Sicherheit und Standards

EU-Typgenehmigung

Die EU-Typgenehmigung für die Zertifizierung von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeugteilen soll auf Vorschlag der Europäischen Kommission grundlegend überarbeitet werden.

EU-Typgenehmigung 2007/46/EU

Die Europäische Union hat am 27. Januar 2016 mit der Veröffentlichung des Entwurfs 2016/0014 (COD) ein Vorschlag der Kommission veröffentlicht. Die EU-Typgenehmigung für die Zertifizierung von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeugteilen soll auf Vorschlag der Europäischen Kommission grundlegend überarbeitet werden. Zudem sollen klare Regeln für den Fall eingeführt werden, dass die von Serienfahrzeugen erreichten Eigenschaften nicht den in der Typgenehmigung genehmigten Werten entsprechen.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) unterstützt die Zielsetzung der Kommission ausdrücklich, denn es erhöht das Vertrauen der Kunden in unser an sich bewährtes Zertifizierungssystem. Eine strenge lückenlose Anwendung und Umsetzung der bestehenden Regeln unterstreicht die Vorreiterrolle des europäischen Automobilbaus hinsichtlich Sicherheit und Umweltschutz.

Die Kommission setzt damit ihre Bemühungen fort, für alle Straßenverkehrsteilnehmer das höchstmögliche Maß an Sicherheit zu gewährleisten.

Der Entwurf zielt darauf ab, das Typgenehmigungsverfahren im Hinblick auf folgende, in der Vergangenheit strittige Punkte zu verbessern.

  • Vereinheitlichung der Interpretation der Vorschriften durch die Typgenehmigungsbehörden.
  • Strengere und einheitliche Prozesse für den Fall von Nichtkonformitäten.

 

Um dies sicherstellen zu können, plant die Kommission, folgende Punkte in den Typgenehmigungsprozess einzuführen bzw. strenger zu gestalten:

 

  • Marktüberwachung durch die Mitgliedsstaaten und die Kommission,
  • Einführung eines nationalen Fonds-Systems, gespeist durch Genehmigungsgebühren, aus dem die Typprüfung, Genehmigung und die Marktüberwachung finanziert werden sollen,
  • Festlegung eines Verfahrens für Fälle der Nichtkonformität oder auch unterschiedlicher Interpretationen,
  • Typgenehmigungen sollen künftig maximal fünf Jahre Gültigkeit haben.

 

Der VDA unterstützt ausdrücklich die Zielstellung, das Typgenehmigungsverfahren im Sinne der oben bezeichneten Zielstellung der Kommission zu verbessern.

Allerdings sollten folgende Punkte dabei Beachtung finden:

  • Für die Durchführung und Finanzierung der Marktüberwachung sollte ein transparentes und ausgewogenes System gefunden werden
  • Die Vorgaben für die Durchführung von Tests im Typgenehmigungsverfahren müssen gleichermaßen robust und praktikabel  sein.
  • Maßnahmen im Falle von Nichtkonformitäten sollten angemessen sein,
  • Für auslaufende Serien sowie für stufenweise gefertigte Fahrzeuge sollten angemessene und EU-weit harmonisierte Prozeduren festgelegt werden,
  • Nach Aussage der Kommission muss nach spätestens 5-jähriger Laufzeit ein neuer Typ homologiert werden. Dem kann nicht zugestimmt werden.

 

Zur Verlängerung der 5-jährigen Gültigkeit von Typgenehmigungen sollten einfache administrative Prozesse definiert werden. VDA schlägt für Gesamtfahrzeuge anstelle einer formalen Erneuerung ein Audit durch eine andere Typgenehmigungsbehörde vor, wobei die bestehende Typgenehmigung gültig bleibt resp. verlängert wird, wenn das Audit die Einhaltung der Vorschriften bestätigt.

Die Stellungnahmen sind den Downloads zu entnehmen.

Uwe Toppel Referent - Abteilung Technik
Behrenstraße 35
10117 Berlin
Tel: +49-30-897842-288 Fax: +49-30-897842-606
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