Innovation und Technik

Elektromobilität

Die deutsche Automobilindustrie treibt die Entwicklung der Elektromobilität mit großem Engagement voran, denn Klimaschutz, knapper werdende fossile Brennstoffe und ein erhöhter Mobilitätsbedarf durch steigende Bevölkerungszahlen erfordern neue Lösungen und alternative Antriebe.

Förderung Elektromobilität: Forschungsförderung und Normung / Standardisierung

Die Bundesregierung fördert in vielfältiger Weise die Forschung und Entwicklung von Elektromobilität in Deutschland.

Im Rahmen von Verbundprojekten zwischen Unternehmen und Forschungsinstituten wird die Fahrzeugtechnologie kontinuierlich weiterentwickelt. Im Fokus stehen dabei bspw. die Optimierung von Antriebssystem, Elektromaschine und Leistungselektronik, Batterietechnologie, Leichtbau sowie das Zusammenspiel aller Komponenten der Elektrofahrzeuge. Dadurch soll die Attraktivität der Fahrzeuge erhöht, die Effizienz gesteigert und die Kosten reduziert werden. Die verschiedenen Förderbereiche sind auf vier Bundesministerien (BMBF, BMUB, BMVI, BMWi) aufgeteilt.

Forschung und Entwicklung bilden die Grundlage für den bisherigen Erfolg der deutschen Hersteller auf dem Weg zur Leitanbieterschaft. Auch in Zukunft besteht vielfältiger Forschungsbedarf.

Neben der Forschungsförderung erfordert die Elektromobilität und die sich daraus ergebenden Wertschöpfungsketten ein engeres Zusammenarbeiten der verschiedenen Industriebranchen mit den verantwortlichen Normungsinstitutionen.

Standards und Normen werden übergreifend von den relevanten Institutionen wie DIN, Normenausschuss Automobiltechnik im VDA und DKE bearbeitet werden. Dieser Prozess wird durch die Normungsinitiative des BMWi unterstützt.

Die auf der Hannover Messe 2017 der Bundesregierung von der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) überreichte 
"Deutsche Normungs-Roadmap Elektromobilität 2020" zeigt den konkreten Status und Handlungsbedarf der Normung, Standardisierung und Zertifizierung zur Weiterentwicklung der Elektromobilität auf.

Die Roadmap stellt die bisherigen Normungsaktivitäten beim kabelgebundenen Laden dar und fasst den aktuellen Stand vor allem bei Anforderungen zur Sicherheit, Fahrzeugtechnik und zu Ladeschnittstellen zusammen. Erreicht wurde insbesondere die europaweite Durchsetzung des Combined Charging System (CCS). Die Arbeiten an den Normen für einen einheitlichen Ladestecker und für einheitliche Anforderungen an die Ladeschnittstellen wurden erfolgreich abgeschlossen. Sie fanden mit der EU Richtlinie 2014/94/EU über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe bereits 2014 Eingang in die europäische Gesetzgebung. In Deutschland schreibt die Ladesäulenverordnung der Bundesregierung die Ausrüstung von Ladestationen mit genormten Steckverbindungen „Typ 2“ und „Combo 2“ als Mindeststandard verbindlich vor.

Die Normungs-Roadmap adressiert auch zukünftige Herausforderungen wie das Laden mit höheren Ladeleistungen. So sollten die fahrzeug- sowie infrastrukturseitigen Voraussetzungen für das Laden mit Leistungen von 150 kW bis zu 400 kW geschaffen werden. Um das kabellose Laden flächendeckend zu realisieren, werden bereits heute die Standards entwickelt.

Um zukünftig das Laden an jeder Ladesäule zu ermöglichen, sind heute die Weichen bei den Voraussetzungen der Informations- und Kommunikationstechnologie zu stellen. Notwendig ist dazu unter anderem ein einheitliches Authentifizierungskonzept. Die Arbeitsgruppe empfiehlt in diesem Kontext eine europaweit einheitliche Struktur zur ID-Vergabe, um ein interoperables, länderüberschreitendes Laden an allen Ladestationen zu ermöglichen – für Vertragskunden wie für spontanes Ad-hoc-Laden.

Durch international einheitliche Normen und Standards werden Nutzerfreundlichkeit und Sicherheit für Investitionen in Fahrzeuge und Ladeinfrastruktur garantiert.

„Schaufenster Elektromobilität“: Abschlussbericht

Zwischen 2013 und 2016 realisierten vier Bundesministerien und sechs Bundesländer gemeinsam das Schaufenster-Programm Elektromobilität. Die „Schaufenster Elektromobilität“ wurden als ein ressortübergreifendes Förderprogramm der Bundesregierung ins Leben gerufen. Ziel des Programms war es, die deutschen Kompetenzen in den Bereichen Elektrofahrzeug, Energieversorgung und Verkehrssystem in groß angelegten regionalen Demonstrations- und Pilotvorhaben systemübergreifend zu bündeln und sichtbar zu machen.

Die 145 Schaufenster-Projekte haben Ende 2016 ihre Arbeiten abgeschlossen. Die Begleit- und Wirkungsforschung (BuW) der Schaufenster Elektromobilität blickt inzwischen auf drei spannende und erfolgreiche Jahre der Koordination, Auswertung und Veröffentlichung der Ergebnisse des Programms zurück. Der Abschlussbericht der Begleitforschung bietet einen Überblick über die zentralen Erkenntnisse, enthält Handlungsempfehlungen und gibt Antworten auf die wichtigsten aktuellen Fragestellungen zur Elektrifizierung des Verkehrssektors in Deutschland.

Anastasia Matveeva Koordinierungsstelle der Industrie für Elektromobilität

Tel: +49 30 897842-424  
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