Innovation und Technik

Antriebstechnik

Die deutsche Automobilindustrie verfolgt weiterhin eine Fächerstrategie, um fossile Kraftstoffe zu reduzieren, zu ergänzen und letztlich ganz zu ersetzen.

Erdgas

Die deutsche Automobilindustrie verfolgt weiterhin eine Fächerstrategie, um fossile Kraftstoffe zu reduzieren, zu ergänzen und letztlich ganz zu ersetzen. Dabei geht es vor allem darum, nicht nur auf ein Pferd zu setzen, sondern verschiedene zukunftsträchtige Technologien für alternative Antriebe voranzutreiben.

So ist vor allem Erdgas ein vielversprechender Kraftstoff: Es weist gegenüber Benzin einen CO2-Vorteil von über 20 Prozent auf. Auch gegenüber Dieselmotoren können CO2-Minderungen von bis zu 10 Prozent erreicht werden. Allerdings haben Erdgasfahrzeuge bisher nur einen geringen Anteil am Fahrzeugbestand. In Deutschland gibt es rund 80.000 Pkw mit Erdgasantrieb. Komprimiertes Erdgas (CNG), wie es für Pkw genutzt wird, ist an gut 900 Tankstellen verfügbar. Europaweit gibt es über 3000 Erdgastankstellen.

Die Initiative Erdgasmobilität der Deutschen Energie-Agentur (dena) hat das von der Automobilindustrie mitgetragene Ziel formuliert, bis 2020 einen Erdgasanteil im Energiemix des deutschen Straßenverkehrs von mindestens 4 Prozent zu erreichen. Für die deutsche Automobilindustrie bedeutet dies vor allem, weitere attraktive Fahrzeugmodelle mit Erdgasantrieb zu entwickeln und anzubieten.

Bei schweren Nutzfahrzeugen stellt flüssiges Erdgas (LNG) eine wichtige Alternative zum Dieselkraftstoff dar. Bei flüssigem Erdgas ist vor allem die notwendige Energiedichte gegeben, was hohe Reichweiten ermöglicht. Damit eignet sich LNG besonders für den Güterfernverkehr. Der VDA begrüßt daher die Initiative der EU, die LNG-Infrastruktur in der EU voranzutreiben, um so den Durchbruch der LNG-Mobilität zu erleichtern.

Für Erdgas gilt noch bis 2018 ein ermäßigter Energiesteuersatz. Gemessen am Energiegehalt wird Erdgas derzeit mit 13,90 Euro je Megawattstunde besteuert. Zum Vergleich: Für Diesel liegt der Satz bei 47,20 Euro/MWh. Dieser Unterschied trägt entscheidend dazu bei, dass Erdgas für Verbraucher und Unternehmen als alternativer Kraftstoff interessant wird. Der VDA drängte seit Beginn der Legislaturperiode darauf, die Steuerbegünstigung zu verlängern und damit Investitionssicherheit zu schaffen. Die Große Koalition hat im Februar 2016 beschlossen, dass die Steuerbegünstigung noch bis 2024 weiter bestehen soll und ein Gesetzgebungsverfahren eingeleitet wird.

Brennstoffzelle

Die Wasserstofftechnologie kann als besonders nachhaltige alternative Antriebsform in Zukunft eine bedeutende Rolle spielen. Die Brennstoffzelle stellt in Kombination mit dem Wasserstoffspeicher eine hervorragende Antriebsquelle dar und ist noch energiereicher als die Batterie. Sie ist, wie der reine Elektroantrieb, vollkommen emissionsfrei. Allerdings ermöglicht sie Reichweiten wie heutige Benziner. Das Nachtanken erfolgt ebenfalls zügig, sodass ein Brennstoffzellenfahrzeug künftig die Flexibilität und den Komfort eines heutigen Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor bieten könnte. Zusätzliche Potenziale ergeben sich durch die Möglichkeit der flexiblen Produktion von Wasserstoff aus überschüssigen erneuerbaren Energien.

Die Brennstoffzelle ist serienreif – Modelle deutscher Hersteller sind für das kommende Jahr angekündigt. Daher muss nun der Aufbau einer Wasserstofftankstelleninfrastruktur in den Fokus rücken. Mit derzeit sieben öffentlichen H2-Tankstellen in Deutschland ist ein Anfang gemacht. Für einen langfristigen Erfolg wären bundesweit rund 1.000 Tankstellen notwendig.

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