Innovation und Technik

Elektromobilität

Die deutsche Automobilindustrie treibt die Entwicklung der Elektromobilität in Deutschland mit großem Engagement voran, denn Klimaschutz, knapper werdende fossile Brennstoffe und ein erhöhter Mobilitätsbedarf durch steigende Bevölkerungszahlen erfordern neue Lösungen und alternative Antriebe.

Elektromobilität in Deutschland

Die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) vereint seit über sechs Jahren die wesentlichen Akteure aus Industrie, Wissenschaft, Politik und Gewerkschaften im strategischen Dialog. Die NPE beobachtet und analysiert seit Mai 2010 die Entwicklungen im Bereich Elektromobilität in Deutschland. Im Dezember 2014 hat die NPE den Fortschrittsbericht 2014 als Bilanz der Marktvorbereitungsphase Bundeskanzlerin Angela Merkel übergeben. Mit diesem Bericht hat die Nationale Plattform Elektromobilität die Marktvorbereitungsphase (2010 bis 2014) abgeschlossen. Zugleich unterbreitet sie für die kommende Phase des Markthochlaufs (2015 bis 2017) Vorschläge, wie Deutschland die Ziele bis 2020 erreichen kann, um internationaler Leitanbieter und vor allem auch Leitmarkt für Elektromobilität zu werden.

Beim Ziel, „Leitanbieter“ für Elektromobilität zu werden, ist die deutsche Automobilindustrie gut unterwegs. Das Angebot der deutschen Hersteller umfasst nahezu alle Fahrzeugsegmente. Noch ist der Markt für Elektrofahrzeuge – wenn man die Stückzahlen betrachtet – klein; allerdings wächst er kräftig. Seit 2007 sind die Zulassungszahlen von Elektrofahrzeugen und somit die Elektromobilität in Deutschland Jahr für Jahr stark gestiegen.

Im Jahr 2016 nimmt die Marktentwicklung der letzten Jahre weiter zu. In der ersten Jahreshälfte 2016 stieg das Marktvolumen von Elektrofahrzeugen in Deutschland um knapp 9 Prozent auf gut 10.524 Einheiten. Die Förderung durch den Umweltbonus ist Anfang Juli angelaufen, es wird eine positive Auswirkung auf den Markt erwartet.

Die Elektrifizierung des Automobils muss weiter vorangetrieben werden, denn mit der Elektromobilität lassen sich die Fragen zur Mobilität der Zukunft beantworten. Allerdings muss bis 2020 die Nachfrage nach alternativ angetriebenen Fahrzeugen noch deutlich wachsen.

Die Elektromobilität gewinnt international immer weiter an Bedeutung – sie ist der Schlüssel zu einem nachhaltigen und ressourcenschonenden Mobilitätssystem. Aus diesem Grund setzen sich Regierungen, Wirtschaft und Wissenschaft weltweit im Bereich Elektromobilität ambitionierte Ziele. In der Marktvorbereitungsphase lagen die Schwerpunkte auf der Förderung von Forschung und Entwicklung, auf Normung und Standardisierung sowie auf Bildung und Qualifizierung. Der Erfolg kann sich sehen lassen: Im internationalen Vergleich bewegt sich beim Gesamtsystem die Elektromobilität in Deutschland aufseiten der Anbieter an der Spitze. Jetzt müssen die richtigen Anreize gesetzt werden, um das Potenzial der deutschen Industrie in höhere Marktanteile umzusetzen und damit die Leitanbieterschaft im Bereich Elektromobilität zu erreichen.

Inhalte des Kabinettsbeschlusses vom 18. Mai 2016:

  • Umweltbonus von 4.000 EUR für BEV und 3.000 EUR für PHEV. Begrenzung auf 1,2 Mrd. EUR bei hälftiger Finanzierung durch Bund und Automobilindustrie. Laufzeit bis längstens Mitte 2019. Abwicklung über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).
  • Investitionen für den Aufbau öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur von 300 Mio. EUR, davon 200 Mio. EUR für Schnellladen und 100 Mio. EUR für Normalladen.
  • Beschaffungsprogramm 100 Millionen Euro.
  • Entfall geldwerter Vorteil beim „Arbeitgeberladen“.
  • Befreiung von der Kfz-Steuer für reine Elektrofahrzeuge für 10 Jahre.

Die Akteure in Deutschland arbeiten mit Hochdruck daran, die Leistungsfähigkeit des Gesamtsystems Elektromobilität zu steigern. Die deutschen Automobilhersteller werden das Angebot und die Verfügbarkeit wettbewerbsfähiger Fahrzeuge in den einzelnenSegmenten bis 2020 merklich ausbauen. Für den Zeitraum von 2017 bis 2020 empfiehlt die NPE folgende flankierende Maßnahmen:

Leitanbieter

1. Forschung und Entwicklung gemeinsam ausbauen.
2. Unternehmerische Entscheidung zur integrierten Zell- und Batterieproduktion in Deutschland unterstützen.

Leitmarkt

3. Gemeinsames Investitionsprogramm zum Aufbau einer öffentlich zugänglichen Ladeinfrastruktur umsetzen.
4. Rechtliche Rahmenbedingungen schaffen, die den Aufbau von privat und öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur ermöglichen.
5. Markthochlauf beobachten und Förderung bei Bedarf anpassen.

Das Elektromobilitätsgesetz ist im Juli 2015 in Kraft getreten. Damit können Kommunen künftig selbst entscheiden, wie sie Elektroautos vor Ort begünstigen wollen – beispielsweise durch kostenfreies Parken oder spezielle Zufahrtsrechte. Die Voraussetzung dafür ist die einheitliche Kennzeichnung. Seit Mitte September 2015 kann dies nach einer allgemeinen Verwaltungsvorschrift bei der Zulassungsbehörde beantragt werden.

Die Nationale Plattform Elektromobilität setzt ihre Arbeit für die Elektromobilität in Deutschland fort. Im Sommer 2016 trafen sich auf Einladung der Bundesregierung zur nationalen Konferenz Elektromobilität in Berlin hochrangige Vertreter von Unternehmen, Gesellschaft, Wissenschaft und Politik in Berlin. Das Motto der Konferenz war „Das Elektroauto - Extravaganz für wenige oder automobile Normalität der Zukunft?".

Anastasia Matveeva Koordinierungsstelle der Industrie für Elektromobilität

Tel: +49 30 897842-424  
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