Umwelt und Klima

Synthetische Kraftstoffe - Antrieb für die Zukunft

Um die Klimaschutzziele zu erreichen, müssen die CO2-Emissionen des Verkehrs in den nächsten Jahrzehnten weiter erheblich gesenkt werden. Neben der Elektromobilität sind hocheffiziente Verbrennungsmotoren, die mit synthetischen Kraftstoffen, den sogenannten eFuels, betrieben werden, ein vielversprechender Weg.

eFuels werden ausschließlich mit erneuerbaren Energien hergestellt. Vereinfacht ausgedrückt wird dabei Wasserstoff aus erneuerbarer Stromerzeugung mit Kohlendioxid, z. B. aus Industrieabgasen oder aus der Luft, zu einem treibhausgasneutralen Kohlenwasserstoff zusammengesetzt. Gemeinhin haben sich für diese Verfahren die Begriffe Power-to-X (PtX), Power-to-Liquid (PtL) oder Power-to-Gas (PtG) durchgesetzt. Im Gegensatz zu Biokraftstoffen stehen eFuels nicht in Konkurrenz zu Nahrungsmitteln (Tank-Teller-Diskussion). Ein weiterer zentraler Vorteil: Synthetische Kraftstoffe unterscheiden sich technisch nicht von ihrem herkömmlichen Pendant. Sie können sogar in Oldtimer eingesetzt und über das bestehende Tankstellennetz vertrieben und damit nach und nach beigemischt werden.

Studie zum Zukunftspotenzial von eFuels

In der aktuellen politischen Diskussion bietet die Flottenregulierung „CO2 Post-2021“ für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge die einmalige Chance, Hochlauf und Verbreitung regenerativer Kraftstoffe nachhaltig zu beflügeln. Beim Einsatz von Kraftstoffen, deren Menge und nachhaltige THG-Minderung zweifelsfrei nachweisbar sind, sollte der Hersteller eine CO2-Gutschrift für die mit diesen Kraftstoffen versorgte Fahrzeugflotte erhalten.

Doch noch ist die Herstellung von synthetischen Kraftstoffen aufwendig und kostspielig. Aber in der Zukunft können sie eine feste Größe im Verkehrswesen werden und einen immensen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Wie dieses Szenario im Jahr 2050 aussehen könnte, hat eine Studie der Deutschen Energie-Agentur (dena) und der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik (LBST) im Auftrag des VDA im Detail belichtet. Demnach wird der Endenergiebedarf aller Verkehrsträger der EU im Jahr 2050 zu mehr als 70 Prozent von eFuels gedeckt. Der größte Anteil wird dabei auf den Flug-, Schiff- und Straßengüterverkehr entfallen. Allerdings ist hierfür ein starker Ausbau der erneuerbaren Energien in Europa erforderlich.

eFuels – jetzt handeln und Chancen nutzen

In einem gemeinsamen Positionspapier mit dem BDI spricht sich der VDA für einen Markthochlauf von erneuerbaren Kraftstoffen (eFuels) aus. Aufbauend auf der BDI Klimapfadstudie werden politische Handlungsempfehlungen für eine Skalierung der eFuels Technologie definiert. Die Hauptforderung ist eine Anrechnung der eFuels in den aktuell diskutierten CO2-Flottenregulierungen (PKW, Nutzfahrzeuge und LKW) wie bereits im VDA Positionspapier vom März 2017 vorgeschlagen. Durch die derzeit hohen CO2-Vermeidungskosten in diesen Regulierungen kann eine Technologieentwicklung gestartet und die Herstellungskosten der eFuels langfristig auf ca. 1 €/l Dieseläquivalent gesenkt werden. Damit bieten die eFuels eine nachhaltige Ergänzung in Bereichen, in denen die Elektrifizierung ökonomische, ökologische oder gesellschaftliche Nachteile besitzt.

Das gesamte Positionspapier ist hier nachzulesen.

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