Sicherheit und Standards

Normung

Normungsarbeit ist ein strategisches Instrument zur Schaffung von Rahmenbedingungen für die Herstellung und Vermarktung innovativer Produkte, die in der heutigen Zeit konsequent entwicklungsbegleitend als Projektarbeit mit klar definierten Zielen und Terminen zu planen ist

Product Lifecycle Management und digitale Fabrik

Gute Ideen sind genau das, worauf die deutsche Automobilindustrie mit ihrer Ingenieurskunst vertraut. Aber sobald die Ideen „digital“ weiter ausgearbeitet werden, ist die Datenqualität kompromisslose Basis für jeden weiteren Schritt.

Bei der Konstruktion eines Autos am Rechner (Computer-aided Design, CAD) können Datenfehler entstehen, die in der virtuellen Fertigung (Computer-aided Manufacturing, CAM) Probleme verursachen. Werden diese Datenfehler nicht früh genug erkannt, ist mit hohen Folgekosten für die weitere Produktionsplanung zu rechnen. Ziel ist es also, jede unzureichende Datenqualität aller produktrelevanten technischen Details bei Personenkraftwagen und Nutzfahrzeugen umgehend sichtbar zu machen, Korrekturvorschläge anzubieten und damit Fehler in der Konstruktion zu vermeiden. So stehen den Konstrukteuren Prüfprogramme für ihre Software zur Verfügung, die ähnlich wie eine Rechtschreibprüfung für Textverarbeitungsprogramme funktionieren. Die Ergebnisse liefern dann eine verlässliche Basis für Entscheidungen, nach welchen Kriterien Daten als gute geometrische Informationen gelten und ab wann Daten nicht mehr tolerierbare Abweichungen haben.

Der Arbeitskreis Product Lifecycle Management im VDA, abgekürzt PLM-AK, gilt seit über 25 Jahren als Innovationsbeschleuniger und effizientes Hersteller-Zulieferer- Netzwerk auf dem gesamten Gebiet der Produktentstehung und -pflege. Die Plattform wurde gegründet, um die damals neue Technologie des digitalen Austausches von CAD/CAM-Daten zu verbessern. Es werden Schnittstellen im Produktzyklus identifiziert, an denen die Datenqualität aller produktrelevanten technischen Details bei Personenkraftwagen und Nutzfahrzeugen von besonders großer Bedeutung für den jeweiligen Arbeitserfolg ist. Verständliche Prozessmethoden und Empfehlungen werden erarbeitet, mit denen die Qualität der virtuellen Produktdaten zur Entwicklung von Automobilen erzielt und gewährleistet werden kann.

Mithilfe dieser VDA-Empfehlungen können in der Automobilindustrie alle Arbeitsschritte im Produktionszyklus eines neuen Fahrzeugmodells – von der Planung über die Produktion bis hin zur Reparatur samt nachhaltigem Recycling – verkürzt und effizienter gestaltet werden. Außerdem kann überprüft werden, ob die Daten relevant, korrekt, vollständig und konsistent sind. Die Empfehlungen sparen Zeit, Kosten und nachträgliche Korrekturen und beschleunigen die entsprechenden Arbeitsschritte. Die Arbeiten des PLM-AK sind somit auch Qualitätsschrittmacher über den gesamten Produktions- und Nutzungszyklus eines Fahrzeugs.

Mit der digitalen Fabrik die Produktion virtuell planen und Kosten reduzieren

Angesichts des steigenden Wettbewerbsdrucks zwischen Unternehmen und damit einhergehend der Notwendigkeit zur Kosteneffizienz werden innovative Techniken immer wichtiger. Eines dieser Technikfelder ist die „digitale Fabrik“. Mithilfe dieser an Bedeutung gewinnenden Techniken lässt sich das Design von Produktionsstätten schon während der Planungsphase virtuell validieren und optimieren. Ein Netzwerk aus digitalen Modellen und Methoden, wie zum Beispiel Simulation und 3D-Visualisierung, hilft dabei. In der digitalen Fabrik können alle wesentlichen Fabrikprozesse und -ressourcen in Verbindung mit dem Produkt ganzheitlich betrachtet und verbessert werden.

Egbert Fritzsche
Egbert Fritzsche Leiter Abteilung Normung

Tel: +49 30 897842-320 Fax: +49 30 897842-600
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