Wirtschaftspolitik und Infrastruktur

Steuern und Zölle

Wettbewerbsfähige steuerliche Rahmenbedingungen sind eine wesentliche Voraussetzung, um die Attraktivität des Standortes Deutschlands für die Automobilindustrie zu erhalten.

Besteuerung Elektromobilität

Die neue Bundesregierung spricht sich im Koalitionsvertrag zu Recht weiter für die Förderung der Elektromobilität aus. Die Bundesregierung hält an ihrem Ziel fest, bis 2020 in Deutschland 1 Mio. Elektrofahrzeuge auf die Straße zu bringen. Der VDA unterstützt deshalb die Ziele der
„Nationalen Plattform Elektromobilität“ (NPE) und setzt sich für eine Ver-
besserung der steuerlichen Rahmenbedingungen für Elektrofahrzeuge ein.

1. Nachteilsausgleich für Elektrofahrzeuge

Zur Förderung von Elektrofahrzeugen ist ein sog. Nachteilsausgleich bei der Besteuerung der Privatnutzung von Dienst- und Firmenwagen geschaffen worden. Der Nachteilsausgleich bei der Firmenwagenbesteuerung erfolgt durch eine schrittweise Reduzierung des Bruttolistenpreises bei Elektrofahrzeugen und bei extern aufladbaren Hybridelektrofahrzeugen (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 S. 2 u. 3 EStG). Anwendungsfragen regelt ein BMF-Schreiben vom 5. Juni 2014, bei dem die Finanzverwaltung auch einige praktische Hinweise des VDA aufgenommen hat.

2. Kfz-Steuerbefreiung für Elektrofahrzeuge

Auch bei der Kfz-Steuer gibt es eine wichtige Verbesserung für Elektrofahrzeuge: Die Kfz-Steuerbefreiung für reine Elektrofahrzeuge, die bis 31. Dezember 2015 zugelassen werden, ist von fünf auf zehn Jahre verlängert worden (VerkStÄndG vom 5. Dezember 2012). Fahrzeuge, die vom 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2020 erstmals zugelassen werden, sind wie bisher fünf Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Zudem erfolgte eine Ausweitung auf weitere Fahrzeugklassen.

3. Sonderabschreibung

Der VDA unterstützt den Vorschlag der „Nationalen Plattform Elektromobilität“ (NPE), eine Sonderabschreibung für gewerblich genutzte Fahrzeuge in Höhe von 50 % im ersten Jahr der Nutzung einzuführen. Die Sonderabschreibung ist ein bewährtes marktwirtschaftliches Instrument, um die Elektromobilität für einen größeren Kreis von Unternehmen attraktiv zu machen.

Der Bundesrat hat am 10. Juli 2015 der hessischen Gesetzesinitiative zur steuerlichen Förderung der Elektromobilität zugestimmt (BR-Drs. 114/15, Download). Damit ist von Länderseite ein klares Signal für die steuerliche Förderung von Elektrofahrzeugen durch eine Sonderabschreibung gesetzt worden. Die Bundesregierung ist nun gefordert, diese gesetzlich umzusetzen.

Hesseninitiative-Sonderabschreibung-Elektromobilitaet

VDA-Uebersicht-Sonder-AfA

4. Steuerbefreiung von Ladestrom

Für den Bezug von Ladestrom sind praxistaugliche Steuerregeln notwendig, damit die Besteuerung keine Hürde für den Kauf und die Nutzung von Elektrofahrzeugen darstellt. Der VDA unterstützt daher die hessische Gesetzesinitiative (BR-Drs. 114/15), die eine Steuerbefreiung des geldwerten Vorteils für den Bezug von Ladestrom beim Arbeitgeber vorsieht.

Alternativ sind Vereinfachungslösungen auf Verwaltungsebene denkbar, für die der VDA eigene Vorschläge entwickelt hat.

VDA-Vorschlaege-Ladestrom-Elektrofahrzeuge-Mai-2015

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