Wirtschaftspolitik und Infrastruktur

Handel

Der Zugang zu Auslandsmärkten ist für die Unternehmen der Automobilindustrie unerlässlich. Das Wachstum findet – abgesehen vom US-Markt – vor allem auf den Märkten außerhalb der Triade statt: in Osteuropa, Asien, Lateinamerika und anderen Schwellenländern mit steigender Motorisierung.

Handels- und Investitionspolitik

Die deutsche Automobilindustrie ist mit über 2.000 Produktionsstätten im Ausland global aufgestellt. Der Standort Deutschland lebt vom Export und von offenen Märkten. Mehr als 75 Prozent der Pkw-Produktion in Deutschland werden exportiert. Deshalb ist der Zugang zu Auslandsmärkten ein zentrales Thema für die deutsche Automobilindustrie.

Das weltweite Wachstum der individuellen Mobilität, aber auch die Existenz von Marktzugangshemmnissen, hat die Unternehmen der deutschen Automobilindustrie veranlasst, vermehrt Produktionsstätten im Ausland aufzubauen. Seit dem Jahr 2010 produzieren die deutschen Hersteller mehr  Fahrzeuge im Ausland als in Deutschland. Während vor zehn Jahren erst 4,2 Millionen Pkw im Ausland produziert wurden, sind es heute rund 9,3 Millionen. Die Inlandsproduktion konnte in Deutschland – im Gegensatz zu manchen anderen Ländern in Europa – leicht gesteigert werden (von 5,2 auf 5,6 Millionen Pkw). Dennoch – das große Wachstum der Produktion findet im Ausland statt. Gleichzeitig konnten parallel zum Ausbau der Auslandsproduktion die Exporte aus Deutschland gesteigert werden. Sie stiegen in den letzten zehn Jahren von 3,6 auf 4,3 Millionen Pkw.

Diese „Zweisäulenstrategie“ des Exports und der Auslandsproduktion trägt wesentlich zum Erfolg der deutschen Automobilindustrie bei. Allerdings erschweren immer mehr protektionistische Maßnahmen vieler Länder die Ausfuhr. Sie schränken die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland ein. Dabei geht es nicht nur um hohe Zölle und Einfuhrabgaben, die beispielsweise in Indien über 100 Prozent betragen können. Zahlreiche Länder versuchen zudem, mit Anforderungen an Einfuhr und Produktion die eigene lokale Wertschöpfung zu erhöhen oder zu schützen. Solche »künstlichen« Standortfaktoren führen im Ergebnis zu einer Verzerrung des Wettbewerbs. Darüber hinaus verhindern sie mitunter die Entwicklung einer international wettbewerbsfähigen Industrie. Der VDA setzt sich deshalb für den Abbau von Handelshemmnissen ein.

Angela Mans Leiterin Außenwirtschaft, Abteilung Wirtschafts- und Klimaschutzpolitik

Tel: +49 30 897842-352  
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