Umwelt und Klima

Quo Vadis, Diesel?

11 Fragen und Antworten zur Dieseltechnologie

Wie sauber ist die Stadtluft?

Die Luft in den Städten wird angeblich immer schlechter – das wird in der Diskussion über den Diesel häufig behauptet. Was dabei jedoch meist verschwiegen wird: Allein im Straßenverkehr ist die Menge der ausgestoßenen Stickoxide seit 1990 um 70 Prozent gesunken. Das gelang, obwohl die Verkehrsleistung und der Fahrzeugbestand seit Ende der 1990er Jahre erheblich gestiegen sind. Moderne Fahrzeuge stoßen heute also deutlich weniger Schadstoffe aus.

Das hat dazu geführt, dass die Luftqualität in den Städten heute deutlich besser als früher ist. Trotzdem liegt die gemessene Belastung der Luft mit Stickoxiden, also der Immissionswert, in einigen deutschen Städten noch über dem gesetzlich erlaubten Maß. Dabei sind vor allem zwei Grenzwerte relevant: Der sogenannte Jahresmittelwert darf laut EU an den Messstationen 40 Mikrogramm je Kubikmeter Außenluft nicht überschreiten. Dieser Mittelwert wurde 2016 in 82 deutschen Städten überschritten. Er ist allerdings auch sehr anspruchsvoll.

Die US-amerikanische Umweltbehörde EPA erlaubt beispielsweise bis 100 Mikrogramm – 2,5 Mal so viel. Der zweite Grenzwert betrifft die Belastung im Durchschnitt über eine Stunde und liegt bei 200 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Dieser Wert darf an einer Messstelle höchstens 18 Mal im Jahr überschritten werden. In Stuttgart wurde dieser Wert noch vor über zehn Jahren (2006) 853 Mal überschritten. Im bisherigen Jahresverlauf 2017 hingegen nur jeweils drei Mal an den Messstationen Hohenheimer Straße und am Neckartor. Es ist davon auszugehen, dass Stuttgart erstmals im Gesamtjahr 2017 die Vorgaben beim Stundenmittel erfüllen wird.

Unterschied bei Arbeitsplätzen

Von den Immissionsgrenzwerten für die Außenluft sind jene für Arbeitsplätze in Gebäuden zu unterscheiden. Für Industriearbeitsplätze liegt der erlaubte Grenzwert laut Bundesgesundheitsblatt jedoch mehr als zwanzig Mal so hoch wie draußen: Hier dürfen 950 Mikrogramm je Kubikmeter im Wochenmittel erreicht werden. Für Büroarbeitsplätze gelten 60 Mikrogramm als Richtwert.

Wissenschaftliche Erhebungen zeigen darüber hinaus, welchen Einfluss der Standort einer Messstation haben kann: Schon wenige Meter Luftlinie vom Hot-Spot entfernt können die Messwerte ganz anders ausfallen. Das liegt daran, dass Stickoxide mit anderen Stoffen in der Luft reagieren und sich ein von vielen Variablen abhängiger Gleichgewichtswert einstellt.

Stadtluft insgesamt gut

Selbst bei hoher Belastung direkt am Messpunkt liegt die Stickstoffoxid-Belastung zum Beispiel in höheren Stockwerken, neben öffentlichen Grünflächen und erst recht in angrenzenden Wohnungen weit unter der gesetzlichen Belastungsgrenze. Das bedeutet: Die Stadtluft in Deutschland ist insgesamt gut – erst recht im internationalen Vergleich.

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