Sicherheit und Standards

Typgenehmigung auf ECE-Ebene

Neufassung des EG-Typgenehmigungssystems ist in Kürze zu erwarten

Die Europäische Union setzt ihre Bemühungen fort, für alle Straßenverkehrsteilnehmer das höchstmögliche Maß an Sicherheit zu gewährleisten, und nimmt deshalb eine Neufassung des EG-Typgenehmigungssystems für Kraftfahrzeuge „2007/46/EG“ vor. Der vorliegende Entwurf 2007/46/EG der EU-Kommission befindet sich im Rahmen des europäischen Gesetzgebungsprozesses noch in der inhaltlichen Ausgestaltung mit den Mitgliedsstaaten und dem EU-Parlament. Eine Veröffentlichung ist Mitte 2015 vorgesehen.

Die wichtigsten Änderungen sind:

  • Die Neufassung wird als Verordnung veröffentlicht.
  • Der Anhang II (Typabgrenzende Merkmale) bleibt unverändert.
  • Fahrzeugtypgenehmigungen sollen mit einer Lebensdauer versehen werden, (gilt nicht für Teilegenehmigungen) mit der Möglichkeit, die bestehende Typgenehmigung zu verlängern (über den Zeitraum gibt es keine Aussage; es wird eine Frist von fünf Jahren vermutet).
  • Präzisierung der CoP-Anforderungen (Conformity of Production). Bisher ist die genehmigende Behörde allein zuständig. Zukünftig möchte die Kommission die letzte Entscheidung haben.
  • Das Thema Marktüberwachung wird aus der Zweirad-Verordnung übernommen.
  • „Auslaufende Serien“ werden europäisch harmonisiert, es soll keine nationalen Genehmigungen mehr geben, Einzelgenehmigungen sollen international gelten.

International Whole Vehicle Type Approval

Das System der Typgenehmigung besteht ausschließlich auf EU-Ebene mit ihren EG-Richtlinien und ECE-Regulierungen und ist damit für die 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union anwendbar. Auf ECE-Ebene wird an einem ähnlichen System gearbeitet: einer Typgenehmigung auf ECE-Basis, genannt I-WVTA (International Whole Vehicle Type Approval). Die ECE hat 51 Vertragsstaaten. Aktuell gibt es aber noch keine Gesamtfahrzeug-Typgenehmigung bei der UNECE.

Die Gründe für eine Typgenehmigung auf ECE-Basis sind folgende:

  • weltweite Harmonisierung von Fahrzeugvorschriften für Gesamtfahrzeuge,
  • gegenseitige Anerkennung dieser Vorschriften auf Basis von Typgenehmigungsvorschriften,
  • Reduzierung des administrativen Aufwands für Fahrzeughersteller,
  • Stärkung des Verfahrens der Typgenehmigung auf internationaler Ebene,
  • Erhöhung der Attraktivität der UNECE für Schwellenländer.
  • Beseitigung von Handelsbarrieren durch weltweite Harmonisierung.

Hier arbeiten Experten aus Europa, Japan und Russland zusammen und bereiten den Weg für eine Typgenehmigung auf ECE-Basis, die langfristig die EU-Typgenehmigung ablösen kann. Deren Anwendungsbereich wird wesentlich größer sein, wenn alle ECE-Staaten der Regelung beitreten werden. Um den Schwellenländern mit ihren geringeren gesetzlichen Anforderungen die Anwendung der IWVTA zu ermöglichen, wird es eine L-IVWTA (IWVTA of Limited Recognition) geben, die einen eingeschränkten Gültigkeitsbereich haben soll. Das System wird in Kraft treten, wenn die notwendigen Änderungen am Abkommen von 1958 erfolgt sind, um den rechtlichen Rahmen zu schaffen.

Uwe Toppel Referent - Abteilung Technik
Behrenstraße 35
10117 Berlin
Tel: +49-30-897842-288 Fax: +49-30-897842-606
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