Wirtschaftspolitik und Infrastruktur

Energie

Mit der Energiewende hat sich die Bundesregierung im Energiekonzept vom September 2010 sowie in den energiepolitischen Beschlüssen vom Juni 2011 ehrgeizige Ziele gesetzt: die Entwicklung einer Energieversorgung ohne Atomenergie mit stetig wachsendem Anteil erneuerbarer Energien (EE).

Strompreise

Die Strompreise sind in der EU im vergangenen Jahr weiter gestiegen. In Deutschland ist der Strom noch immer mit am teuersten in Europa. Der hohe Strompreis ist ein Wettbewerbsnachteil für die deutsche Industrie. Der Industriestrompreis für die Unternehmen der Automobilindustrie lag in Deutschland 2015 bei rund 15 Cent je Kilowattstunde und damit etwa doppelt so hoch wie zum Beispiel in Frankreich. Dieser Nachteil spielt nicht nur für laufende Kosten der Unternehmen eine Rolle, sondern auch bei Standort- und Investitionsentscheidungen. Hohe Energiekosten sind daher langfristig eine Bedrohung für Produktion und Arbeitsplätze in Deutschland.

Der Strompreis besteht zu über der Hälfte aus Steuern und Abgaben – mit deutlich steigender Tendenz. 2016 erreicht die EEG schon annähernd die gleiche Höhe wie die Kosten, die Energieversorger für Beschaffung, Netze und Vertrieb haben. Die Unternehmen der Automobilindustrie sind – mit nur wenigen Ausnahmen – nicht von der EGG-Umlage befreit, sondern zahlen den vollen Satz. Und es ist davon auszugehen, dass die Umlage erneut steigt und für weitere Belastungen sorgt. Umso wichtiger ist es, dass die Energiepolitik das Preisgefälle in Europa nicht zu groß werden lässt.

Die deutlichen Preisunterschiede beim Strom zwischen den Ländern und auch die unterschiedlichen Preisveränderungen zeigen, wie uneinheitlich der europäische Energiemarkt immer noch ist. Steuer- und Abgabenbelastungen weichen teilweise stark voneinander ab. So haben etwa deutsche Stromkunden von den zuletzt weltweit sinkenden Energiepreisen kaum profitiert.

Dr. Stefan  Wöhrl
Dr. Stefan Wöhrl Leiter Abteilung Umweltpolitik und technischer Umweltschutz

Tel: +49 30 897842-300 Fax: +49 30 897842-600
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