Innovation und Technik

FAT

Mit rund 40 Prozent hat die Karosserie den größten Anteil am Gesamtgewicht eines Fahrzeugs. Sollen die CO2-Emissionen des Verkehrs künftig weiter sinken, sind unter anderem Gewichtseinsparungen und damit neue Ideen im Karosseriebau gefragt.

Aerodynamische Forschung der FAT fördert Klimaschutz

Die deutsche Automobilindustrie hat sich zum Ziel gesetzt, bahnbrechende Schritte zur Senkung der CO2- Emissionen zu erreichen. Obwohl die Fahrzeuge bereits heute schon leistungsstark und ressourcenschonend sind, wird dennoch die Effizienz weiter gesteigert. Neben den neuen Motoren, optimierten Getrieben, Hybridantrieben und Leichtbau, steht insbesondere verbrauchsmindernde Fahrzeug-Aerodynamik im Zentrum innovativer Entwicklung.

Gerade zur Reduzierung des Kundenverbrauchs sind Aerodynamik-Maßnahmen besonders wirksam. Hierbei kann die Optimierung der Radhäuser in der Karosserie einen großen Beitrag leisten. Der Anteil am aerodynamischen Fahrwiderstand, der durch die Räder am Fahrzeug verursacht wird, beträgt bis zu 30%.

Die verbrauchssenkende Wirkung der Aerodynamik ist stark geschwindigkeitsabhängig. Sie ist bei höheren Geschwindigkeiten - bereits ab ca. 70 km/h - erheblich. Die Reduzierung des cw-Wertes um 10% führt eine Verbrauchsreduzierung von ca. 1,5% im europäischen Verbrauchszyklus (NEFZ) herbei. Bei konstanter Fahrt mit
120 km/h entspricht die cw-Verbesserung bereits einer Reduzierung des Verbrauchs um 3-4%.

In einem dreijährigen Projekt haben die im Arbeitskreis 'Aerodynamik' der Forschungsvereinigung Automobiltechnik (FAT) zusammengeschlossenen OEM's und Zulieferer gemeinsam Forschungen durchgeführt. Anhand der Ergebnisse werden neue konstruktive Maßnahmen zur Reduzierung des Luftwiderstandes im Bereich der Räder und des Radhauses eingesetzt. Neueste Fahrzeuggenerationen profitieren davon. Bei der Durchführung der Forschungsprojekte kamen modernste Windkanäle mit realistischer Nachbildung der Straßenfahrt durch drehende Räder und Laufbänder zum Einsatz. Die aerodynamischen Forschungsarbeiten wurden zum großen Teil an qualifizierten Hochschulinstituten für Strömungstechnik und Aerodynamik ausgeführt. Computersimulationen der Aerodynamik auf Hochleistungsrechnern unterstützten die Entwicklung.

Die Forschungsvereinigung Automobiltechnik (FAT) ist ein Zusammenschluss von mehr als 50 bedeutenden deutschen Unternehmen der Automobilindustrie, darunter alle Pkw- und Nutzfahrzeughersteller, sowie Zulieferer. Die FAT hat die Aufgabe, vorwettbewerblich gemeinschaftliche Forschung für Straßenfahrzeuge zu betreiben. Dabei arbeiten Hersteller, Zulieferer und die Wissenschaft in einem fruchtbaren Dialog zusammen, mit dem Ziel, die Grundlagen für neue Produkte zu schaffen.

Dr.  Friedrich Preißer
Dr. Friedrich Preißer Geschäftsführer Forschungsvereinigung Automobiltechnik

Tel: +49 30 897842-310 Fax: +49 30 897842-600
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