Innovation und Technik

Automatisiertes Fahren

Der technologische Fortschritt auf dem Weg zum automatisierten Fahren zeigt sich bereits heute in modernen Fahrzeugen, die vermehrt mit Fahrerassistenzsystemen (FAS) ausgerüstet sind.

Nutzfahrzeuge als Innovationsträger der Automatisierung

Nutzfahrzeuge haben durch ihre Vielfalt an Konstruktionen, Konzepten und Innovationen über viele Jahre die Automobilindustrie vorangetrieben. Das automatisierte Schaltgetriebe oder die elektronisch gesteuerten Brems- und Notbremssysteme sind nur einige der Technologien, die zuerst im Nutzfahrzeug zum Einsatz kamen, bevor sie zur möglichen Pkw-Ausstattung gehörten.

Nutzfahrzeuge sind aufgrund ihrer hohen Fahrleistung prädestiniert für das automatisierte Fahren. Während ein Pkw in Deutschland jährlich im Schnitt etwa 14.000 Kilometer zurücklegt, sind es beim Nutzfahrzeug im Fernverkehr etwa 100.000 Kilometer. Die Entwicklungsziele sind aber seit jeher die gleichen wie beim Pkw: Effizienz, Sicherheit und die Reduzierung von CO2-Emissionen.

Entwicklung der Nutzfahrzeugtechnik
Ähnlich wie beim Pkw werden bei Nutzfahrzeugen die Informationen und Funktionen der bewährten und zukünftigen Fahrerassistenzsysteme zu einem Gesamtsystem gebündelt. Dazu gehören etwa der Abstandsregeltempomat (ACC), der Spurhalteassistent oder das Notbremssystem. Hinzu kommen Innovationen wie die digitalen 3-D-Karten. Mit ihrer Hilfe wird das Fahrverhalten an die Eigenschaften der vorausliegenden Strecke angepasst. So kann etwa ein Lkw gezielt vor einer Steigung beschleunigen, um Schwung aufzubauen und am Ende der Steigung kraftstoffsparend über die Kuppe zu rollen. Diese Systeme eignen sich sehr gut für die Erweiterung durch die Car-to-X-Kommunikation. Der Informationsaustausch mit anderen Verkehrsteilnehmern sorgt für eine zusätzliche Steigerung der Sicherheit und der Effizienz.

Automatisierte Fahrfunktionen sind besonders für Flottenbetreiber interessant. Der Kraftstoffverbrauch und die Emissionen sinken deutlich, weil der Verkehr gleichmäßiger fließen kann. So lässt sich eine höhere Durchschnittsgeschwindigkeit erzielen, ohne dass die Höchstgeschwindigkeit angehoben werden muss. Die Transportzeiten werden kalkulierbarer und die Aggregate der beteiligten Lkw durch die gleichmäßige Fahrweise geschont.

Eine wichtige Rolle für die weitere Entwicklung spielt die Entlastung des Fahrers. Ein Lastwagenfahrer ist heute extremen Anforderungen ausgesetzt. In der hohen Verkehrsdichte muss er stets aufmerksam sein und er steht oft unter Zeitdruck. In fernerer Zukunft wird sich der Fahrer voll und ganz auf die Techniksysteme des Lastwagens verlassen können, der dank seiner Sensorik und des Datenaustauschs mit der Umgebung sicher und effizient seinem Ziel entgegenfährt. Dadurch wird für ihn vieles leichter und er kann sich anderen Aufgaben widmen, etwa der flexiblen Disposition der aktuellen Tour oder der Planung kommender Aufträge.

Graham Smethurst
Graham Smethurst Leiter Koordinierungsstelle Vernetztes und Automatisiertes Fahren

Tel: +49 30 897842-426  
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