Umwelt und Klima

Abgasemissionen

Seit Anfang der 1990er-Jahre werden mit der Einführung der einheitlichen europäischen Abgasvorschriften die Fahrzeugemissionen in der EU auf Basis eines einheitlichen Fahrzyklus bestimmt. Die EU-Kommission arbeitet nun an einer Korrelation von NEFZ und dem WLTP.

WLTP – weltweit harmonisierter Zyklus für leichte Fahrzeuge

Der neue WLTP basiert erstmals auf realen Fahrdaten aus insgesamt drei Kontinenten (Asien, Europa, USA) und 12 Ländern und ist dadurch deutlich repräsentativer. Die dafür notwendigen Messfahrten umfassten insgesamt 750.000 Kilometer, die in Metropolen von Schwellenländern wie Indien ebenso durchgeführt wurden wie auf Autobahnfahrten in Europa und den USA. In einem mehrjährigen Analyse- und Diskussionsprozess erstellte das UN-Forum aus dem Datenpool den neuen Fahrzyklus und entwickelte hierzu eine komplett neue Testprozedur, die „Worldwide Light-Duty Vehicles Test Procedure“ (WLTP), welche international Gültigkeit haben soll – mit geringen regionalen Anpassungen aufgrund verschiedener Klimazonen der UN-Mitgliedsstaaten. So hat zum Beispiel der europäische Gesetzgeber die vom UN-Gremium festgelegte Testtemperatur von 23 Grad Celsius ergänzt um einen Zusatztest bei 14 Grad Celsius, um die durchschnittliche Temperatur in Europa mit abzubilden.

Seit dem 1. September 2018, müssen zertifizierte WLTP-Messungen für alle neu zugelassenen Pkw vorliegen. Seit dem 1.September 2019 gilt dies auch für leichte Nutzfahrzeuge. Dies bedeutet, dass der Kraftstoffverbrauch, die CO2- und die Schadstoffemissionen alle Fahrzeugtypen und – varianten unter dieser neuen Testprozedur bestimmt und dokumentiert werden.

Die Einhaltung von Abgasgrenzwerten ist eine Grundvoraussetzung dafür, dass Typgenehmigungen für neue Fahrzeuge erteilt werden, in Deutschland ausschließlich vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Der Kraftstoffverbrauch stellt mit dem parallel dazu ermittelten CO2-Wert für den Kunden ein wesentliches Kriterium für die Kaufentscheidung dar und ist in vielen Ländern die Grundlage für die Kfz-Besteuerung.

Da die CO2-Flottengesetzgebung noch auf Basis des alten NEFZ entwickelt wurde, nun aber zwischenzeitlich der WLTP eingeführt wurde, hat sich die Europäische Kommission entschieden, nicht den CO2-Grenzwert für neue Pkw-Modelle anzupassen, sondern deren im WLTP ermittelte CO2-Emissionen jeweils zurückzurechnen, als wären sie NEFZ-Werte. Dies geschieht mithilfe einer Software, die vom EU-Forschungszentrum „Joint Research Centre“ (JRC) entwickelt wurde. Da diese zurückgerechneten NEFZ-Werte jedoch auf den strengeren Rahmenbedingungen des WLTP-Testverfahrens basieren, werden sie leicht höher ausfallen als gemäß dem ursprünglichen Testablauf, was zu einer indirekten Verschärfung der Flottenregulierung für die Hersteller führt.

Mittlerweile liegen WLTP und (in der Regel berechnete ) NEFZ-Wert für alle neu zugelassenen Fahrzeuge vor, so dass für das Kalenderjahr 2020 erstmals ein CO2-Flottenwert auf Basis des neuen WLTP ermittelt werden kann. Dies geschieht nach Ablauf des Kalenderjahres 2020 – vermutlich bis Frühjahr 2021. Die zukünftige CO2-Gesetzgebung für die Jahre 20225 bis 2030 kann dann auf den WLTP-Werten basieren. In Europa wird dann der NEFZ endgültig abgelöst.

International gibt es aber noch viele Staaten, die den NEFZ auch weiterhin anwenden. Beispiele sind nordafrikanische Staaten oder Australien. Um Fahrzeuge in diesen Märkten zulassen zu können, müssen die Fahrzeughersteller hierfür weiterhin die Fahrzeuge im NEFZ vermessen.

Neuer Zyklus WLTP

WLTP NEFZ
Starttemperatur kalt kalt
Zykluszeit 30 min 20 min
Standzeitanteil 13% 25%
Zykluslänge 23,25 km 11 km
Geschwindigkeit

mittel: 46,6 km/h – maximal: 131 km/h

mittel: 34 km/h – maximal: 120 km/h

Antriebsleistung

mittel: 7 kW – maximal: 47 kW

mittel: 4 kW – maximal: 34 kW

Einfluss Sonderausstattung und Klimatisierung

Sonderausstattungen werden für Gewicht, Aerodynamik und Bordnetzbedarf (Ruhestrom) berücksichtigt. Keine Klimaanlage.

Wird gegenwärtig nicht berücksichtigt.

Da die CO2-Flottengesetzgebung noch auf Basis des alten NEFZ entwickelt wurde, nun aber zwischenzeitlich der WLTP eingeführt wurde, hat sich die Europäische Kommission entschieden, nicht den CO2-Grenzwert für neue Pkw-Modelle anzupassen, sondern deren im WLTP ermittelte CO2-Emissionen jeweils zurückzurechnen, als wären sie NEFZ-Werte. Dies geschieht mithilfe einer Software, die vom EU-Forschungszentrum „Joint Research Centre“ (JRC) entwickelt wurde. Da diese zurückgerechneten NEFZ-Werte jedoch auf den strengeren Rahmenbedingungen des WLTP-Testverfahrens basieren, werden sie leicht höher ausfallen als gemäß dem ursprünglichen Testablauf, was zu einer indirekten Verschärfung der Flottenregulierung für die Hersteller führt.

Mittlerweile liegen WLTP und (in der Regel berechnete ) NEFZ-Wert für alle neu zugelassenen Fahrzeuge vor, so dass für das Kalenderjahr 2020 erstmals ein CO2-Flottenwert auf Basis des neuen WLTP ermittelt werden kann. Dies geschieht nach Ablauf des Kalenderjahres 2020 – vermutlich bis Frühjahr 2021. Die zukünftige CO2-Gesetzgebung für die Jahre 20225 bis 2030 kann dann auf den WLTP-Werten basieren. In Europa wird dann der NEFZ endgültig abgelöst.

International gibt es aber noch viele Staaten, die den NEFZ auch weiterhin anwenden. Beispiele sind nordafrikanische Staaten oder Australien. Um Fahrzeuge in diesen Märkten zulassen zu können, müssen die Fahrzeughersteller hierfür weiterhin die Fahrzeuge im NEFZ vermessen.

Dr. Jakob Seiler Koordninator der Koordinierungsstelle Antriebe der Zukunft und Elektromobilität

Tel: +49 30-897842-303  
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