Sicherheit und Standards

Digitalradio

Ein flüssiger und sicherer Verkehr erfordert die Versorgung mit präzisen und hochaktuellen Verkehrsinformationen.

Ein flüssiger und sicherer Verkehr erfordert die Versorgung mit präzisen und hochaktuellen Verkehrsinformationen. Künftig wird dies zunehmend über Vehicle-2-XKommunikation geschehen. Gleichzeitig wird das Radio weiterhin eine wichtige Rolle spielen, um Basisinformationen zu liefern. Dabei erweist sich Digitalradio im Auto gegenüber dem analogen zunehmend als überlegen. 2015 wurden schon 21,4 Prozent der neuen Autos deutscher Marken mit Digitalradio ausgeliefert.

Heutzutage werden Verkehrsinformationen überwiegend noch über herkömmliches Radio ins Auto gebracht. Neben dem Hörfunkprogramm senden die Rundfunkstationen auf ihren Frequenzen im nicht hörbaren Bereich Verkehrsmeldungen, die ins Navigationssystem eingehen. Dafür wird nach wie vor die sogenannte RDS-TMC-Technologie (Traffic Message Channel) genutzt, deren Übertragungskapazität allerdings nicht mehr ausreicht. Informationen über Gefahrenstellen können nicht metergenau, sondern nur für Streckenabschnitte angegeben werden. Die Verkehrsinformationen beschränken sich wegen der geringen Kapazität auf Bundesstraßen und Autobahnen. Informationen zum nachgelagerten Netz können nicht mehr übertragen werden.

Digitalradio (DAB, Digital Audio Broadcasting) kann hier Abhilfe schaffen, weil es eine deutlich höhere Kapazität bietet. DAB bringt flächendeckend wesentlich umfangreichere und genauere Verkehrsinfos ebenfalls parallel zum Hörfunkprogramm ins Navigationssystem. Informationen zur Verkehrslage oder Gefahrenhinweise sind damit um ein Vielfaches aktueller und damit hilfreicher.

Nun gilt es, das Potenzial, das Digitalradio bietet, auch auszuschöpfen und die technische Kapazität mit Inhalt zu füllen. Dieser Inhalt unterschied sich lange Zeit nicht von dem, der über RDS-TMC im analogen Radio verbreitet wurde. Seit 2016 nimmt das Angebot aber deutlich zu. Über diesen Prozess verständigt sich die deutsche Automobilindustrie mit den Rundfunkanbietern in einem intensiven Dialog im Rahmen des Digitalradio-Boards beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Dass Digitalradio im Kommen ist, zeigt auch die Ausstattungsquote der Pkw in Deutschland mit DAB-Radios. Von 2015 auf 2016 ist sie bei Neuwagen deutscher Herstellervon 14,4 Prozent auf 21,4 Prozent hochgeschnellt. Damit liegt der Anteil über dem von Neuwagen ausländischer Hersteller und über der für In-House-Geräte.

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