Umwelt und Klima

Energieeffizienz und Labeling

Analog zum Energieeffizienzlabel bei Haushaltsgeräten informiert das Pkw-Label mit einer Farbskala darüber, wie effizient ein Fahrzeug im Vergleich zu anderen Fahrzeugen ist. Mit einem Blick sieht der Kunde, in welche CO2- Effizienzklasse sein Neuwagen fällt und welche Kosten für Kraftstoff und Kfz-Steuer zu erwarten sind.

Pkw-Label

Die europarechtliche Grundlage für das Pkw-Label ist die EU-Richtlinie 1999/94/EG. Sie schreibt vor, dass die Verbraucher über Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen bei Neuwagen in der Werbung und auch im Verkauf standardisiert zu informieren sind. Die genaue Darstellung dieser Informationen wird allerdings den einzelnen Staaten überlassen.

Auf dieser Grundlage sind in Deutschland Hersteller und Händler gemäß der Pkw-Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung (Pkw-EnVKV) verpflichtet, für neue Personenkraftwagen Angaben über den Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen zu machen. Seit Ende 2011 existiert statt eines simplen Faktenblatts eine Farbskala: Fahrzeuge, die wesentlich bessere CO2-Werte als der Durchschnitt haben, werden in grüne Klassen eingeteilt, durchschnittliche Fahrzeuge werden gelb und Fahrzeuge, die schlechter als der Durchschnitt sind, werden rot eingestuft.

Seit September 2018 müssen der Kraftstoffverbrauch und die Emissionen aller Fahrzeuge nach dem neuen Testverfahren WLTP gemessen werden. Mit dieser Umstellung ergibt sich die Notwendigkeit, analog zur CO2-basierten Kfz-Besteuerung auch die nationale Pkw-EnVKV und die Kommunikation anzupassen. Mit einer solchen Anpassung auf nationaler Ebene ist im Laufe des Jahres 2019 zu rechnen. Darüber hinaus existieren Überlegungen einer Revision der Verordnung auf europäischer Ebene, wodurch das Label in allen EU-Staaten vereinheitlicht werden könnte.

Reifenlabeling

Die EU-Verordnung (EG) Nr. 661/2009 sieht eine Kennzeichnungspflicht für Reifen im Ersatzteilgeschäft vor. Diese Kennzeichnung beschreibt den Reifenrollwiderstand (Zapfsäulensymbol), die Nasshaftung (Regensymbol) und das Reifenrollgeräusch (Schallwellensymbol) und wird in die Klassen A bis G eingeteilt. Das Label ist noch verbesserungswürdig: Experten halten bis zu 20 notwendige Eigenschaften für eine Information an den Verbraucher für erforderlich. Die für 2014 geplante Überarbeitung durch die EU-Kommission steht noch aus.

Reifen sollen komfortable Federungseigenschaften haben, langlebig sein, niedrige Fahrgeräusche verursachen, einen möglichst geringen Rollwiderstand aufweisen und ein gutes Bremsverhalten bei Nässe haben. Diese vielfältigen Aufgabenstellungen sind zum Teil physikalisch widersprüchlich zueinander, zum Beispiel die Verringerung des Rollwiderstands und die Verkürzung des Bremswegs.

Dr. Martin Koers
Dr. Martin Koers Geschäftsführer

Tel: +49 30 897842-103  
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