Umwelt und Klima

Klimaanlagen und Kältemittel

Klimaschutz hat für die deutsche Automobilindustrie Priorität.

Entwicklungen bei Klimaanlagen und Kältemitteln

Klimaschutz hat für die deutsche Automobilindustrie Priorität. Das gilt nicht nur für immer effizientere Motoren, sondern auch bei der Verbesserung der Fahrzeugklimaanlagen. In Europa gelten dafür spätestens ab 2017 neue Anforderungen. So sind seit Anfang 2014 alle neu typgeprüften Fahrzeugmodelle mit einem klimafreundlichen Kältemittel zu befüllen. Ab Januar 2017 gilt diese Vorgabe für jedes Neufahrzeug. Um als klimafreundlich zu gelten, muss ein Kältemittel einen Treibhausfaktor von weniger als 150 aufweisen. Dieser Treibhausfaktor (GWP , Global Warming Potential) ist eine Maßzahl für die Klimaschädlichkeit eines Kältemittels im Verhältnis zur Klimawirksamkeit von CO2. Ein GWP von 150 bedeutet somit, dass 1 Kilogramm eines Kältemittels, das in die Atmosphäre entweicht, 150-mal so klimawirksam ist wie 1 Kilogramm CO2. Das Kältemittel R134a, das seit Ende der 1990er-Jahre eingesetzt wird, hat jedoch einen GWP von 1.430 und überschreitet damit den Grenzwert deutlich. Daher muss dieses Kältemittel ersetzt werden. Die Automobilindustrie begann bereits Anfang der 1990er-Jahre, mögliche Alternativen zu dem zu dieser Zeit eingesetzten Kältemittel zu prüfen. Zwischenzeitlich haben sich zwei Kältemittel als Alternativen etabliert. R1234yf wird bereits heute in vielen neuen Fahrzeugmodellen eingesetzt. Es kann, ebenso wie das zuvor verwendete R134a, bei dem bisher üblichen Druckniveau von rund 30 bar in Klimaanlagen im Auto verwendet werden. Zudem ist R1234yf weitgehend kompatibel mit der Technik vorhandener Klimaanlagen. Ab Januar 2017 wird der größte Teil der Neufahrzeuge in der EU mit diesem Kältemittel ausgestattet. 

Auch CO2 kann als Kältemittel eingesetzt werden, es wird in diesem Zusammenhang als R777 bezeichnet. Die CO2-Technologie wurde zwischenzeitlich zur Serienreife weiterentwickelt. Da die besonderen Kältemitteleigenschaften – wie etwa die hohen Systemdrücke – grundlegende Neuentwicklungen aller Komponenten des Kältekreislaufs erforderlich gemacht hatten, war dies sehr aufwendig. Der VDA hat zusammen mit dem Normenausschuss Automobiltechnik ein umfangreiches Normungswerk für Komponenten der CO2-Klimaanlage entwickelt. Damit wird weltweit ein einheitlicher Standard sichergestellt, der durch die Normierung eine Massenproduktion solcher Komponenten ermöglicht.

Klimawirksamkeit und Ozonschichtschädigung von Kältemitteln

Kältemittel Klimawirksames Potenzial
(GWP)
Ozonschichtschädigendes
Potenzial (ODP)
R12 10.890 ja
R134a 1.430 nein
R1234yf 1–4 nein
R744 (CO₂) 1 nein
Quelle: IPCC, VDA
Dr. Stefan  Wöhrl
Dr. Stefan Wöhrl Leiter Abteilung Umweltpolitik und technischer Umweltschutz

Tel: +49 30 897842-300 Fax: +49 30 897842-600
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