Innovation und Technik

Mehr Datensicherheit für vernetzte Mobilität

Vernetzung macht den Verkehr sicherer. Ihre Grundlage sind Daten – und auch die müssen geschützt werden. Die deutsche Automobilindustrie hat ein nachhaltiges Konzept entwickelt, das die sichere Übertragung und Weitergabe von Fahrzeugdaten an Dritte regelt.

Was ist "NEVADA-Share & Secure"?

Deutschland ist führend bei der Entwicklung und Herstellung von Fahrzeugen, sowie bei der Optimierung der Fahrzeugsicherheit. Mit der Entwicklung neuer sicherheitsrelevanter Systeme wird diese Position stetig weiter gefestigt. Mit „NEVADA-Share & Secure”* hat die deutsche Automobilindustrie ein Konzept entwickelt, das die sichere Weitergabe von im Fahrzeug generierten Daten ermöglicht und für öffentliche Stellen und Industrie nutzbar macht. So wird ein Beitrag zur weiteren Verbesserung der Straßenverkehrssicherheit geleistet und die Entwicklung digitaler Innovationen und neuer Geschäftsmodelle unterstützt.

Mit der Nutzung der im Fahrzeug generierten Daten durch öffentliche Stellen wie Feuerwehr und Polizei kann die Straßenverkehrssicherheit deutlich erhöht werden. Weiterhin können durch die Auswertung dieser Daten, in Verbindung mit Daten der Verkehrsinfrastruktur, etwa Staus schon beim Entstehen identifiziert, Glatteis effizienter lokalisiert oder Unfälle erkannt werden. Die Infrastrukturdaten müssen jedoch von öffentlichen Stellen eingebracht werden. Die Vielzahl der Analysemöglichkeiten bietet einen entscheidenden Mehrwert für die Sicherheit auf den Straßen.

Das „NEVADA-Share & Secure“* -Konzept bietet einen nachhaltigen Schutz der Fahrzeug-Sicherheitssphäre und der Geschäftsinteressen aller wirtschaftlichen Akteure, die Zugang zu im Fahrzeug generierten Daten wünschen. Die einfache Struktur des Konzeptes trägt einerseits erheblich zum Schutz der Fahrzeuginfrastruktur und der Sicherheitssphäre des Fahrzeugs bei, andererseits gewährleistet sie die Wirtschaftlichkeit der Datennutzung.

Je nach Berechtigung können Unternehmen die gleichen im Fahrzeug generierten Daten zur gleichen Zeit wie die Fahrzeughersteller erhalten. Diese können sie über eine standardisierte Schnittstelle von den Servern der Fahrzeughersteller selbst oder von neutralen Servern beziehen und nutzen. So ermöglicht das „NEVADA-Share & Secure“* -Konzept eine Umsetzung von verbraucherorientierten Services und Dienstleistungen und verhindert eine zeitliche Benachteiligung. Außerdem bietet es einen Rahmen für die Sammlung und unverzügliche Übertragung von fahrzeuggenerierten Daten, die ereignisbezogen und zeitlich definiert erhoben und abgerufen werden können.

Für alle Akteure, die die Daten von den neutralen Servern nutzen, liegen einheitliche Bedingungen vor, so dass ein fairer Wettbewerb um die Entwicklung digitaler Innovationen und neuer Geschäftsmodelle auf internationaler Ebene stattfinden kann. Da der Zugang über bereits existierende Server der Fahrzeughersteller stattfinden kann, ist „NEVADA-Share & Secure“* bereits kurz- bis mittelfristig umsetzbar. So wird die Entwicklung eines fairen Marktes rund um neue Geschäftsmodelle zeitnah unterstützt. Die im Fahrzeug generierten Daten können von Unternehmen in Apps und Dienste integriert werden, die sie für mobile Endgeräte entwickeln.

Das „NEVADA-Share & Secure“* -Konzept bietet allen Akteuren die Möglichkeit zur Abfrage von im Fahrzeug generierten Daten über den Server des Fahrzeugherstellers oder einen neutralen Server. Zum Schutz der Fahrzeugsicherheit kann ausschließlich der Automobilhersteller die Berechtigung erhalten, die im Fahrzeug generierten Daten direkt vom Fahrzeug aus der Ferne abzufragen oder Updates durchzuführen. Er ist der einzige der die Berechtigung für einen Fernzugriff auf das Fahrzeug erhalten kann und die Verantwortung für die Sicherheitssphäre des Fahrzeugs trägt. Damit kann er individuelle Sicherheitssysteme einsetzen. Der Zugriff auf Fahrzeugdaten für Reparatur- und Wartungsmaßnahmen über die im Fahrzeug verbaute Diagnoseschnittstelle OBD-2 bleibt weiterhin erhalten.

Der Fahrzeughalter hat jederzeit die volle Hoheit über seine aus dem Fahrzeug übertragenen persönlichen Daten. Er kann selbst entscheiden, welche Daten er wem zu welchem Zweck zur Verfügung stellen möchte und von welchen Anbietern er Services bezieht. So kann der Fahrzeughalter festlegen, welche Services mit den in seinem Fahrzeug generierten Daten verknüpft werden und diese Nutzungserlaubnis auch jederzeit widerrufen oder erweitern. Dabei steigt der Mehrwert für den Verbraucher in dem Maße, in dem die Nutzung der Daten für personalisierte Anwendungen gestattet wird. Ein fairer Tausch der eigenen Daten gegen Dienstleistungen wird so erst möglich.

Die im „NEVADA-Share & Secure”* -Konzept vorgesehene Datenweitergabe und Datennutzung beruht auf den Richtlinien der Europäischen Union, den Leitlinien der „Ethik-Kommission zum automatisierten Fahren“ und selbstverständlich auch auf den deutschen Gesetzen. Mit „NEVADA-Share & Secure”* hat die deutsche Automobilindustrie ein Konzept entwickelt, das zukunftsweisend für die branchenübergreifende Weitergabe und Nutzung von Daten und für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und Innovationen sein kann.

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