Der Lang-Lkw

Der Feldversuch Lang-Lkw

Im Feldversuch mit Lang-Lkw wurde detailliert untersucht, welche Auswirkungen mit dem Einsatz innovativer Fahrzeuge und Fahrzeugkombinationen auf Umwelt, Infrastruktur und Transportsysteme zu erwarten sind. In dem knapp fünfjährigen Feldversuch hat der Lang-Lkw seine ökonomischen und ökologischen Vorteile eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Ab dem 01.01.2017 findet die Überführung des Feldversuchs in den streckenbezogenen Regelbetrieb statt.

Im Feldversuch Lang-Lkw kamen Fahrzeuge bzw. Fahrzeugkombinationen mit einer Länge von bis zu 25,25m und einem Gesamtgewicht von maximal 40 Tonnen (44t im Kombinierten Verkehr) zum Einsatz. Insgesamt fünf Fahrzeugvarianten, vom verlängerten Sattelauflieger (17,80m Länge) bis zum Motorwagen mit Sattelauflieger (25,25m Länge), wurden erprobt.

Die Bundesregierung hat unter Federführung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) vom 1. Januar 2012 bis zum 31. Dezember 2016 einen Feldversuch mit Lang-Lkw durchgeführt.

Der Feldversuch wurde durch die BASt wissenschaftlich begleitet. Ende 2016 hat die BASt dem BMVI einen Abschlussbericht vorgelegt.

Auf dieser Grundlage erfolgte die Entscheidung des BMVI über den weiteren Einsatz von Lang-Lkw.

 

Der im Dezember 2016 veröffentlichte Abschlussbericht der BASt zum Lang-Lkw im Feldversuch bestätigt die positiven Erwartungen und belegt, dass Lang-Lkw sicher, umweltfreundlich und wirtschaftlich im Straßenverkehr unterwegs sind.

  • Der Feldversuch mit Lang-Lkw weist nach, dass durch den Einsatz von Lang-Lkw pro transportierter Tonne beziehungsweise pro Transporteinheit Kraftstoffeinsparungen von rund 25 Prozent erzielt werden können. Proportional zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs nehmen die CO2-Emissionen ab. Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen sinken – das ist einer der wesentlichen Beweggründe, längere Lkw auf den Straßen einzusetzen.
  • Beim Lang-Lkw Feldversuch wurde festgestellt, dass der Bremsweg eines Lang-Lkw kürzer ist als der eines herkömmlichen Lkw. Da das zulässige Gesamtgewicht nicht steigt, muss auch nicht mehr Gewicht abgebremst werden. Im Gegenteil: Ein Lang-Lkw hat mehr Achsen, an denen Bremskraft mobilisiert wird. Die BASt-Untersuchung hat für einen Lang-Lkw einen Bremsweg aus 80 km/h bis zum Stillstand von 36 Metern ermittelt. Bei einem Standard-Lkw ergab die Untersuchung 44 Meter.

Weitere Ergebnisse des Abschlussberichtes zum Feldversuch mit Lang-Lkw sind:

  • Für die Straßeninfrastruktur wird aufgrund der höheren Achszahl von Lang-Lkw kein erhöhter Erhaltungsaufwand erwartet.
  • Fahrzeugtechnische Probleme konnten unter den Rahmenbedingungen des Feldversuches nicht beobachtet werden.
  • Es konnten keine Hinweise auf größeren Stress oder eine erhöhte psychologische Beanspruchung der Fahrer von Lang-Lkw beobachtet werden.

Lang-Lkw jetzt im Regelbetrieb

Die  Änderungs-Verordnung vom BMVI erlaubt den unbefristeten streckenbezogenen Regelbetrieb für den Lang-Lkw ab 1. Januar 2017 auf Grundlage des bestehenden Positivnetzes.

Dieses besteht aus den Straßen, die die Länder auf Antrag von Logistikunternehmen als für den Lang-Lkw geeignet gemeldet haben. Aktuell umfasst das Positivnetz  eine Länge von fast 11.600 Kilometern. Die Bundesländer sollten das zugelassene Streckennetz weiter ausbauen, damit der Lang-Lkw seine Vorteile voll entfalten kann.

 

 

 

Höchste Standards bei der Sicherheitsausstattung und Fahrerqualifikation

Für die technische Ausstattung von Lang-Lkw und die Qualifikation der Fahrer gelten die bereits im Feldversuch mit Lang-Lkw erfolgreich erprobten Rahmenbedingungen. Das bedeutet:

  • Fahrer müssen mindestens fünf Jahre ununterbrochen im Besitz der Fahrerlaubnis CE sein und über fünf Jahre Berufserfahrung im gewerblichen Straßengüter- oder Werkverkehr verfügen.
  • Lang-Lkw müssen technische Mindestanforderungen erfüllen, die u.a. automatische Abstandsregelsysteme, Spurhaltewarnsysteme, automatische Achslastüberwachung, elektronisch gesteuerte Bremssysteme, Kamera-Systeme am Heck, Konturmarkierungen Spurhalteleuchten beim Anhänger etc. umfassen.

Lang-Lkw im Regelbetrieb: Fernverkehr ja - Innenstädte nein

Lang-Lkw müssen auf den bestehenden Infrastrukturen sicher und schonend betrieben werden können. Sie werden daher auch künftig überwiegend auf Autobahnen und Bundesstraßen eingesetzt, um den Straßengüterverkehr dort noch effizienter zu machen. Lang-Lkw dienen nicht dem innerstädtischen Lieferverkehr.

Auch wäre es sinnvoll, den Lang-Lkw für den internationalen Straßengüterverkehr zuzulassen. Solange hierfür eine klare EU-Rechtsgrundlage fehlt, sollte zumindest der Einsatz zwischen solchen EU-Mitgliedsstaaten möglich sein, die den Betrieb des Lang-Lkw bereits heute für den nationalen Verkehr erlauben. Durch regelmäßige Aktualisierungen des Streckennetzes werden die Optimierungsbemühungen der Unternehmen unterstützt und ebenso auch zukünftige Erfahrungen aus dem Einsatz berücksichtigt.

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