Umwelt und Klima

Energieeffizienz

Die meisten Menschen, die sich in Deutschland ein Auto kaufen, wollen vor allem
wissen, wie hoch der Kraftstoffverbrauch und die Kraftstoffkosten sind.

Pkw-Label

Das Pkw-Label soll Verbrauchern beim Autokauf helfen, die Energieeffizienz und die Klimafreundlichkeit eines Neuwagens besser einschätzen zu können. Es weist dazu den CO2-Ausstoß, den Kraftstoffverbrauch und die CO2-Effizienz eines Neuwagens aus. Grundlage für das Pkw-Label ist die EU-Richtlinie 1999/94/EG. Sie fordert, dass Verbraucher über den Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen eines Neuwagens in der Werbung oder im Autohaus standardisiert informiert werden. Die genaue Darstellung dieser Informationen wird jedoch den einzelnen Staaten überlassen. In Deutschland sind Hersteller und Händler bereits seit 2004 verpflichtet, eine Energieverbrauchskennzeichnung auszuweisen. Ende 2011 wurde diese Kennzeichnung maßgeblich verbessert. Kern der neuen Kennzeichnung ist eine Farbskala, an der Autokäufer die Energieeffizienz eines Neuwagens ablesen können.

Das Pkw-Label orientiert sich am etablierten Effizienzlabel für Elektrogeräte, dessen Farbskala von Grün bis Rot den Verbrauchern seit Jahren vertraut ist. Fahrzeuge, die wesentlich bessere CO2-Werte als der Durchschnitt haben, werden in grüne Klassen eingeteilt. Fahrzeuge, die dem Durchschnitt entsprechen, werden gelb eingestuft, und Fahrzeuge, die schlechter als der Durchschnitt sind, werden rot gekennzeichnet. Wenn sich die CO2-Werte der Pkw, die auf dem Markt angeboten werden, in Zukunft verbessern, wird das System verschärft. Ergänzt wird die Farbskala durch Angaben zu den durchschnittlichen Kraftstoffkosten sowie zur Höhe der CO2-basierten Kfz-Steuer pro Jahr, damit der Käufer auch diese laufenden Kosten des Fahrzeugs in seine Kaufentscheidung einbeziehen kann.

Das Label soll in erster Linie privaten oder gewerblichen Käufern und Interessenten Orientierung geben, aber auch Autohändlern dabei helfen, Energieeffizienz als Verkaufsargument zu nutzen. Anhand der Farbskala sieht der Kunde sofort, ob ein Neuwagen im Verhältnis zu seinem Fahrzeuggewicht sparsam ist oder nicht. Das ermöglicht vor allem, in einem Fahrzeugsegment zu vergleichen – etwa Kompaktwagen mit Kompaktwagen oder Familien-Vans mit Familien-Vans. Für Autokäufer ist die Hilfestellung des Pkw-Labels immer wichtiger. Laut einer Befragung der dena im Jahre 2015 betrachten 73 Prozent der Befragten, die das Pkw-Label kennen, es als „sehr wichtig“ oder „eher wichtig“ für ihre Kaufentscheidung. Seit der Einführung der Kennzeichnung im Jahr 2011 ist dieser Wert um 15 Prozent gestiegen.

Reifenlabeling

Die EU-Verordnung (EG) Nr. 661/2009 sieht eine Kennzeichnungspflicht für Reifen im Ersatzteilgeschäft vor. Diese Kennzeichnung beschreibt den Reifenrollwiderstand (Zapfsäulensymbol), die Nasshaftung (Regensymbol) und das Reifenrollgeräusch (Schallwellensymbol) und wird in die Klassen A bis G eingeteilt. Das Label ist noch verbesserungswürdig: Experten halten bis zu 20 notwendige Eigenschaften für eine Information an den Verbraucher für erforderlich. Die für 2014 geplante Überarbeitung durch die die EU-Kommission steht noch aus.

Reifen sollen komfortable Federungseigenschaften haben, langlebig sein, niedrige Fahrgeräusche verursachen, einen möglichst geringen Rollwiderstand aufweisen und ein gutes Bremsverhalten bei Nässe haben. Diese vielfältigen Aufgabenstellungen sind zum Teil physikalisch widersprüchlich zueinander, zum Beispiel die Verringerung des Rollwiderstands und die Verkürzung des Bremswegs.

Dr. Martin Koers
Dr. Martin Koers Leiter Abteilung Wirtschafts- und Klimaschutzpolitik

Tel: +49 30 897842-350  
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