Umwelt und Klima

Fakten gegen ein generelles Tempolimit

In jüngster Zeit wird erneut über die Einführung eines generellen Tempolimits diskutiert. Der VDA möchte mit einen Beitrag zu dieser Diskussion liefern und plädiert für einen pragmatischen, unideologischen Ansatz – statt eines pauschalen Tempolimits, sollten Tempolimits zielgenau und situationsangepasst angewandt werden auf nachweislich besonders unfallauffälligen Streckenabschnitten oder temporär bei entsprechenden Witterungsverhältnissen oder hohem Verkehrsaufkommen.

„Null-Effekt“ für die Geräuschbildung

Ab einem Schwerverkehrsanteil von 10 % auf einer Autobahn – was auf über 95 % aller Autobahnabschnitte in Deutschland zutrifft – spielen die Pkw-Geräusche keine Rolle mehr. Für die verkehrsbedingte Geräuschemission insgesamt hätte ein Tempolimit daher praktisch keine Auswirkungen. Das Umweltbundesamt sieht einen Minderungseffekt eines 120-km-Tempolimits lediglich um vom menschlichen Ohr nicht mehr wahrnehmbare –0,5 dB (A). Sogar, wenn man das Tempolimits auf nur 100 km/h absenken würde, würde der Minderungseffekt nur -1,5 dB (A) betragen. Dies zeigte sich auch in der Praxis bei einem 30-monatigen Großversuch an der A45 bei Dortmund in den Jahren 2013 – 2015, in dessen Rahmen das Tempo auf nur 100 km/h abgesenkt wurde. Die von der Landesregierung NRW beauftragten Gutachter kamen zu dem Ergebnis, „dass ein Tempolimit keine wesentliche Änderung der Schall-Emissionen bewirkt“ 

Zum Vergleich: Durch die Verwendung von „Offenporigem Asphalt“ würde eine Minderung von 4 bis 5 dB (A) erzielt werden. Durch bauliche Schallabschirmung wird sogar eine Minderung um -5 dB (A) bis -15 dB (A) erreicht.

Lärmminderungswirkungen verschiedener Maßnahmen in dB (A)

UBA, 2015

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Dr. Jakob Seiler Koordninator der Koordinierungsstelle Antriebe der Zukunft und Elektromobilität

Tel: +49 30-897842-303  
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