] Umweltschutz in der Produktion und Nachhaltigkeit in der Lieferkette - VDA
Umwelt und Klima

Umweltschutz in der Produktion

Die deutsche Automobilindustrie ist sich ihrer Verantwortung entlang des gesamten Produktions- und Nutzungszyklus eines Automobils bewusst.

Umweltschutz in der Produktion und Nachhaltigkeit in der Lieferkette

Im April 2013 hat die EU-Kommission ihre Meldung zu „Building the Single Market for Green Products“ bekannt gegeben. Darin kündigte sie Methoden zur Messung der Umweltleistung von Produkten oder Organisationen entlang ihres Lebenswegs an – den Umweltfußabdruck von Produkten (Product Environmental Footprint, PEF) und den Umweltfußabdruck von Organisationen (Organisation Environmental Footprint, OEF). Erprobt werden die Methoden in einer dreijährigen Testphase, in der unter Beteiligung verschiedener Interessenträger produkt- und sektorspezifische Regeln ausgearbeitet werden. In einer zweiten Phase möchte die Kommission die Ergebnisse der Testphase eingehend evaluieren und auf dieser Grundlage über weitere Anwendungen der PEF- und der OEF-Methode in der Politik entscheiden. Nicht auszuschließen ist, dass die EU-Kommission die bislang freiwillige Anwendung der Methodik künftig verpflichtend vorschreiben möchte. Ressourceneffizientes Handeln bedarf jedoch keiner regulatorischen Vorgaben. Insbesondere für die europäische Industrie, die stark von Rohstoffimporten abhängig ist, ist Ressourceneffizienz unerlässlich und schon deshalb gelebte Praxis. Für den Nachweis ressourceneffizienten Handelns sind aus Sicht der deutschen Automobilindustrie keine neuen Methoden und Indikatoren erforderlich. Vielmehr kommt es auf den effizienten Einsatz der bereits existierenden Managementinstrumente (zum Beispiel ISO 14040) an.

Die Unternehmen der deutschen Automobilindustrie zeichnen sich durch hohes Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt und eine starke Innovationskraft aus. Widergespiegelt wird dieses Engagement durch zahlreiche Auszeichnungen mit Umweltschutzpreisen auf Bundes- und auf internationaler Ebene. Auch die bereits im 24. Jahr fortgeschriebenen VDA-Umweltkennzahlen verdeutlichen die Anstrengungen der Branche im produktionsseitigen Umweltschutz und den steten Trend einer Entkopplung von Ressourceneinsatz und Anzahl hergestellter Fahrzeuge.

Dabei erstreckt sich das Engagement längst schon nicht mehr allein auf den eigenen Produktionsstandort. „Lieferkettenverantwortung“ lautet das Stichwort. Der Nachweis über die Erfüllung ökologischer und sozialer Standards an den jeweiligen Produktionsstätten und den vorgelagerten Kettengliedern wird zunehmend eingefordert. Um den hierzu erforderlichen Kommunikationsprozess zu vereinfachen, ist eine Vereinheitlichung erstrebenswert. Die deutsche Automobilindustrie hat sich dieser Aufgabe angenommen. Auch die aktuell laufende Revision der Managementnorm ISO 14001 „Environmental management systems — Requirements with guidance for use“ greift das Stichwort „Lieferkettenverantwortung“ auf.

Dem Thema „Nachhaltigkeit“ widmet sich auch die freiwillige „Initiative Nachhaltige Rohstoffbereitstellung für die stoffliche Biomassenutzung (INRO)“. Ihr gehören Vertreter von Industrieunternehmen, Wirtschaftsverbände und -vereine, deutsche Ministerien und nachgeordnete Behörden, Wissenschaftler, Umwelt- und Entwicklungsverbände sowie deutsche Zertifizierungssysteme an. Die deutsche Automobilindustrie unterstützt die Initiative durch aktive Mitarbeit. Ein erstes Arbeitsergebnis liegt vor: ein Katalog an Nachhaltigkeitsmerkmalen, auf den sich alle Teilnehmer verständigen konnten. Ziel ist es, eine Bewertung bzw. Zertifizierung der nachhaltigen Rohstoffbereitstellung für die stoffliche Biomassenutzung zu ermöglichen.

Christina Meßner
Christina Meßner Referentin der Abteilung Umweltpolitik und technischer Umweltschutz

Tel: +49 30 897842-302  
Nach oben springen