Automobilindustrie und Märkte

Produktionsstatistik

Auch 2017 verfolgten die deutschen Automobilhersteller weiter ihre globale Ausrichtung.

Inlandsproduktion

2017 liefen in Deutschland 5,65 Mio. Pkw von den Montagebändern. Das entspricht einem Rückgang von 2 Prozent. Damit verteidigt Deutschland als Automobilproduktionsstandort den vierten Platz im globalen Länderranking vor Indien und hinter China, den USA und Japan. In Europa bleibt Deutschland mit deutlichem Abstand das wichtigste Produktionsland. Der Vorsprung vor Spanien und dem Vereinigten Königreich, deren Fertigung jeweils um 3 Prozent zurückging, vergrößerte sich sogar noch.

Der Erfolg der deutschen Automobilindustrie beruht auch auf der gesunden Mischung von Volumen- und Premiummodellen. 2017 erreichte der Premiumanteil an der Inlandsfertigung mit 59 Prozent einen neuen Höchstwert, vor zehn Jahren hatte er noch bei knapp über 50 Prozent gelegen.

Auslandsproduktion

Auch 2017 trieben die deutschen Automobilhersteller ihre globale Expansion weiter voran. Die Produktion außerhalb Deutschlands stieg um 7 Prozent auf 10,8 Mio. Pkw. Wichtigster Auslandsstandort der deutschen Hersteller bleibt China. Die Unternehmen produzierten dort 4,9 Mio. Pkw und damit 8 Prozent mehr als im Vorjahr. Inzwischen werden drei von zehn Autos deutscher Konzerne in China gebaut.

Auch in der NAFTA-Region wurden 2017 noch mehr deutsche Autos produziert. Die Fertigung der deutschen Hersteller stieg um 11 Prozent auf 1,4 Mio. Pkw. Davon entfielen 804.000 Fahrzeuge auf die USA sowie 620.000 Einheiten auf Mexiko. In Südamerika ist Brasilien ein wichtiger Standort der deutschen Hersteller. Hier gelang 2017 die Trendwende, die Produktion stieg wieder an, um gut ein Viertel auf 436.000 Fahrzeuge. Das ist allerdings nur knapp die Hälfte des Rekordniveaus von 2010.

Die deutsche Auslandsproduktion in Europa ist 2017 um 5 Prozent auf 3,6 Mio. Einheiten gestiegen. An der Spitze der Produktionsländer stand Tschechien, das mit 858.000 Einheiten (+ 13 Prozent) erstmals Spanien (- 4 Prozent auf 799.000 Stück) überholte.

Export

Autos „made in Germany“ haben auch 2017 weltweit nichts von ihrer Attraktivität eingebüßt. Mit 4,38 Mio. exportierten Pkw konnte das hohe Vorjahresniveau nahezu gehalten werden (-0,7 Prozent). In den vergangenen fünf Jahren gab es einen Zuwachs von insgesamt 6 Prozent. Die Exportquote, also der Anteil der Exporte an der Gesamtproduktion, erreichte mit 77,5 Prozent sogar einen neuen Rekordwert. Dieser Erfolg auf den Weltmärkten hängt sehr stark vom freien Handel ab. Hinter der Produktion von Pkw stehen jedoch besonders komplexe, grenzüberschreitende Wertschöpfungsketten. Durch die Einfuhr von benötigten Rohstoffen und Zulieferteilen werden nicht nur in einem, sondern in vielen Ländern Arbeitsplätze und Wohlstand geschaffen.

Die mit Abstand wichtigste Zielregion für deutsche Pkw- Exporte war auch 2017 der EU-Binnenmarkt. 57 Prozent aller Exporte oder 2,5 Mio. Einheiten (+ 1 Prozent) gingen in Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Die wichtigsten Abnehmerländer in der EU waren das Vereinigte Königreich, Italien, Frankreich, Spanien und die Beneluxländer.

Ein deutlicher Nachfrageschub für deutsche Pkw kam 2017 aus Asien. Mit 707.000 Einheiten wurde das Vorjahresergebnis um 7 Prozent übertroffen. Getragen wurde die Nachfrage nach deutschen Autos von den wichtigsten asiatischen Exportpartnern China (+ 11 Prozent auf 258.000 Einheiten) und Japan (+ 14 Prozent auf 141.000 Einheiten).

Die Ausfuhren nach Nord- und Südamerika gingen um 7 Prozent auf 657.000 Einheiten zurück. Das sind rund 200.000 Fahrzeuge weniger als im Rekordjahr 2013. Dieser deutliche Rückgang ist vor allem durch den Anstieg der Vor-Ort- Produktion zu erklären.

Dr. Manuel Kallweit
Dr. Manuel Kallweit Leiter Abteilung Märkte, Analysen, Rohstoffe, Statistik

Tel: +49 30 897842-330 Fax: +49 30 897842-607
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