Umwelt und Klima

Klimaanlagen und Kältemittel

Die Fahrzeughersteller haben die Entwicklung von CO₂-Klimaanlagen wieder aufgenommen.

Entwicklungen bei Klimaanlagen und Kältemitteln

Bereits in den 1980er-Jahren prüfte die Automobilindustrie Alternativen zu dem ozonschichtschädigenden Kältemittel R12 und ersetzte dieses durch das deutlich umweltfreundlichere R134a. Die deutsche Automobilindustrie führte es lange vor ihren Wettbewerbern ein. Durch eine andere Schwerpunktsetzung der Umweltpolitik rückte die Treibhauswirksamkeit (Einfluss des Gases auf den Treibhauseffekt nach Entweichen in die Atmosphäre) in den Fokus. Die EU erließ daher 2006 eine Richtlinie, die eine Grenze für die Treibhauswirksamkeit einführte. Diese wird über den GWP (Global Warming Potential) definiert. Der GWP ist ein Index, der im Verhältnis seiner Wirkung zu CO₂ als Treibhausgas über einen einhundertjährigen Zeitraum angegeben wird. Die EU-Richtlinie verlangt, dass in neuen Fahrzeugmodellen und ab dem 1. Januar 2017 in allen neuen Fahrzeugen das Kältemittel der Klimaanlage einen GWP von weniger als 150 aufweist. Das heute verwendete R134a ist zwar deutlich klimafreundlicher als das frühere Kältemittel; sein GWP liegt dennoch oberhalb des Grenzwertes. Als Alternative wurde auf dem europäischen Markt bereits in mehreren Fahrzeugmodellen das Kältemittel R1234yf eingeführt. Versuche im Auftrag des deutschen Kraftfahrt-Bundesamtes ergaben, dass diese Fahrzeuge im Sinne des Produktsicherheitsgesetzes sicher sind. Ein weiterführender Test gab allerdings Hinweise darauf, dass nicht bei jedem Fahrzeugmodell in jeder Situation ein Brand ausgeschlossen werden kann.

Deutsche Fahrzeughersteller haben daraufhin beschlossen, die Entwicklung der weiteren Alternative CO₂ wieder aufzunehmen und zum Abschluss zu bringen – eine weitere Möglichkeit, um sichere Kältemittel in die Fahrzeugflotte einzuführen. Zwischenzeitlich wurden mehr als 16 CO₂-Anlagenkomponenten normiert und erste Fahrzeuge sind im Probebetrieb.

Klimawirksamkeit und Ozonschichtschädigung von Kältemitteln

Kältemittel Klimawirksames Potenzial
(GWP)
Ozonschichtschädigendes
Potenzial (ODP)
R12 10.890 Ja
R134a 1.430 Nein
R1234yf 4 Nein
R744 (CO₂) 1 Nein
Quelle: VDA
Dr. Stefan  Wöhrl
Dr. Stefan Wöhrl Leiter Abteilung Umweltpolitik und technischer Umweltschutz

Tel: +49 30 897842-300 Fax: +49 30 897842-600
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