Wettbewerbsfähigkeit Europas entscheidet über den Erfolg unseres Wirtschafts- und Wohlstandsmodells

    Berlin, 09. Mai 2022

    EU als Wirtschafts- und Wertegemeinschaft verstehen – mehr Einsatz für mehr Freihandel und Globalisierung notwendig – Deutschland muss ökologische und digitale Transformation in Brüssel stärker mitgestalten

    Am heutigen Europatag gedenken wir des Jahrestages der Schuman-Erklärung 1950 und damit dem Ausgangspunkt für die Europäische Union. Die Europäische Union ist ein erfolgreiches und beispielloses Friedens- und Wohlstandsprojekt.

    Heute gilt: „Nie zuvor war die europäische Wertegemeinschaft und ihr Fundament so gefordert, wie aktuell. Der Krieg in unserer unmittelbaren Nachbarschaft mahnt uns alle, den europäischen Geist entschlossen zu verteidigen. Europa ist das Versprechen von Demokratie, Freiheit, Frieden und Wohlstand. Umso notwendiger ist es jetzt, dass Europa sich auf seine Stärken besinnt, seine Ziele klar setzt und die notwendigen Entscheidungen trifft, damit die europäische Erfolgsgeschichte fortgeschrieben werden kann“, erklärt VDA-Präsidentin Hildegard Müller.

    Das europäische Friedensprojekt basiert auch auf der Idee, die Welt durch Kooperation, Interessensausgleich und Partnerschaften sicherer zu machen. Die EU ist so zum größten Binnenmarkt der Erde geworden, der mehr als 445 Millionen Menschen Sicherheit und Wohlstand sichert.

    „Die deutsche Automobilindustrie steht aus voller Überzeugung und Entschlossenheit zum Friedens- und Wohlstandsprojekt EU. Putins Bruch des Völkerrechts und sein Krieg gegen die Ukraine fordert uns alle heraus. Unsere Wertegemeinschaft, aber auch unser Wirtschafts- und Wohlstandsmodell, brauchen unser aller Einsatz und müssen auf die veränderten geopolitischen Rahmenbedingungen angepasst werden. Wir brauchen Europa mehr als je zuvor“, so Müller. 

    Globalisierung gemeinsam weiterentwickeln

    „Die EU muss sich in der Welt für mehr Freihandel und Globalisierung zum Wohle aller einsetzen - Protektionismus ist der falsche Weg. Es ist auch die Aufgabe von Wirtschaft und Politik, aufzuzeigen, warum Globalisierung und offene Märkte auch in Zukunft unverzichtbar sind. Die umfassende Ratifizierung von CETA wäre daher jetzt das richtige Zeichen. Um die Chancen dieses Modells zu realisieren, ist jetzt entscheidend, auf Diversifikation, Effizienz und Resilienz zu setzen“, so Müller weiter.

    Mit der neuen geopolitischen Situation und den anhaltenden Folgen der Corona-Pandemie ist der europäische Industrie-Standort in Gefahr: „Unser Wohlstand und unser Wirtschaftswachstum hängen an den Industrie-Arbeitsplätzen in Europa. Die deutsche Autoindustrie trägt wesentlich zu Wertschöpfung und Arbeitsplätzen in ganz Europa bei.

    Jetzt gilt es, mit Energiepartnerschaften ausreichend Erneuerbare Energie zu sichern - und mit einer aktiven Rohstoffaußenpolitik dauerhaft eine entsprechend sichere Versorgung sicherzustellen. Nur dann kann die europäische Industrie Technologien für den Klimaschutz entwickeln, die wir dann weltweit exportieren können. Das heißt: Eine nachhaltige und strategische europäische Industriepolitik sichert Arbeitsplätze und Wohlstand in Europa und trägt zu einer globalen Lösung der Klima-Krise bei“, macht die VDA-Präsidentin deutlich.

    Eine Vielzahl wichtiger Entscheidungen für Klima, Wirtschaft und Industrie werden in Europa verhandelt und getroffen.  „Die Rahmenbedingungen für die ökologische und digitale Transformation werden in Brüssel gesetzt. Das muss sich noch stärker in der Europapolitik der Bundesregierung widerspiegeln. Unsere Regierung muss sich mit maximalem Engagement für eine Weiterentwicklung der EU einsetzen und dafür mehr Führung übernehmen.“

    Simon Schütz
    Leiter Pressestelle

    Simon Schütz

    Schwerpunkt Politik und Gesellschaft