Wirtschaftspolitik und Infrastruktur

Verkehr

Auch im Jahr 2014 wurde der Pkw in Deutschland für über 80 Prozent der Leistung im Personenverkehr genutzt. Sein Transportvolumen wuchs auf 928,8 Mrd. Personenkilometer und damit um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die jüngste Verkehrsprognose der Bundesregierung – ihr Betrachtungshorizont reicht bis 2030 – rechnet damit, dass der Pkw auch in Zukunft mit einem Marktanteil von knapp 79 Prozent das mit Abstand dominierende Verkehrsmittel bleiben wird.

Der Fernbus

Seit der Liberalisierung des Fernbusmarktes 2013 hat sich der Fernbus in kurzer Zeit als wichtiges zusätzliches Mobilitätsangebot im Personenfernverkehr durchgesetzt. Erhebungen des Statistischen Bundesamtes zufolge waren bereits im ersten Jahr der Liberalisierung des Marktes 8,2 Mio. Fahrgäste mit dem Fernbus unterwegs. Nach ersten Schätzungen könnten im zweiten Jahr bereits über 15 Mio. Fahrgäste auf die neuen Angebote gesetzt haben. Dank der hohen Akzeptanz bei Fahrgästen und der kontinuierlichen Erweiterung des Streckennetzes durch Linienbetreiber hat sich der Fernbus als attraktive und umweltfreundliche vierte Säule im Fernverkehr neben Bahn, Pkw und Flugzeug etabliert.
 

Mit MeinFernbus, FlixBus, Postbus und anderen haben sich in kurzer Zeit Unternehmen eine starke Stellung im Markt erarbeitet, die vor allem auf mittelständische Buspartner setzen. Unter den großen Dachmarken ist heute eine große Zahl von mittelständischen Busbetreibern aktiv, die durch die Marktöffnung neue Tätigkeitsfelder erschließen konnten. Die Busbetreiber haben angekündigt, ihre Busflotten weiter aufzustocken und das Liniennetz auch künftig zu erweitern. Infolge der intensiven Nutzung der Fahrzeuge bringt das auch positive Impulse für die Bushersteller.

Mit der dynamischen Marktentwicklung sind aber vor allem für viele Kommunen und Genehmigungsbehörden auch neue Herausforderungen verbunden. Die Infrastruktur hält mit der Entwicklung nicht überall mit; mancherorts fehlen die notwendigen Haltestellen oder sie weisen Defizite auf. Damit bleiben auch wirtschaftliche Chancen für die Kommunen ungenutzt und das positive Image der Branche leidet. Vor diesem Hintergrund hat der VDA gemeinsam mit dem Deutschen Tourismusverband DTV ein von den Fernbusbetreibern MeinFernbus und ADAC/Postbus initiiertes Projekt „Neue Fernbushalte und Genehmigungspraxis – Chancen für die Kommunen“ unterstützt. Darin werden die wirtschaftlichen Chancen neuer Fernbuslinien für die Kommunen beleuchtet. Für die Verwaltungen wurde ein Leitfaden erarbeitet, der Best-Practice-Beispiele für die Einrichtung und den erfolgreichen Betrieb von Busterminals zeigt. Zentraler Handlungsbedarf besteht vielerorts zunächst in der „einfachen“ Aufwertung bestehender Haltestellen. Durch die Vernetzung mit anderen Verkehrsträgern, wie zum Beispiel dem Nahverkehr auf der Schiene oder dem ÖPNV, wird die Attraktivität der Standorte weiter gesteigert und damit auch der Umweltverbund gestärkt. Nur in einigen intensiv genutzten Knoten sind neue oder zusätzliche Fernbushalte erforderlich, um ein attraktives Angebot für die Fahrgäste zu ermöglichen. Intelligente Lösungen, die neben Nutzungsgebühren auch auf weitere Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung setzen, sind dabei auch für die Finanzierung denkbar.

Ausgewählte Publikation zum Thema

Thomas Fabian
Thomas Fabian Leiter Abteilung Nutzfahrzeuge, Anhänger, Aufbauten, Busse

Tel: +49 30 897842-370 Fax: +49 30 897842-600
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