Umwelt und Klima

Fakten gegen ein generelles Tempolimit

In jüngster Zeit wird erneut über die Einführung eines generellen Tempolimits diskutiert. Der VDA möchte mit einen Beitrag zu dieser Diskussion liefern und plädiert für einen pragmatischen, unideologischen Ansatz – statt eines pauschalen Tempolimits, sollten Tempolimits zielgenau und situationsangepasst angewandt werden auf nachweislich besonders unfallauffälligen Streckenabschnitten oder temporär bei entsprechenden Witterungsverhältnissen oder hohem Verkehrsaufkommen.

Schwedische Studien zeigen, dass eine Tempolimitierung den Frustrations- und Stresslevel des Autofahrers erhöht und zu riskantem Verhalten führt

Im Rahmen des EU-Projektes MASTER wurden Autos mit Tempolimitierern in verschiedenen europäischen Regionen von Versuchspersonen gefahren. Die Limitierer bremsten das Fahrzeug immer auf die jeweils gesetzlich vorgegebene Höchstgeschwindigkeit ab, obwohl die Versuchspersonen manchmal gerne wenige Kilometer schneller gefahren wären. Obwohl die Einbremsung im Durchschnitt nur 5 km/h betragen hat, berichteten die Autofahrer von einem spürbar erhöhten Frustrationsgrad, dem Gefühl von Zeitdruck und erhöhter Ungeduld. Festgestellt werden konnte auch, dass die Autofahrer auf Landstraßen durch die Limitierung ihre Abstände zum Vorausfahrenden verringert haben. Aus anderen Studien ist bekannt, dass die Autofahrer versuchen, den Zeitverlust durch die Einbremsungsvorgänge zu kompensieren durch höhere Geschwindigkeit in Situationen, wo das Tempolimit nicht relevant ist (z.B. beim Abbiegen).

Dr. Jakob Seiler Koordninator der Koordinierungsstelle Antriebe der Zukunft und Elektromobilität

Tel: +49 30-897842-303  
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