub bekam die Auslandsproduktion der deutschen Hersteller aber vor allem in der Europäischen Union mit einem Plus um 4 Prozent auf 3,3 Mio. Einheiten. Damit ist die Auslandsproduktion in den EU-Ländern in den vergangenen sechs Jahren um 54 Prozent gestiegen. Ebenfalls positiv entwickelte sich die Produktion in Nordamerika inklusive Mexiko (NAFTARaum), sie stieg um 7 Prozent auf 1,3 Mio. Stück. Der Löwenanteil hiervon entfiel mit 812.000 Einheiten (+14 Prozent) auf die USA. Einen deutlichen Produktionsrückgang um 29 Prozent auf 372.000 Einheiten verzeichnete der Mercosur-Raum. Im Jahr 2010 hatte die Fertigung noch 849.000 Einheiten betragen. Ein weiterer Treiber war Südafrika mit einem Plus von 27 Prozent auf 294.000 Pkw.

Exporte

Der internationale Erfolg der deutschen Automobilindustrie ließ sich auch im vergangenen Jahr an einer erneut gestiegenen Exportquote ablesen, die mit gut 77 Prozent einen neuen Rekordwert erreichte. Mehr als drei von vier in Deutschland gefertigte Pkw gehen damit in den Export. Dieses Ergebnis unterstreicht die anhaltend hohe weltweite Attraktivität der in Deutschland gefertigten Fahrzeuge. Die Aufwärtstendenz der letzten Jahre setzte sich auch 2015 fort, der Export legte um über 2 Prozent auf 4,4 Mio. Pkw zu. 

Europa blieb mit 2,8 Mio. Pkw der wichtigste Absatzkontinent für Pkw aus Deutschland. Hier fiel auch der Zuwachs mit 5 Prozent überdurchschnittlich aus. Die Länder der Eurozone, die eine wirtschaftliche Erholung erleben, fragten 1,3 Mio. Pkw nach (+9 Prozent). Insbesondere die Ausfuhren in die Peripherieländer wie Italien (+14 Prozent), Spanien (+12 Prozent) und Portugal (+19 Prozent) zogen deutlich an. 

Das weiterhin wichtigste Zielland für Exporte aus Deutschland liegt jedoch außerhalb des Euroraums: Nach dem Vereinigten Königreich gingen 809.900 Pkw. Zweitgrößtes Abnehmerland waren die USA mit 618.800 Pkw (+1 Prozent). Nach Asien wurden 701.300 Einheiten verschifft, das entsprach einer Zunahme um 5 Prozent. Während die Exporte nach China um ein Viertel auf 204.500 Stück zurückgingen, stiegen die Ausfuhren nach Südkorea um 30 Prozent auf 154.300 Fahrzeuge. Der Export nach Japan konnte nicht auf dem Vorjahresniveau gehalten werden und ging um 12 Prozent auf 124.700 Stück zurück. Allerdings gab der japanische Pkw-Markt 2015 auch in der Breite nach. Einen deutlichen Sprung erfuhren die Exporte nach Australien und Ozeanien, die um 16 Prozent auf 90.700 Einheiten kletterten.

Dr. Manuel Kallweit
Dr. Manuel Kallweit Leiter Abteilung Märkte, Analysen, Rohstoffe, Statistik

Tel: +49 30 897842-330 Fax: +49 30 897842-607
Nach oben springen