Wirtschaftspolitik und Infrastruktur

Verkehr

Das Auto steht in Deutschland für über 80 Prozent des Personenverkehrs und ist damit Verkehrsmittel Nummer 1.

Straßengüterverkehr

Der Lkw bildet weiterhin das Rückgrat des Güterverkehrs in Deutschland. Seine Verkehrsleistung belief sich 2017 auf 484,2 Mrd. Tonnenkilometer. Das waren über 74 Prozent der gesamten Verkehrsleistung zu Lande – also auf der Straße –, auf der Schiene und auf den Wasserstraßen. Mit diesem Anteil liegt Deutschland in etwa im europäischen Durchschnitt. Gegenüber dem Vorjahr ist die Verkehrsleistung auf der Straße um 1,7 Prozent gewachsen. Das Bundesverkehrsministerium geht in seiner jüngsten Verkehrsprognose davon aus, dass der Straßengüterverkehr bis 2030 auf 607 Mrd. Tonnenkilometer anwachsen wird. Das wäre ein Plus von über 20 Prozent gegenüber 2017. Dabei wird der heutige Marktanteil des Lkw in etwa stabil bleiben.

Seine Bedeutung verdankt der Lkw zu einem großen Teil seiner Flexibilität. Nur der Lkw kann von der Laderampe bis zur Haustür des Kunden jedes Ziel anfahren. Er ist auch ökonomisch und ökologisch beim Transport kleiner Sendungsgrößen und über kürzere Entfernungen im Vorteil. So erreicht die Eisenbahn ihre Wirtschaftlichkeitsschwelle im Güterverkehr erst ab Nutzlasten von über 300 Tonnen. Ein kombinierter Verkehr von Straße und Schiene ist ebenfalls erst bei Entfernungen von weit über 300 Kilometern sinnvoll. Allerdings spielen sich fast 80 Prozent des Güteraufkommens im Straßenverkehr auf Strecken von unter 150 Kilometern ab. Dadurch ergibt sich eine Aufgabenteilung zwischen den Verkehrsträgern: Der Lkw ist für Transporte mit geringem Volumen und auf kurzen Wegen ideal. Eisenbahn und Binnenschiff sind bei Transporten mit hohem Volumen über große Distanzen eher wettbewerbsfähig. Ein gutes Beispiel dafür ist der Transport fabrikneuer Automobile. Die deutsche Automobilindustrie nutzt die Eisenbahn im Hauptlauf für über 50 Prozent ihrer Transporte. Die Verkehrsträger stehen somit wegen ihrer systembedingten Vor- und Nachteile weit weniger in Konkurrenz zueinander, als meist angenommen wird. Vielmehr ergänzen sie sich gegenseitig.

Leichte Nutzfahrzeuge

In Zeiten des stetig wachsenden Onlinehandels sind Transporter, vor allem in Städten, unverzichtbar. Über 3 Mrd. Paketsendungen werden in Deutschland jährlich verschickt. Als Bindeglied zwischen Logistikzentren, Einzelhandel und dem Verbraucher haben sich leichte Nutzfahrzeuge in den Versorgungs- und Wertschöpfungsketten etabliert. Aber auch im schnellen und flexiblen Güter- und Warenfernverkehr sowie im Kurier- und Zustelldienst ist der Transporter eine tragende Säule. Leichte Nutzfahrzeuge sind als Transportmittel für die „letzte Meile“ nicht mehr wegzudenken. Seit dem Jahr 2000 hat die Zahl der Sendungen im deutschen Kurier-, Express- und Paketmarkt um insgesamt 74 Prozent zugenommen. Der Transporter wird auch in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen.

Dank immer besserer Sicherheitssysteme sind heutige Transporter genauso sicher wie Pkw. Die Automobilindustrie wendet jährlich einen bedeutenden Teil ihrer Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen für die Verbesserung dieser Fahrzeugsicherheit auf. Viel Innovationskraft wird auch weiterhin in die Minimierung des Kraftstoffverbrauchs und die weitere Reduzierung der Schadstoffemissionen gesteckt. Alternative Antriebe werden bei Transportern künftig stark an Bedeutung gewinnen: Gerade für diese Fahrzeuge, die viel in der Stadt unterwegs sind, eignen sich die Hybrid- oder rein elektrischen Antriebe hervorragend. Die Automobilindustrie setzt weiterhin ihre Kraft in Innovationen, um die leichten Nutzfahrzeuge noch attraktiver für Stadt und Mensch zu machen. Die Möglichkeiten sind noch lange nicht ausgeschöpft.

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