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    Der chinesische Automarkt

    Schon seit 2014 wird in China die Elektromobilität gefördert. Seit Beginn des Jahres werden die technischen Anforderungen für die Förderung erfüllt. All dies stellt neue Herausforderungen für die Automobilindustrie dar — dennoch wird China einer der interessantesten und wachstumsstärksten Automärkte der Welt bleiben.

    Schon seit 2014 wird in China die Elektromobilität gefördert. Seit Beginn des Jahres werden die technischen Anforderungen für die Förderung erfüllt. All dies stellt neue Herausforderungen für die Automobilindustrie dar — dennoch wird China einer der interessantesten und wachstumsstärksten Automärkte der Welt bleiben.

    Hohe Anreize für Elektromobilität

    Mit innovativen Produkten drängen seit Jahren immer mehr chinesische Hersteller und Start-ups auf den Weltmarkt. In Sachen Elektromobilität gilt China weltweit als Vorreiter, bereits seit 2014 wird diese staatlich gefördert – 2020 vorerst zum letzten Mal. 

    Die Volksrepublik gilt weltweit als Pionier der sogenannten New Energy Vehicles (NEV). Bereits seit 2014 kommen Käufer von Batterie-, Hybrid- und Brennstoffzellenfahrzeugen in den Genuss einer staatlichen Förderung; in einigen Regionen wie Peking richtet sich diese ausschließlich an Batteriefahrzeuge. Der Elektro-Pkw-Marktanteil bei den Neuverkäufen in China betrug im Jahr 2019 5,3 Prozent. Eine besondere Vorliebe für das Thema Elektromobilität lässt sich jedoch nicht ableiten, vielmehr spielen auch bei den Chinesen die „Total Costs of Ownership“ eine bedeutende Rolle, meint Dr. Thomas Meurers, Geschäftsführer VDA China. In Peking gibt es beispielsweise einen Wochentag, an dem es verboten ist, mit Verbrennern zu fahren. Zusätzlich zu der hohen Förderung der Elektroautos schafft der Staat auf diese Weise Kaufanreize.

    Nach der Förderung kommt die Quote

    Zum Jahresende 2020 läuft die Förderung der Elektroautos durch die chinesische Regierung allerdings aus. Um einen harten Bruch zu vermeiden, werden im Jahresverlauf voraussichtlich die technischen Anforderungen an geförderte Fahrzeuge erhöht, und zugleich wird die finanzielle Förderung gesenkt. Die neuerliche Einführung eines Malus-Systems, nach dem die Flotte der produzierten Neuwagen zu einem bestimmten Prozentsatz aus Autos mit Elektroantrieb bestehen muss, stellt für die Hersteller die nächste Herausforderung dar. Diesen ambitionierten Quoten begegnen die deutschen Automobilhersteller wie gewohnt mit ihren Premiumprodukten.

    Hier kommt der deutschen Automobilindustrie die hohe Qualität ihrer Produkte zugute, die auch in China immer mehr Kundinnen und Kunden zu schätzen wissen. Entgegen dem allgemeinen Negativtrend konnten die deutschen Premiumhersteller auch 2019 ihre Verkäufe auf dem chinesischen Markt steigern. Das liegt – neben der sehr guten Qualität der Modelle – vor allem an dem hohen Ansehen, das in China mit dem Besitz eines deutschen Autos einhergeht.

    China bleibt einer der interessantesten Märkte

    Der chinesische Automarkt ist seit sieben Jahren der größte der Welt. Er ist deutlich größer als der US-amerikanische und fast sechs Mal so groß wie der deutsche Automobilmarkt. 2018 waren die Verkaufszahlen erstmals rückläufig, dennoch hatte kein anderer Markt im vergangenen Jahrzehnt eine derartige Wachstumsgeschichte vorzuweisen. 

    Und er birgt nach wie vor ein hohes Wachstumspotenzial. Kurzfristige Negativeffekte wie ein Handelskonflikt mit den USA oder ein Virusausbruch dürften an dieser langfristigen Perspektive wenig ändern. Gleichzeitig spürt die globale Automobilindustrie zum Jahresbeginn dennoch die Auswirkungen des Coronavirus in China deutlich. Der Verkauf von Neufahrzeugen ist seit Bekanntwerden des Virus in der Volksrepublik zurückgegangen. Überdies ist für die exportstarke deutsche Automobilindustrie China ein wachsender Produktionsstandort.

    Chinesische Start-ups erwarten Gegenwind

    Neben einer Vielzahl von Original Equipment Manufacturers (OEMs) finden sich in China zahlreiche Start-ups, die sich vor allem dem Thema Elektromobilität verschrieben haben. Insbesondere Start-ups sehen sich aufgrund der auslaufenden Förderung kurzfristig mit massiven finanziellen Problemen konfrontiert. Trotz mächtiger Investoren sind sie noch weit davon entfernt, profitabel zu sein. Deshalb erwarten manche Branchenkenner langfristig Übernahmen und insgesamt eine Konsolidierung des Marktes.

    Ansprechpartner

    Alexander Fitz

    Referent Automobilprognosen, Statistiken Produktion und Export, CO₂-Emissionen, Elektromobilität, Strukturanalysen

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