Wirtschaftspolitik und Infrastruktur

Verkehr

Auch im Jahr 2014 wurde der Pkw in Deutschland für über 80 Prozent der Leistung im Personenverkehr genutzt. Sein Transportvolumen wuchs auf 928,8 Mrd. Personenkilometer und damit um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die jüngste Verkehrsprognose der Bundesregierung – ihr Betrachtungshorizont reicht bis 2030 – rechnet damit, dass der Pkw auch in Zukunft mit einem Marktanteil von knapp 79 Prozent das mit Abstand dominierende Verkehrsmittel bleiben wird.

Verkehrssicherheitspolitik

Die Gefahr, im Straßenverkehr tödlich zu verunglücken, ist auch im Jahr 2014 gesunken. Damit ist der Straßenverkehr so sicher wie nie zuvor. Pro 1 Mrd. Fahrzeugkilometer waren im Jahr 2014 statistisch gesehen 4,6 Getötete zu beklagen. Mitte der 1990er-Jahre waren es noch dreimal so viele. Normalerweise sinkt die Zahl der tödlich Verunglückten trotz zunehmender Fahrleistung auch absolut von Jahr zu Jahr. Dies war jedoch im Jahr 2014 ausnahmsweise nicht der Fall: Die Anzahl stieg geringfügig um 1 Prozent auf 3.360. Ursache war nach Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen der im Vergleich zu 2013 sehr milde Winter. Er hat dafür gesorgt, dass motorisierte und unmotorisierte Zweiradfahrer bereits in den ersten Monaten sehr früh und sehr oft unterwegs waren.

Auf Autobahnen ist die Anzahl der tödlich Verunglückten hingegen 2014 stark zurückgegangen. Sie sank gegenüber dem Vorjahr um rund 9 Prozent auf 430. Ohnehin sind die Autobahnen die sichersten Straßen. Pro 1 Mrd. Jahrzeugkilometer verunglücken dort 1,9 Personen tödlich, im übrigen Straßennetz sind es 5,8. Aber auch im internationalen Vergleich gehören die deutschen Autobahnen zu den sichersten der Welt. Dies zeigt einmal mehr, dass ein immer wieder diskutiertes generelles Tempolimit keinen Sicherheitsgewinn bringen würde.

Einigung bei eCall

Ende 2014 haben sich das Europäische Parlament, Rat und Kommission auf die Ausgestaltung des europaweiten automatischen Notrufsystems eCall geeinigt. Sobald die Fahrzeugsensoren einen schweren Unfall registrieren, setzt das System automatisch einen Notruf an eine Rettungsleitstelle ab. Die Rettungskräfte können mithilfe der Fahrzeugortung per Satellit den Unfallort sofort lokalisieren – die Rettungszeit wird verkürzt. Die Einigung sieht vor, dass ab April 2018 alle neuen Pkw- und Transportermodelle über dieses System verfügen. Die Automobilhersteller können weiterhin ihren Kunden einen eigenen Notrufdienst anbieten, der nicht über die allgemeine Notrufnummer 112 läuft und der der Leitstelle zum Beispiel zusätzliche Informationen über ein Fahrzeug übermitteln kann. Die Infrastruktur für das System außerhalb des Fahrzeugs wie Ausstattung der Rettungsleitstellen und Kommunikationsnetze müssen die EU-Länder bis Oktober 2017 installiert haben.

Dr. Michael Niedenthal
Dr. Michael Niedenthal Leiter Abteilung Verkehrspolitik

Tel: +49 30 897842-360 Fax: +49 30 897842-600
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