Umwelt und Klima

CO₂ Regulierung nach 2020

Bereits heute hat die EU mit den definierten CO₂-Grenzwerten für 2020 im Pkw-
Bereich die strengsten CO₂-Vorgaben weltweit.

CO₂ Regulierung für die Zeit nach 2020

Bereits heute hat die EU mit den definierten CO₂-Grenzwerten für 2020 im Pkw-Bereich die strengsten CO₂-Vorgaben weltweit (siehe Tabelle 5). Dennoch plant die Europäische Kommission, bis Ende 2015 Vorschläge für ein mögliches weiteres regulatorisches Vorgehen für die Zeit nach 2020 vorzulegen.

Seriöse Prognosen über das Jahr 2020 hinaus sind jedoch derzeit nahezu unmöglich, da die potenzielle Marktdurchdringung alternativer Antriebe noch völlig unklar ist. Niemand kann im Moment genau vorhersagen, welche Antriebstechnologien sich am Markt langfristig etablieren werden. Daher müssen die Unternehmen mehrgleisig fahren. Welche Technologie wird den Durchbruch schaffen? Die Batterietechnologie, die wasserstoffgetriebene Brennstoffzelle, der Plug-in-Hybrid oder das erdgasbetriebene Auto? Diese Fragen bleiben offen. Aus heutiger Sicht ist grundsätzlich zu bezweifeln, ob das derzeitige Grenzwertregime überhaupt sinnvoll ist oder ob eine völlig andere Regulierungssystematik notwendig sein könnte.

Die Begründung der heutigen Regulierung zielt ausdrücklich auf einen verbesserten Klimaschutz durch Reduzierung von Emissionen bei Neufahrzeugen im offiziellen Testverfahren ab. Tatsächlich wird aber eine Größe reguliert (Gramm CO₂ pro Kilometer), die keine direkte Auswirkung auf das Klima hat. Denn die Regulierung sagt nichts darüber aus, wie viel CO₂ tatsächlich ausgestoßen wird. Weder findet die reale Fahrleistung (tatsächlich gefahrene Kilometer) Berücksichtigung noch die Fahrweise des Fahrers. Auch befinden sich der viel größere Pkw-Bestand und seine Gesamtemissionen außerhalb des Systems. Die Lenkungswirkung der heutigen Regulierung zur Verringerung des CO₂-Ausstoßes ist somit beschränkt. Dieser Zusammenhang sollte daher auch bei einer Folgeregulierung für die Jahre nach 2020 berücksichtigt werden.

Dr. Martin Koers
Dr. Martin Koers Leiter Abteilung Wirtschafts- und Klimaschutzpolitik

Tel: +49 30 897842-350  
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