Wirtschaftspolitik und Infrastruktur

Verkehr

Das Auto steht in Deutschland für über 80 Prozent des Personenverkehrs und ist damit Verkehrsmittel Nummer 1.

Güterverkehr

Der Lkw bildet weiterhin das Rückgrat des Güterverkehrs in Deutschland. Seine Verkehrsleistung belief sich im Jahr 2015 auf 459 Mrd. Tonnenkilometer. Das waren rund 73 Prozent der gesamten Verkehrsleistung zu Lande, also auf der Straße, auf der Schiene und auf den Wasserstraßen. Mit diesem Anteil liegt Deutschland in etwa im europäischen Durchschnitt. Gegenüber 2014 ist die Verkehrsleistung auf der Straße um 1,6 Prozent gewachsen. Das Bundesverkehrsministerium geht in seiner jüngsten Verkehrsprognose davon aus, dass der Straßengüterverkehr bis 2030 gegenüber dem Jahr 2010 noch einmal um rund 29 Prozent auf 607 Mrd. Tonnenkilometer anwachsen wird. Damit wird auch der heutige Marktanteil des Lkw in etwa stabil bleiben.

Seine Bedeutung verdankt der Lkw zu einem großen Teil seiner Flexibilität. Nur der Lkw kann von der Laderampe bis zur Haustür jedes Ziel erreichen. Er ist auch ökonomisch und ökologisch beim Transport kleiner Sendungsgrößen und über kürzere Entfernungen im Vorteil. So erreicht die Eisenbahn ihre Wirtschaftlichkeitsschwelle im Güterverkehr erst ab Nutzlasten von über 300 Tonnen. Ein kombinierter Verkehr von Straße und Schiene ist ebenfalls erst bei Entfernungen von über 500 Kilometern sinnvoll. Allerdings spielen sich fast 80 Prozent des Güteraufkommens im Straßenverkehr auf Strecken von 150 Kilometern ab. Dadurch ergibt sich eine Aufgabenteilung zwischen den Verkehrsträgern: Der Lkw ist für Transporte mit geringem Volumen und auf kurzen Wegen ideal. Eisenbahn und Binnenschiff sind bei Transporten mit hohem Volumen über große Distanzen eher wettbewerbsfähig. Ein gutes Beispiel dafür ist der Transport fabrikneuer Automobile. Die deutsche Automobilindustrie nutzt die Schiene im Hauptlauf für über 50 Prozent ihrer Transporte. Die Verkehrsträger stehen somit wegen ihrer systembedingten Vor- und Nachteile weit weniger in Konkurrenz zueinander, als meist angenommen wird. Vielmehr ergänzen sie sich gegenseitig.

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