Umwelt und Klima

Quo Vadis, Diesel?

11 Fragen und Antworten zur Dieseltechnologie

Welche Vorwürfe werden gegen die Automobilindustrie erhoben?

Damit ein neues Pkw-Modell die Typgenehmigung erhält und damit zugelassen werden kann, muss gemessen werden, wie viel Kraftstoff es verbraucht und ob es die Abgasgrenzwerte einhält. Dazu werden unter standardisierten Bedingungen die erwähnten Labortests durchgeführt. Damit ein Fahrzeug die geforderten Schadstoffgrenzwerte einhalten kann, müssen die Abgase gereinigt werden – zum Beispiel durch das Einspritzen von AdBlue (siehe Kapitel 2). Diese Abgasreinigung wird von einer Software gesteuert. Die bekannten illegalen Softwaremanipulationen setzten hier an.

„Die NEFZ-Vorgaben boten allerdings auch Raum für Grauzonen, die von manchen Herstellern genutzt wurden.“

Laut gesetzlichen Vorgaben durfte die Abgasreinigung reduziert oder abgeschaltet werden, etwa um den Motor zu schützen. Das ist im Grundsatz auch angemessen und technisch gerechtfertigt. Im Einzelfall wurde diese Regelung jedoch überdehnt. Die Folge war, dass bei manchen Modellen die Stickoxidemissionen im Realbetrieb auf der Straße um ein Vielfaches höher waren als im Labortest. Solche oder ähnliche Vorgehensweisen waren zwar meist legal – müssen jedoch im Einzelfall betrachtet werden. Ein Pauschalurteil ist nicht angebracht.

Die deutsche Automobilindustrie begrüßt die neuen Prüfverfahren (WLTP, RDE), die den Ausstoß von Schadstoffen unter deutlich realistischeren Laborbedingungen sowie erstmals auf der Straße messen. Die „Leitplanken“ werden damit enger gesetzt, der Raum für Grauzonen ist nicht mehr gegeben. Das schafft Klarheit für Hersteller und Verbraucher.

Sehr gute Werte

Neue Diesel-Fahrzeuge der deutschen Hersteller, welche die jüngere Abgasnorm Euro 6 erfüllen und mit aufwendiger Abgasnachbehandlungstechnik ausgestattet sind, stoßen bereits deutlich weniger Schadstoffe aus. Tests des Automobilverbandes ADAC zeigen, dass viele Diesel-Modelle deutscher Hersteller auch auf der Straße sehr gute Werte aufweisen.

EcoTest

Im Rahmen des EcoTest hat der ADAC insgesamt 188 Fahrzeuge von 12 Konzernmarken getestet. Bei den Top-3-Durchschnittswerten handelt es sich um deutsche Konzernmarken mit insgesamt 101 getesteten Fahrzeugen. So erreicht BMW/Mini (36 Fahrzeuge) einen Durchschnittswert von 141 mg/km, der Volkswagen-Konzern (44 Fahrzeuge) einen Wert von 146 mg/km sowie Mercedes (21 Fahrzeuge) einen Wert von 149 g/km. Damit liegen die Pkw dieser Konzernmarken im Schnitt deutlich unterhalb der ab September 2017 EU-weit vorgeschriebenen RDE-Grenzwerte von 168 mg/km.

„Bei den Top-3-Durchschnittswerten handelt es sich um deutsche Konzernmarken mit insgesamt 101 getesteten Fahrzeugen.“

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