Umwelt und Klima

Umweltschutz in der Produktion

Die deutsche Automobilindustrie ist sich ihrer Verantwortung entlang des gesamten Produktions- und Nutzungszyklus eines Automobils bewusst.

Nachhaltigkeit

Neben den ökonomischen, den ökologischen und den sozialen Zielgrößen werden auch die vertikalen Komponenten, nämlich alle Wertschöpfungsstufen mit einbezogen. Es geht darum, fortlaufend die Maßnahmen für Produktion und Produkt an diesen Zielkoordinaten auszurichten.

Ursprünglich aus der Forstwirtschaft stammend, ist der Begriff heute in aller Munde. Es geht nicht um das ob, sondern um das wie. Neue Wege finden, wie Prozesse und Produkte besonders ressourceneffizient gestaltet, genutzt und anschließend wieder in den Wertstoffkreislauf zurück geführt werden können. Es bedeutet auch, Arbeits- und Gesundheitsschutz als zentrale Themen in der gesamten Lieferkette zu verankern.
 

Die deutsche Automobilindustrie ist sich ihrer Verantwortung hierfür bewusst. Von der Auswahl der Materialien, über die Produktion, den kraftstoffsparenden Betrieb bis hin zum Schließen von Stoffkreisläufen am Ende des Lebenszyklus eines Fahrzeugs. Sie forscht ständig, um Produktionsverfahren und Materialien im Sinne des Ressourcenschutzes weiter zu optimieren. Etwa 18 Mrd. Euro investiert die deutsche Automobilindustrie jährlich in die interne Forschung. Damit nimmt sie einen Spitzenplatz ein. Hinzu kommt die Auftragsforschung.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten konnten deutsche Automobilhersteller deutliche Erfolge im Einsatz natürlicher Ressourcen in der Automobilfertigung erzielen. So sank der Trinkwasserverbrauch je hergestelltes Fahrzeug in diesem Zeitraum um mehr als 60 Prozent. Ein weiterer Baustein zur Ressourcenschonung: Mehr als 80 Prozent der Produktionsabfälle werden heute verwertet. Die zu deponierenden Abfälle je Fahrzeug passen mittlerweile in einen gewöhnlichen Putzeimer. Auch in der Luftreinhaltung erzielten die deutschen Automobilhersteller beachtliche Einsparungen: Um 65 Prozent gingen die Lösemittelemissionen aus der Fahrzeugserienlackierung seit 1990 zurück und erreichen heute im internationalen Vergleich das niedrigste Niveau. Die Zahlen belegen eindrücklich: Die deutschen Automobilhersteller und deren Zulieferer sind im Umweltschutz vorbildlich.

Mittlerweile haben etwa 80 Prozent der deutschen Umweltregelungen ihren Ursprung in Brüssel. Oftmals mangelt es jedoch an einer europäischen Harmonisierung im Umweltrecht, weil bei der Umsetzung von EU-Richtlinien in deutsches Recht die Schrauben häufig noch ein bisschen mehr angezogen werden. Das verzerrt das Bild, denn harmonisierte Emissionsgrenzwerte bedeuten gleiche Wettbewerbsbedingungen.


In 2014 haben die Vorbereitungen zum europäischen Prozess der Überprüfung und Anpassung der sogenannten besten verfügbaren Techniken (BVT) für die Fahrzeugserienlackierung begonnen. Ein Prozess mit hoher Relevanz, bilden die BVT doch die Basis für die Ableitung von Emissionsgrenzwerten. Bei der aktuell zur Überprüfung und Anpassung an den technischen Fortschritt anstehenden Dokumentation zur „Oberflächenbehandlung unter Verwendung organischer Lösungsmittel“ bilden die Lösemittelemissionen den Fokus. Hier stehen die deutschen Automobilproduzenten im europäischen Vergleich sehr gut da. Entscheidend ist, dass eine Umsetzung der ursprünglich auf EU-Ebene ermittelten und festgelegten Emissionsgrenzwerte in deutsches Recht nicht eine weitere Verschärfung für die deutschen Automobilproduzenten bedeutet.
 

Dabei sind jedoch die Bilanzgrenzen sauber zu definieren. Der Lieferkettenbezug wird auch bei der freiwilligen Umweltmanagementnorm ISO 14001 spürbar. So sollen wesentliche Umweltanforderungen an externe Lieferanten kommuniziert werden. Zur einheitlichen Lieferantenabfrage im Hinblick auf Aspekte der Nachhaltigkeit hat ein internationales Netzwerk von Automobilherstellern einen Fragebogen entwickelt. Dieser steht auf der Plattform des europäischen Netzwerks CSR Europe (http://www.csreurope.org/) zum Download zu Verfügung.

Darüber hinaus haben sich die regulatorischen Anforderungen an die externe Berichterstattung von Unternehmen verschärft. Sichtbar wird das durch die Ende 2014 verabschiedete EU-Richtlinie über die „nicht-finanzielle Berichtspflicht für große Unternehmen“. In der Europäischen Union ansässige Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern müssen nun verbindlich über ökologische und soziale Aspekte ihres Handelns berichten. Über die schon heute notwendigen Angaben zu Umwelt- und Arbeitnehmer-belangen hinaus werden künftig Angaben zur Korruptionsbekämpfung und zur Achtung der Menschenrechte erwartet.

Es wäre jedoch zu kurz gesprungen, der Automobilindustrie die alleinige Verantwortung für vorgelagerte Bereiche aufzubürden. Hier bedarf es einer fairen Arbeitsteilung zwischen Staat und Wirtschaft. Nur so kann Einfluss auf die Umwelt- und Arbeitsschutzbedingungen in den einzelnen Gliedern einer Lieferkette genommen werden.


Kontakt:
Abteilung Umweltpolitik und technischer Umweltschutz
Zuständige Gremien:
Ausschuss für Umweltmanagement
Unterausschuss Nachhaltigkeit in der Lieferkette
 

Christina Meßner
Christina Meßner Referentin der Abteilung Umweltpolitik und technischer Umweltschutz

Tel: +49 30 897842-302 Fax: +49 30 897842-600
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