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    Der VDA präsentiert: Das Ladenetz-Ranking für ganz Deutschland

    Von Bayreuth bis Flensburg: So gut oder ausbaufähig ist das Ladenetz in Deutschlands Landkreisen und Städten.

    Von Bayreuth bis Flensburg: So gut oder ausbaufähig ist das Ladenetz in Deutschlands Landkreisen und Städten.

    Ohne Ladenetz keine Elektromobilität

    2020 hat die Elektromobilität (E-Mobilität) einen großen Schritt nach vorne getan in Deutschland, jeder siebte neu zugelassene Pkw hatte bereits einen elektrischen Antrieb. Diese Entwicklung hat sich in der ersten Jahreshälfte 2021 fortgesetzt, inzwischen wird bereits mehr als jeder fünfte Neuwagen elektrisch angetrieben. Der Hochlauf der E-Mobilität ist in voller Fahrt. Um das Elektroauto (E-Auto) auch langfristig zu einem Erfolg zu machen, ist eine ausreichende Ladenetzinfrastruktur notwendig. Eine große Anzahl von E-Autos wird zu Hause und/oder am Arbeitsplatz aufgeladen. Es ist aber zudem eine dichte Ladenetzinfrastruktur im öffentlichen Raum notwendig, um Ladevorgänge außerhalb der Achse Wohnort–Arbeitsort zu ermöglichen. Das ist auch gerade deswegen so eminent wichtig, weil die Reichweiten der meisten E-Modelle auf dem Markt weiterhin deutlich unter den von Verbrenner-Pkw gewohnten Reichweiten liegen.

    Um die Wartezeiten an den Ladepunkten im Rahmen zu halten, ist es nötig, dass der Aufbau von neuen Ladesäulen mit dem aktuell sehr dynamischen Marktwachstum von E-Autos Schritt hält. Im Allgemeinen wird ein Verhältnis von einem Ladepunkt zu zehn E-Autos im Bestand als ausreichend angesehen. Am 1. Januar 2021 mussten sich jedoch bereits 590.000 E-Autos auf deutschen Straßen 39.600 öffentlich zugängliche Ladepunkte teilen, das heißt, auf einen Ladepunkt entfielen bereits 15 Pkw.

    Ladenetzinfrastruktur regional sehr unterschiedlich stark ausgebaut

    Eine genauere Analyse der aktuellen Situation der Ausstattung der Landkreise und Städte mit Ladepunkten unternimmt der Verband der Automobilindustrie (VDA) in seinem im November 2020 erstmals publizierten Ladenetz-Ranking. Das Ranking wird halbjährlich aktualisiert. Es werden zwei verschiedene Aspekte beleuchtet. Zum einen der T-Wert (T für teilen), der angibt, wie viele E-Pkw sich einen öffentlichen Ladepunkt teilen müssen. Der T-Wert ist das Verhältnis aller aktuell zugelassenen E-Pkw zu den verfügbaren öffentlich zugänglichen Ladepunkten auf regionaler Ebene. Dieser Wert ist aufschlussreich für aktuelle Nutzerinnen und Nutzer von E-Autos, die wenig oder gar nicht zu Hause beziehungsweise auf der Arbeitsstelle aufladen können. Er zeigt an, wie gut die Ladeinfrastruktur in ihrem Zulassungsbezirk ist. Zusätzlich wird in dem Ranking erfasst, ob sich die betrachtete Region verbessert oder verschlechtert hat zur letzten Rangliste. Die Werte reichen derzeit von drei bis zu 74 E-Autos pro Ladepunkt, eine sehr große Spanne.

    Man sollte hier zweierlei berücksichtigen. Zum einen kann der T-Wert recht niedrig sein – und damit eine gute Ladepunktdichte anzeigen –, weil der E-Autobestand in dem betreffenden Bezirk niedrig ist, die E-Mobilität also noch nicht sehr verbreitet ist. Das ist der Fall in einigen Regionen an der Spitze des Rankings. Zum anderen können hohe T-Werte – das heißt, viele E-Autos müssen sich einen Ladepunkt teilen – darauf hindeuten, dass ein großer Anteil der E-Autos gewerblich zugelassen ist und deswegen nicht unbedingt in dem Bezirk, für den er zugelassen ist, auch wirklich unterwegs ist. Ein genaues Ranking zum T-Wert finden Sie hier.

    Neben dem T-Wert wird zudem der A-Wert (A für Attraktivität) betrachtet. Der A-Wert benennt die Attraktivität des Ladenetzes im Landkreis und in der Stadt. Er benennt die Anzahl der öffentlich zugänglichen Ladepunkte im Verhältnis zu allen im Landkreis und in der Stadt zugelassenen Autos. Je mehr Ladepunkte vorhanden sind, desto attraktiver ist die Region für die Umstellung auf das E-Auto. Auch hier sind große regionale Differenzen zu verzeichnen. Im vorderen Bereich der Rangliste finden sich vor allem Städte und weniger ländliche Regionen. Häufig ist es in den Städten für die Halter von E-Autos schwieriger, eine Elektroladestation zu Hause installieren zu lassen. Um dies zu erleichtern, ist das Gesetz zur Modernisierung von Wohneigentum am 1. Dezember 2020 in Kraft getreten. Das Ranking zum A-Wert finden Sie hier.

    Ansprechpartner

    Alexander Fritz

    Referent Automobilprognosen, Statistiken Produktion und Export, CO₂-Emissionen, Elektromobilität, Strukturanalysen

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