Automatisiertes Fahren

Automatisiertes Fahren

Der technologische Fortschritt zeigt sich bereits heute in modernen Fahrzeugen, die vermehrt Fahrerassistenzsysteme (FAS) besitzen, auf dem Weg zur Automatisierung.

Die Evolution von Fahrfunktionen - von Assistenten zu Automaten

Die Leistungsfähigkeit der Sensoren und die Datenverarbeitung in den Steuergeräten verbessern sich stetig, durch hoch entwickelte Software werden diese Informationen in Bruchteilen von einer Sekunde ausgewertet. Der Pkw und das Nfz erhalten künftig ein vollständiges Bild der Umgebung in Echtzeit.

Radarsensoren, die meistens im vorderen und hinteren Bereich des Fahrzeugs angebracht sind, können andere Fahrzeuge oder Hindernisse erkennen. Der rückwärtige Sensor erfasst den sich von hinten nähernden und überholenden Verkehr. Der vorausfahrende Verkehr wird vom Fernbereichsradar überwacht. Der Nahbereichsradar beobachtet das unmittelbare Umfeld des Autos.

Kameras kommen zum Einsatz etwa bei der Erkennung von Fahrstreifenmarkierungen, Verkehrszeichen, Ampeln und anderen Verkehrsteilnehmern.

Ultraschallsensoren werden bereits seit Anfang der Neunzigerjahre als Einparkhilfe in Fahrzeugen verbaut. Inzwischen hat sich ihr Funktionsumfang deutlich erweitert. Sie können Parklücken während der Fahrt vermessen und erkennen, wenn Fahrzeuge auf der Nebenspur fahren.

Radar, Kameras und Ultraschallsensoren wurden in der Vergangenheit für voneinander unabhängige Funktionen verwendet. Inzwischen können alle relevanten Daten aber mithilfe der Sensorfusion intelligent und zeitgleich verknüpft werden. Das macht das automatisierte Fahren erst möglich. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Funktionssicherheit gelegt. Durch Redundanzen und Plausibilitätsprüfungen, also die systeminterne Kontrolle, ob die Umgebungsdaten korrekt erfasst wurden, wird eine fehlerhafte Interpretation der Daten verhindert. Dabei werden die Signale der Fahrzeugsensoren untereinander verglichen. Nur wenn die Daten stimmig sind, werden Lenkung und Motor angesteuert.

Zu den automatisierten Fahrfunktionen gehören u. a. das „Fahren auf der Autobahn", das beim hochautomatisierten Fahren bis zu einer definierten Geschwindigkeit auf Autobahnen und autobahnähnlichen Straßen Anwendung finden wird. Der Fahrer aktiviert auf Wunsch das System und muss es nicht dauerhaft überwachen. Er wird somit entlastet und in bestimmten Fällen rechtzeitig zur Übernahme der Fahraufgabe aufgefordert. Beim vollautomatisierten Fahren muss der Fahrer das System überhaupt nicht mehr überwachen. In ferner Zukunft wird in Städten durch die Fahrfunktion „Fahren in der Stadt" das Fahren auf verschiedenen Strecken völlig ohne Fahrereingriff möglich sein. So kann die Fahrzeit frei gestaltet werden.

Das automatisierte Fahren wird zu einer neuen Qualität der Mobilität beitragen.

Graham Smethurst
Graham Smethurst Leiter Koordinierungsstelle Vernetztes und Automatisiertes Fahren

Tel: +49 30 897842-426  
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