Der Schaden durch Cyber-Angriffe auf deutsche Unternehmen wurde letztes Jahr auf rund 100 Milliarden Euro geschätzt. Immer mehr ausgeklügelte Cyberattacken bedrohen den Wirtschaftsstandort Deutschland. Die Cyberattacken richten sich meist gezielt und auf diversen Ebenen gegen die Unternehmen. Die Angreifer gehen hierbei professionell vor, werden zum Teil durch fremde Nachrichtendienste unterstützt und bauen Ihre Fähigkeiten stets aus.

Die Digitalisierung hat auch in modernen Autos und Verkehrsinfrastrukturen sowie auch in den Unternehmen der Automobilindustrie längst Einzug gehalten. Um diesen für den Wirtschafts- und Automobilstandort Deutschland wichtigen Bereich der Digitalisierung sicher zu gestalten, arbeiten das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Verband der Automobilindustrie (VDA) zukünftig in Fragen der Cyber-Sicherheit eng zusammen. Am 08. Juni 2020 unterzeichneten die Präsidentin des VDA, Hildegard Müller und der Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Arne Schönbohm, eine gemeinsame Absichtserklärung, um zukünftig in Fragen der Cyber-Sicherheit enger zusammenzuarbeiten.

Ziel der Zusammenarbeit von BSI und VDA ist es, ein gemeinsames Verständnis zu den Teilgebieten der Cyber-Sicherheit in Fahrzeugen und der Informationssicherheit in der Automobilindustrie zu etablieren und daraus Handlungsbedarfe abzuleiten, zum Beispiel im Bereich der Standardisierung. Es sollen zukünftig verschiedene Workshops mit dem BSI und dem VDA gegründet werden. Die Teilnehmer diverser VDA-Arbeitskreise und BSI Mitarbeiter sollen hier gemeinsam an einem sich stets weiterentwickelnden Cybersicherheitsniveau für Fahrzeuge, Produkte und Lieferketten arbeiten. Aus dieser Arbeit sollen in der Folge Handlungsempfehlungen für Politik und Automobilindustrie entwickelt werden.

Technologien wie die Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation und 5G sollen das Autofahren sicherer und komfortabler machen. Durch die Digitalisierung werden neue Dienstleistungen und Funktionen im Fahrzeug ermöglicht. Damit mögliche Cyber-Angriffe keinen Einfluss auf die Fahrsicherheit haben und geeignete Schutzmechanismen integriert werden können, müssen entsprechende Gefährdungen bereits frühzeitig im Entwicklungszyklus neuer Fahrzeugmodelle berücksichtigt werden.

VDA-Präsidentin Hildegard Müller: „Autos ‚Made in Germany‘ haben der deutschen Automobilindustrie zu ihrer weltweit führenden Stellung verholfen. Durch Informationssicherheit als Qualitätsmerkmal der Digitalisierung ‚Made in Germany‘ können wir diese sehr gute Position auf den internationalen Märkten weiter ausbauen und gleichzeitig das Automobilland Deutschland digital sicherer machen.“

BSI-Präsident Arne Schönbohm: „Moderne Autos sind längst fahrende Hochleistungsrechner, die nicht mehr nur mit Kurbelwelle oder Elektromotor angetrieben, sondern in erheblichem Maße von digitaler Technik gesteuert werden. Wenn wir digitale Technologie nutzen wollen, um Autos autonom fahren zu lassen, die Verkehrssicherheit zu erhöhen, den Verkehrsfluss zu verbessern und den Energie- und Kraftstoffverbrauch zu reduzieren, dann darf diese Technologie nicht durch unbefugte Dritte manipulierbar sein.“

Die Allianz für Cyber-Sicherheit (ACS) wurde 2012 vom BSI gegründet. Ziel der ACS ist es, die Widerstandsfähigkeit des Standortes Deutschland gegenüber Cyber-Angriffen zu stärken. Anfang 2018 gehörten der Initiative bereits mehr als 2.500 Unternehmen und Institutionen an– und jeden Tag kommen weitere Teilnehmer dazu. Seit Sommer 2020 ist der VDA ebenfalls Mitglied bei der Allianz für Cybersicherheit.

Eckehart Rotter
Eckehart Rotter Leiter Abteilung Presse

Tel: +49 30 897842-120 Fax: +49 30 897842-603
Nach oben springen