Umwelt und Klima

Fakten gegen ein generelles Tempolimit

In jüngster Zeit wird erneut über die Einführung eines generellen Tempolimits diskutiert. Der VDA möchte mit einen Beitrag zu dieser Diskussion liefern und plädiert für einen pragmatischen, unideologischen Ansatz – statt eines pauschalen Tempolimits, sollten Tempolimits zielgenau und situationsangepasst angewandt werden auf nachweislich besonders unfallauffälligen Streckenabschnitten oder temporär bei entsprechenden Witterungsverhältnissen oder hohem Verkehrsaufkommen.

Tempolimit kann keine Staus verhindern

Oft wird argumentiert, dass ein Tempolimit die gefahrenen Geschwindigkeiten harmonisiere und damit den Verkehrsfluss verbessere und Staus verhindere. Ein Drittel der Staus auf Autobahnen entsteht aber durch Baustellen, ein weiteres Drittel  durch chronische Kapazitätsüberlastung infolge unzureichenden Ausbaus. Diese Streckenabschnitte arbeiten sozusagen am Limit, so dass jede kleinste Störung (plötzliches Abbremsen oder plötzlicher Spurwechsel) sofort zu einem Zusammenbruch des Verkehrsflusses führt. Staus entstehen in diesen Fällen also nicht durch zu schnelles Fahren – im Gegenteil: Bei Kapazitätsüberlastung ist die Geschwindigkeit auf der betrachteten Strecke ohnehin meist viel niedriger als 120 km/h oder 130 km/h. Staus entstehen in diesen Fällen eher durch plötzliches, unerwartetes und unkooperatives Verhalten eines Autofahrers. Auf diesen Streckenabschnitten wird ein Stau am besten durch einen bedarfsgerechten Ausbau verhindert.            

Ein weiteres Drittel der Staus wird durch Unfälle erzeugt. Es ist aber nicht erwiesen, dass ein Tempolimit weniger Unfälle zur Folge hat.

Dr. Jakob Seiler Koordninator der Koordinierungsstelle Antriebe der Zukunft und Elektromobilität

Tel: +49 30-897842-303  
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